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Anlll Saar⸗Sänuger-Bund IIl:
zu wiederholen, was schon zwei und mehr Vorredner aus—
führlich erörtert haben.
Die heutigen Staats- und Stadtparlamente führen es
uns ja täglich vor Augen, wie nicht gearbeitet werden
darf. Wir sollten aus der beschämenden Art des heutigen
politischen parlamentarischen Lebens lernen, wie wichtig
es ist, den Vereinsparlamentarismus in den engsten
Grenzen zu halten.
Glauben Sie mir: Treue Pflichterfüllung eines jeden
Sängers in den Proben, sowie die hingebende Verwal—
tungsarbeit des vom Vertrauen des Plenums gewählten
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Vorstandes und der übrigen beamteten Sangesbrüder nützen
dem Verein tausendmal mehr, als noch so lange Reden
einzelner Mitglieder in den Hauptversammlungen.
Ich richte mich in diesen meinen Ausführungen vor
allem an unseren stattlichen Nachwuchs, die große Zahl
unserer jungen Sangesbrüder, die (beneidenswerterweise)
ioch keine Routine in Hauptversammdungen haben. Sollte
aber dieser oder jener ältere Sangesbruder sich von diesem
Aufsatz eine Scheibe abschneiden wollen, so ist der Zweck
meiner Zeilen doppelt erfüllt.
Dr. Kurt Guttmnaun, Berlin.
Aus der Musfsikwehlt.
Vom Hauptausschuß des D5B.
Im März tagte in Berlin der Hauptausschuß des D.S. B.
unter dem Vorsitz von Dr. Hammerschmäidet, München.
In vielstündigen Sitzungen, wurde eine große Anzahl meist
interner Verwaltungsangelegenheiten erledigt. Die Vor—
bereitungen zum 11. Deutschen Sängerbundesfest, das im
nächsten Jahre in Frankfurt a. M. stättfindet, gehen rüstig
voran. Die Zahl der vorläufigen Anmeldungen, die noch
unverbindlich sind, gibt die Gewähr, daß die Veranstal—
tung sichergestellt ist. Auch die musikalischen Darbietungen,
in erster Linie die Sonderkonzerte, versprechen Außer—
ordentliches. Die Zahl der bisher gemeldeten Vereine, die
in einem Sonderkonzert auftreten wollen, ist so groß, daß
nur ein geringer Teil Aussicht auf Zulassung hat. Die
Versammlung nahm weiterhin Kenutnis von den Vorbe—
reitungen zur Nürnberger Sängerwoche, die auch in diesem
Jahre ihren Z8weck voll und ganz zu erfüllen verspricht.
Die genäue Programmeinteiluñng und die Namen der mit—
wirkenden Vereine werden in Kürze bekanntgegeben.
Auf Grund einer Ermächtigung des Gesamtäusschusses
stellte der Hauptausschuß den Termin der Raten für die
48 derr rückständigen Bundesbeiträge
est. Bekanntlich sind noch immer einige Bünde mit Zah⸗
lungen erheblich im Rückstande. Der Hauptausschuß be⸗
schloͤß, daß ein Viertel der Rückstände bis spätestens 15.
Auguüst zu zahlen ist, ein weiteres Viertel bis
15 September, der Rest am Ende des Jahres. Voraus—
sehzung ist, daß die Jaufenden Beiträge termingemäß
punktlich bezahlt und vor allem die fälligen Gebühren
für die Tonsetzer bis 30. Juni entrichtet werden. Das
Verhältnis zu den Tonsetzerverbänden beschäftigte die Ver⸗
sammlung uͤbrigens eingehend. Der Gesamtausschuß hatte
in seiner letßten Sitzung in Frankfurt a. M, in längerer
Ddebatte die Auffassung vertreten, daß die Gebühren, die
die Sänger des D.S.B. in Höhe von 0,38 Mark pro Jahr
entrichten, erheblich zu hoch, seien. Der Hauptausschuß
war beauftragt worden, bei den, Verbänden entsprechende
Schritte zu uͤnternehmen, um eine Herabsetzung zu ver—
anlaffen.“ Diese Verhandlungen haben vor einigen Tagen
unter Beisein des Vorsitzenden des D.S.B., Dr Hammer
schmidt, sowie des Bundesschatzmeisters, Bürgermeister a. D
Roth und des Geschäftsführers Poppe stattgefunden. Die
Verbände erklärten jedoch, daß eine Ermäßigung der Ge—
bühren für das laufende Jahr nicht in Frage komme
und auch für die Zukunft nicht zu erwarten sei. Aus der
Stellungnahme der Tonsetzer ergibt sich, daß der D.S. B.
feinen Vertrag restlos erfüllen und den Verbänden gegen—
ber seinen Verpflichtungen nachkommen muß. Das ist aber
nur möglich, wenn die Bünde (Kreise) ihrerseits für eine
pünktliche Beitragszahlung an den D.S. B. Sorge tragen.
Unter den augenblicklichen Umständen ist es unmöglich,
daß der D.S. B., wie dies früher wiederholt geschehen ist,
von fich aus die fälligen Summen für die Bünde vorlegt.
Pünktliche Beitragszahlung ist die Voraussetzung für eine
Gesundung der Finanzen des DS.B., die noch immer
inter den“ Nachwehen der Redlin-Affäre zu leiden haben
Der Vertrieb des Films des D.S.B. „Das deutsche
Lied“ hat sich in den letzten Monaten, wie der Bericht
auswies, erfreulicherweise aufwärts entwickelt. Sehr viele
Vereine haben den Film bei ihren Veranstaltungen laufen
laffen und dabei oft nicht geringen finanziellen Gewinn
erzielt. Auch für die nächste Zeit liegen Abschlüsse vor,
so daß in zahlreichen Städten und auch auf dem Lande
die Möglichkeit sein wird. den Film z4u sehen.
Auch der Termin zum „Liedertag 1931“ stand zur
Diskussion. Nach eingehender Aussprache beschloß man,
zen letzten Sonntag im Juni für dieses Jahr beizubehalten.
leber die Loslösüngsbestrebungen von zwei Gauen im
Rheinischen Sängerbund (Rhein-Nahe-Sängerbund und
Moselsängerbund) wurde ebenfalls Bericht erstattet. Die
zeiden Gaue wollen nach Austritt aus dem Rheinischen
Zängerbund sich dem Saarsängerbund anschließen. Der
dauptausschuß nahm von dem Fortgang der Angelegen⸗
seit Kenntnis und betonte, daß die Gaue zunächst einmal
hren finanziellen Verpflichtungen dem Rheinischen Sänger—
zund gegenüber nachkommen müßten. Dann erst könne
über die Zugehörigkeit der Gaue und eine etwaige Auf⸗
aahme in den Saarsängerbund gesprochen werden.
Die nächste Sitzung des Hauptausschusses findet am
13. und 14. Mas in Augsburg statt. Der Vorsitzende,
Ir. Hammerschmidt, nahm vor Beginn der Sonntagssitzung
velegenheit, des Volkstrauertages für die Gefallenen zu
gedeuken. Zahlreiche Vereine in Stadt und Land haben
ich an diesem Tage zur Mitwirkung bei den Totenfeiern
zur Verfügung gestellt. In der Katharinenkirche in Nürn—
herg, in der der D.S. B. den für das Vaterland gestorbenen
Zäugern ein Denkmal errichtete, fand am Sonntag eine
Feser statt zum Andenken an die im Weltkrieg gefallenen
Zänger Dr Ewens
XI. Deutsches Sängerbundesfest 1032.
Der Fest-Ausschuß für das XI. D.S. B.-Fest 1932 in
Frankfurt a. Mi gibt ausführliche Einzelheiten über den
Stand der Vorbereitungen bekannt:
Bis zum 15. Februar d. J. sind folgende unverbind—
lichen Anmeldungen eingegangen: 3112 Vereine mit
38 506 Teilnehmern (davon 58355 Sänger), 108 Sonder—
fonzerte, 5619 Festblätter. 2638 Fahnen, 18 Festwagen,
8 Musikkapellen.
Wenngleich auch eine große Anzahl von Vereinen ihre
Meldungen —
in Verhältnis zur Gesamtzahl der Vereine im D.S. B.
ioch viele aus uud haben sich noch nicht geäußert, vielleicht
joͤn der gleichen Auffassung ausgehend, die uns vereinzelt
zugegangen ist, daß bei den heutigen wirtschaftlichen Ver—
zältnifsen noch gar nicht zu übersehen ist, ob sich der
ßesuch des D.S. B.-Festes im Jahre 1932 für sie er mög⸗
lichen läßt.
Solchen Pessimismus dürfen wir nicht aufkommen lassen.
Es muß unser fester Wille sein, ein Kulturgut wie das
deutsche Lied auch in schweren Zeiten — und dann erst
echt — zu bewahren, und unser, Tun und Denken muß
darauf eingestellt sein, uns zu stärken in dem Glauben
in eine béesfere Zukunft. Wenn wir diesen Willen in
die Tat umsetzen uͤnd jetzt schon für das Fest sparen,
zann wird sich auch die Teilnahme für den weitaus
zrößten Teil unserer deutschen Sänger ermöglichen lassen,
zies um so eher, als der Festbeitrag in Anlehnung an
die wirtschaftlichen Verhältnisse gegenüber dem der beiden
letzten Fefte wesentlich ermäßigt ist und nur das Minimum
dessen gefordert wird, was vbei entsprechender Besucher—
zahl und bei sparsamster Haushaltung unbedingat zur
durchführung des Festes notwendig ist.
Zu bedenken ist, daß in dem Festbeitrag von RM. 7,50
ruch das Notenheft enthalten ist, (RM. 0,50), das bei
den' einzelnen Hauptaufführungen benötigt wird und dessen
Anschaffung für die am Fest teilnehmenden Sänger die
8ereinskaffe nicht weiter beiastet. — daß iedem Teilnehmet