Full text : 9.1931-1932 (0009)

hin Eaar⸗Sänger⸗Bund ffu
digerem Zeitmaß, den ganzen Chor die ersten 12 Takte
siingen lassen.
In den nächsten 4 Takten zeigt der Dramatiker Hegar
erstmalig seine Klauen. Harmonisch geschieht nichts neues.
Die „Hörnerklänge“ von Takt 4 und 5 werden wieder
aufgenommen und verarbeitet. Der Text bleibt der gleiche.
Banz einfach ist der 2. Baß, das vierte Horn sozusagen
Er macht vier Takte hindurch das gleiche, die Bewegung
»on der 5. zur 3. und zurück zur 5. Stufe. Daß dabei
zwei Achtel schließlich zu einem Viertel zusammenschmelzen,
ist nicht weiter von Belang. — Mehnlich einfach ist der
2. Tenor, der jedoch erstmalig statt auf kis, auf d einsetzt.
Er singt dann zweimal dasselbe, unter Verwendung des
dekanntesten aller Melodiesprünge, der Quarte nämlich.
Dann übernimmt er den frei werdenden 1. Tenor, mit
dilfe der bekannten Sexte von „ich hab“ von a nach fis
gelangend. Es handelt sich dabei um eine lebendige Ver—
ürzung des vorher vom 1. Tenor gesungenen Motives
„Schweben wie“. — Der 1. Tenor hat kleinen Schwierig—
eiten zu begegnen, die im wesentlichen rhythmischer Art
sind. Er beginnt wie zuvor immer erneut mit seinem fis
und wendet sich über e—d nach der „Hörnerquinte“ e.
Dieser Ton wird im folgenden Takt auf zwei Achtelsilben
herteilt, während das letzte Achtel e schon Auftakt zu
dem als Quarte — Anfang von „Ich hat (einen Ka—
neraden)“ — lJeicht zu érreichenden —3* A wird. Es
ist unerläßlich, gerade an dieser Stelle noch einmal die
Notenwerte und Zähleinheiten zu erklären bzw. den Sän—
gern zu bedeuten, auf welchen Zähler es weitergeht. Daß
sie nach dem Analogieschluß das 2. „Hei—ü“ auf e ein—
setzen wollen, ist verständlich, durch baldige Hinzunahme
des 2. Tenores aber leicht auszugleichen. Diese Stelle
muß unter lautem Zählen des Leiters, der vielleicht sogar
sttatt der Worte die Zähler 12 3456 laut und im
Beiste mitsingen läßt, möglichst ruhig genommen werden.
— Seine Tücken hat hier vor allem der 1. Baß, der den
Auftakt zu dieser hörnermäßigen Stelle gibt, frei auf
der 5. Stufe a, dem dritten Ton des D-Dreiklanges, ein—
setzt, diese Stufe zwei Takte hindurch beibehält und dann
zum Nebenmann des 2. Tenores wird. Die Noten sind
einfach. Außerordentlich schwer ist aber ihre Betonung.
Von dem pünktlichen Einsatze des 1. Basses hängt die
Wirkung dieser Stelle ab. Hier heißt es zählen lernen
und acht geben. Ngen wird verschieden betont. Die
Betonung in Takt 13 erscheint widersinnig, ist aber —
vohl gemerkt! — genau so wie im allerersten Takt. Mit
hilfe von Zeichengeben und stetem Zihlen wird man an
den hier liegenden Klippen glatt vorbeikommen. Da ver—
schiedene Sislben miteinander gesungen werden, müssen
sich die Stimmen aneinander gewöhnen. Die Stelle will
geübt sein.
Hier könnte man nun, da der größere Teil der
Arbeit getan ist, eine Pause von zehn Minuten machen...
Nach der Pause werden die ersten 15 Takte in den
Einzelstimmen und mit dem Chor wiederholt. Anschließend
zeginnt das Einüben der schwierigsten Stelle dieses ersten
Teiles, die Takte 152549. Wie wir schon mehrmals fest-—
stellten, entsprechen sich in dem Werke öfters je 2 Takte.
So ist es auch hier. Beherrscht man Takt 16 und 17,
dann bieten die beiden folgenden keine Schwierigkeiten
mehr. Beide Takte sind gefürchtet: wegen der Einsätze
und der tonartlichen Aenderung der Unterstimme. Der
2. Baß beginnt auftaktig mit der Quarte a—d in der
Haupttonart, behält sie einen Takt lang bei, wechselt aber
dann in die Paralleltonart h-Moll hinüber, und zwar
in ein melodisches Moll, das bei der Aufwärtsbewegung
die 6. und 7. Stufe erhöht. Es würde zu weit führen,
wollte man musikalisch ungeschulten Leuten eine Moll—
onart mit allen ihren „Unbequemlichkeiten“ beibringen.
Es genügt, wenn Baß 2 unter Weglassung der Zwischen—
noten die Tonfolge à d — — ——s fis gis ais häsingen
kann. — Orientierungston für den Einsatz des 1. Basses
ist das Dudes 2. Basses. Mit ihm übt man gleich die
ganze Linie d cis heais hcisd, mit dem entscheidenden
dalbton ais. Der Genauigkeit halber muß die Silbe
„a—“, auf die 2 Noten kommen, vorerst zweimal, also
„Hei⸗a—a!“, gesungen werden. Der 1. Baß bringt an
dieser Stelle die um den Auftakt verstümmelte Nach—
ahmung des 2., die er aber nicht zu Ende führt, sondern
nach zwei eingeschobenen Noten wiederholt. Diese Stelle
st — aleich bis Takt 20 — in den Bässen häufio und

—VBUl

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treng im Takt zu üben. — D ist Orientierungston. Auch
ür den 1. Tenor, der ohne weiteres damit einsetzen kann,
da es sich um den Grundton handelt. Die Weise des
.Tenors ist diesmal ganz einfach. Er muß aber tüchtig
nitzählen, denn er ist der ruhende Pol in der Engfüh—
ungen Flucht. — Anders der 2. Tenor, mit dessen Ein—
atz (nach eintaktiger Pause) es immer zu hapern pflegt.
ẽr weiß, besonders wenn er das Zeichen dazu bekommt,
jenau, wann er einzusetzen hat. Aber er trifft den Ton
is nach den vielen Ds nicht ohne weiteres. Man singt
hm am besten zweimal d vor, etwa so „d 2 3, d 5 65,
ind läßt ihn dann sein unmittelbar benachbartes eis
reffen. Das kann er bald. Dann bindet man ihn an den
.Baß, dessen H er sich eventuell als seinen Auftakt
enkt. Schließlich macht man nochmals die Reihenfolge
er Einsätze klar und nimmt die schwierige Stelle zu—
ammen, indem man die Einsätze genau anzeigt und die
finsatztöne noch einige Male mit ansingt. Ddie Stelle
nuß in Fleisch und Blut übergehen. Den 2. Baß mit
einem ab- und aufwärtsgehenden Stück der melodischen
onleiter nimmt man natürlich zwischendurch wiederholt
esonders vor.
Das Folgende ist einfach. Das D éceinstimmig) trifft
zder sosort. Ein Quintsextakkord (gis-h-d-e) tritt unan—
enehm dazwischen. Er verwandelt sich nachher sogar zum
kderzquartakkord (n de gis). Baß 2 und Tenor 1 geben
—
zeitverlust zu vermeiden, nimmt man beide Außenstimmen
o»bald wie möglich zusammen. Im folgenden Abschluß
reift der Tonseßzer auf den Anfang zurück, gestattet sich
abei aber die Freiheit, den Leitton gis des 1. Tenores
taturgemäß nach a zu führen, den 2. Baß auf dem
dachbartone des letzten H, nämlich a, ausruhen zu lassen
dieser Zeile folgt eine kleine, fanfarenartige Schlußbe—
tätigung, die sofort ins Ohr geht und keiner besonderen
lebung bedarf.
Damit dürfte die Aufnahmefähigkeit eines Durchschnitts—
ingers reichlich erschöpft sein. Dem freien Ermessen des
eiters bleibt es anheimgestellt, ob er jetzt den ganzen
nfangsteil zusammen singen läßt, oder überhaupt zu
inem anderen, einfacheren Stücke greift. Vielleicht frägt
r die Sänger, was sie noch in den letzten 20 Minuten
»er Uebungsstunde tun wollen. Es versteht sich geradezu
on selbst, daß man in einem Chore, der 20—30 v. H.
iltgediente Sänger und Notenkenner enthält, rascher zum
ziele kommt. Man wird in solchem Falle natürlich auch
zie Abschnitte größer, statt vier-,, etwa achtaktig machen
önnen. Indes sei vor allzu raschem Vorgehen gewarnt.
Je leichter etwas geht, um so leichter wird es genommen.
And letzteres rächt sich gewöhnlich wider Erwärten.
Dnr Gri Mader.

4.

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