Full text : 9.1931-1932 (0009)

— musikalischen Alphabet.

*xuuslt, Nr. 9

Der Dreeiklaug.
Fast so natürlich und selbstverständlich wie die Ton—
SBWieiter ist uns der Dreiklang. Es wird uns nicht schwer
fallen, von irgend einem beliebigen Ton aus einen Srei—
klang zu singen. Und da wir mehrstimmig zu singen ge—
vohnt sind, wollen wir ihn auch gleich als Dreiktlang
singen, d. h. als Zusammenklang von drei zueinander pas—
senden Tönen. (2Baß den tiefsten, 1. Baß und 2. Tenor
den mittleren, 4. Tenor den höchsten Ton.) Der tiefste
heißt Grundton, der mittlere Terz („der dritte“, weil er
der dritte Ton vom Grundton aus ist), der höchste Quinte
der „fünftes). Eine gute Gehörsübung ist es, von den
äußeren Stinimimen Grundton und Quinte singen und dann
erst von den andern Stimmen die Terz hinein erklingen
zu lassen, denn selten wird die Terz tadellos rein ge—
ungen.
Nehmen wir nun den Dreiklang auf „C“: CEG. Er
kann wie jeder andere zweimal umgekehrt“ werden,
d.e h. wir lassen den Gruͤndton unten aus und fügen ihn
oben an; wir singen also von der Terz E aus EGC.
Eine weitere Umkehrung wäre dann GEE. dDie beiden
Umkehrungen des Dreiklangs zu singen, ist ein Kinder—
spiel. Bitte probieren Sie es nach Gehör und, wenn es
ticht geht nach Beispiel 12. (Hintereinander einstimmig
ind gleichzeitig dreistimmigh
—— —
— — — — * — ——
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Ini, vierstimmigen Satz muß naturgemäß ein Ton ver—
doppelt werden; es ist gewöhnlich der Grundton (Beifp. 1—0).
Es sind nun mit Auslasfungen, Umstellungen usw. im
ierstimmigen, Satz die mannigfaltigsten Formen für den
Dreiklang möglich, Einige im Männerchör besonders ge—
»räuchliche seien im Beisp. 2 bezeichnet. Als Gehörs—
ihung mag auch die eine oder andere dieser Formen am
lavier kurz hintereinander (Arpeggio) angeschlagen und
dann vom Chor zusammen nachgesungen werden
BReis82

einander eingehen. Man kann ohne Uebertreibung sagen,
aß unsere Musik, abgesehen von der modernen, in der
hauptsache auf der Verbindung dieser Dreiklänge beruht.
kin Beispiel dafür aus der Volksmusit: Drunten im
Interland. (GBeisp. 4). 1. Takt Dreiklang der 1. Stufe
Tonika), 2. Takt Dreiklang der 4. Stufe (Subdominante)
hne C, 3. Takt (6——D) 5. Stuse (Dominante).
Be ISP. 4.
2—

* ;
Unser Volkslied führt uns aber außer den drei Haupt—
zreitlängen auch einen „Vierklang“ vor. Im 3. Takt
rämlich G IIIDDsẽ. Es handelt sich um die Dominante,
zu der der 7. Ton vom Grundton aus, die Septime, noch
hinzugefügt ist. Dieser Vierklang heißt also Dominant-—
eptimenakkord (Akkord allgemein Zusammenklang).
sẽr ersetzt gewöhnlich den einfachen Dominantdreiklang.
finige der gebräuchlichsten „ZßKadenzen“, wie man
diese Verbindungen der Dreiklänge nennt, seien hier als
zleich zusammen vierstimmig zu singende Uebungen zu—
18*55.

—

—
— 7 7

—
— ——
72 7.
ammengestellt. (Beisp. 5.). Die Uebungen können gleich
zeitig als Stimmbildungsübungen benutzt werden.
3e 4

4
F
7.

?

—
* —
— —

—
—

—— —
In der C-Leiter können wir auf jedem Ton einen Drei—
klang aufbauen. Geisp. 3.) Drei ragen aber aus später
Bot p..
zu erläuternden Gründen als die „Hauptdreiklänge“ her—
vpor. Es sind der uns schon bekaunte Dreiklang auf C;
dann der auf der 4. Stufe (auf h) und auf der 5. Stufe
lauf 6). Der Dreiklang der ersten Stufe heißt Tonika,
auf der 4. Subdominante, auf der 5. Dominante. Diese
3 Dreiklänge können nun mit allen möglichen Umstellungen
und Kombinationen die zahlreichsten Verbindungen min

*

2

* *
Beisp. 6 gibt als Ergänzung noch zwei Beispiele für
ꝛeinfache Dreiklangsverbindungen aus der Kunstmusik, und
war aus Sonaten von Beethoven (op. 2 Nr. 3 i(transonierty:
 oo. 14 Nr. 2)
NDr Ermit Stilz.

2—

6

Passage⸗Kaufhaus AG
            
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