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Abwicklung der ganzen Fahrt erworben hat. Auch soll
hier noch einmal herzlichst den Gastgebern gedankt werden,
die es sich zur Ehre gereichen ließen, Wiener Sänger zu
ich ins Heim zu laden, neben dem Lehrergesangverein ganz
besonders auch die M.G. V. Saarbrücker Liederkranz und
Katholischer Männergesangverein Saarbrücken. Unter den
Ehrungen nennen wir die Ueberreichung der Urkunden
über die Ehrenmitgliedschaft des Saar-Sänger-Bundes an
Professor Wagner-Schönkirch und Vorsitzenden Theo Schön—
hauer, die Uebertragung der Ehrenmitgliedschaft des Wiener
dehrer-A-cappella-Chores an Oberbürgermeister Dr. Neickes,
Bundesschriftführer Stein und Stadtschulrat Schneider,
sowie die Verleihung der Ehrennadel der Wiener an
Ehrenvorsitzenden Lahr, Musikdirektor Deichelmann, Vor—
sitzenden Jost und 2. Vorsitzenden Sohni in Oberstein,
an Bundeschormeister Stilz, Bundesschatzmeister Düren in
Saarbrücken und an die Gauvorsitzenden Oberregierungs—
rat Jäckel (Saarbrücken), Schulrat DBr. Steeg (Neunkirchen),
ODberregierungsrat Bühler (Homburg), Rupp Gaarlouis),
Rock (Brebach), Schunck (St. Ingberts. Erwähnen wir noch,
Teetrinken in einer Konzertpause.
Nach dem Empfang im Saarbrücker Rathaus durch Ober—
bürgermeister Dr. Neickes.
daß der Gau Neunkirchen dem bewährten Gastverein eine
Hindenburg-Plakette aus heimischer Industrie verehrte, und
daß die Elversberger Liederkränzler den Wiener Sanges—
zrüdern den Willkommgruß widmeten:
„Wir wollen kämpfen, wir wollen siegen!
Nicht mutlos verzagen, nicht unterliegen
Im Kampf für Freiheit und Recht.
Wir wollen nicht leben als Herr, nicht als Knecht:
Wir wollen für alle gleiches Recht.
Der deutsche Aar will zur Sonne fliegen,
Nicht, die Flügel beschnitten, am Boden liegen!
Wir wollen als freies Menschengeschlecht
Nur unser gutes heiliges Recht:
„Als freie Deutsche in Deutschland leben!“
dies ist unser Wunsch und unser Streben!“
Walther Stein.
Vachdenkliches zu den Konzerten des Wiener Lehrer⸗Acappella⸗Chores.
Oie, Konzerte des Wiener Lehrer-A-cappella-Chores haben
ihren Zweck nur zum Teil erfüllt, wenn wir uns mit
dem künstlerischen Genuß begnügen, den die Leistungen
dieses Meisterchores bedeuten Sie werden vielmehr erst
dann wirklich fruchtbar, wenn alle Mitglieder des Saar—
Zänger-Bundes sich ernstlich die Frage vorlegen: Was
ollen und müssen unsere Chorleiter, was unsere Vereins—
porstände, was alle unsere Sänger aus der Leistung der
Wiener lernen? und wenn sie diese Frage durch die Tat
beantworten. —
Die Wiener als Erzieher heißt also das
Problem, das sich aus dem Geiste der Arbeit unseres
Bundes von felbst ergibt; nur wenn dieses Problem all—⸗
gemein klar erfaßt uünd möglichst gut von allen Chor—
ieitern und Vereinen gelöst wird, sind die vielben und
schwierigen Vorbereitungsarbeiten und die großen Kosten
dieser Konzerte begründet und gerechtfertigt.
Die Wiener Sänger beweisen uns, daß nur ein Chor,
n dem peinfiche Ordnung und straffe Diszi—
plin herrscht, künstlerisch Bedeutendes leisten kann, und
daß umgekehrt hohe künstlerische Darbietungen eines
Vereins imner einen unbedingt sicheren Rückschluß tun
iassen auf seinen organisatorischen Zustand. Dieses Gesetz
wird auch dadurch nicht falsch, daß in vielen Chören leider
inmer noch nicht die unlösliche innere Verbundenheit
dieser beiden Bedingtheiten erkannt wird. Sage und zeige
mir, wie der Vorstand deines Vereins seine Geschäfte führt,
wie der Chormeister seine Proben gestaltet, wie die Sänger
es mit der Regelmäßigteit und Pünktlichkeit des Proben—
besuchs, wie sie es mit der Erledigung ihrer finanziellen
Verpflichtungen halten, und ich sage dir dann unfehlbar,
wie es um 'die künstlerische Leistungsfähigkeit bestellt ist;
und umgekehrt — laß mich deinen Chor hören, laß mich
hören. was er sinat. und wie er singt. und ich sage dir
»benso unfehlbar, wie seine ganze Geschäftsführung ist,
»b er auf Ordnung und Sauberkeit in allen Dingen des
Lereinslebens, vor allem auch in den wichtigen finanziellen
zragen hält. Wirkliche Kunstausübung ist eben nur mög—
sich auf sittlichem Boden, auf der Grundlage des Fleißes
ind in der Gewissenhaftigkeit, der unbedingt sauberen
aenschlichen Gesamthaltung. — Wer Gelegenheit hatte, mit
en Wienern zu verhandeln und die Klarheit und Ziel—
icherheit ihrer Geschäftsführung kennen zu lernen, wer
eobachtet hat, wie jedes Vorstandsmitglied seine Aufgabe
rfaßte und erfüllte, seiner Verantwortung gegenüber dem
ßanzen bewußt, und in der Erkenntnis, daß Führung
ichts heißt als Beispiel, der wundert sich nicht über die
orbildliche Disziplin jedes Sängers und damit des ganzen
Lhores. Zieht nicht ein jeder, der diesen Chor noch nie
sehört hat, aus der Art des Auftretens und der Haltung,
jus der Zusammengerafftheit und der Ausschaltung alles
Ablenkenden, Persönlichen den richtigen Schluß auf die
ommende künstlerische Leistung? Alle Zuhörer wissen, noch
he der erste Ton erklingt, dieser Chor kanmn nur gut
ngen, und niemand wundert sich bei dieser äußeren Ge—
amthaltung, die Ausdruck der inneren ist, daß er seine
donzerte Quswendig singt, daß in ihm die Ueber—
eugung herrscht, daß ein wirklich inwendiger Gesang nur
nöglich ift, wenn kein Sänger in keinem Augenblick die
este Verbindung mit dem Auge seines das Werk ge—
altenden Chormeisters verliert, wenn jeder Sänger geistig
ind seelisch ganz offen bereit liegt zum Angeschlagen—
verden, zum Singen aus dem Geiste des jeweiligen Werkes,
vas Gestaltung und Leben werden soll. Wenn jede Kunst-—
zusübung Treue im Kleinen, Fleiß und, Disgzipliniertheit
st, danu erst recht unsere Chorkunst, die Menschen der
erschiedensten Artung und Haltung zu einer von
nven heraus einheitlichenLeistunq zusammen—