Full text : 9.1931-1932 (0009)

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Unterschrift hergeben zu wollen“ Und die Folge davon
var, daß Keldorf jetzt erst recht behelligt wurde. Ja, er
vußte gar nicht, daß manches Mägdlein, manche, Frau
sich zwei und drei „Autogramme“ von ihm holte! Mit
»ewundernswerter Standhaftigkeit hielt der beneidenswert
Hartbedrängte dem Ansturme aus, zwischen dem Schreihen
och immer eine kurze Charakteristik der empfangenen Küsse
gebend. Schmunzelnd meinte er nur: „Na, da bleiben wir
a gerne noch ein paar Tage da.“
Viel Heiterkeit löste folgende Begebenheit aus. Es
vurde plötzlich kund getan, daß ein ad hoc zusammenge—
stelltes kleines Orchester der Wiener Schubertsänger auf
allgemeines Verlangen den Walzer „Gschichten aus dem
Wienerwalde“ zum besten geben wolle und daß in Erman—
gelung des momentan unauffindbaren Dirigenten Keldorfer
das Mitglied des Heiteren Quartettes des „W. Sch.“B.“
Hans Exler die Leitung übernommen habe. Dieser hatte
saum den Dirigentenstab ergriffen und sich in Keldorf-Pose
geworfen, als jener erschien und, die lustige Situation
gewahrend, sich an die große Trommel setzte und den
Scherz, der eigentlich eine Verulkung Keldorfers darstellte
— Herr Exler zeigte sich hierbei nicht bloß als ein scharfer
Beobachter, sondern auch als köstlicher Komiker, der seinen
Meister in jeder Bewegung, im Mienenspiel ganz vorzüg—
lich nachahmte — mit Behagen und sprühender Frohlaune
nitmachte.
Noch eine andere Episode verdient festgehalten zu wer—
den. Keldorfer sitzt bei einem Tische und ist in einem
Gespräch vertieft. Da marschiert die Jungmannschaft des
„Brünner Schubertbundes“ hinter seinem Rücken auf und
es ertönt folgender Sängerspruch: „Das deutsche Lied sei
Kräftequell, laßt nimmer es versiegen, dann werden Teufel
selbst und Höll uns niemals unterkriegen.“ Der also An—
gesungene dankt für die Ehrung und meint dann schließ—
lich: „a, von wem ist denn der schöne Spruch?“ Worauf
ihm die Antwort zuteil wird: „Von Ihnen, Herr Pro—
fessor.“ Keldorfer ist ob dieser Auskunft sichtlich über—
rascht, läßt sich „Die Sängermahnung“ noch einmal vor—
singen und sagt hierauf: „Nein, so was Blödes war noch
nicht da. Nie im Leben habe ich diesen Sängerspruch ge—
hört.“ Und da ihm die Sänger das Notenbild seiner Kom—
bosition zeigten, erklärte nun auch er mit herzlichem Lachen:
„Man macht so eine Kleinigkeit, gibt sie geschwind heraus
und kümmert sich dann gar nicht mehr um das Schicksal
dieser Stiefkinder“ Hans M. Habel.

iupllllhi Saar⸗—cänger-Bund Pun'

2281
— 24

uph Nr. “—

Die Voranmeldungen für das Frankfurter Fest haben
zin überraschend günstiges Ergebnis gehabt, die selbsft die
»Ptimistischsten Schätzungen übertrafen. Selbst wenn man
jerücksichtigt, daß diese Voranmeldungen unverbindlich
varen, wird darum der Wert der ersten Rundfrage nicht
llusorisch gemacht. Sie zeigte doch, welche Anteilnahme
uind Begeisterung in unseren Reihen herrscht. „In der
sohen Anmeldeziffer“, so schreibt der Vorsitzende des DSB.,
Ir. Hammerschmidt, in den Festblättern für das Frank—
urter Fest, „liegt ein beglückender Beweis der unvermin—
»erten Stärke des Innenlebens unseres Volkstumes und
eines ungebrochenen Verlangens nach ernster Betätigung
iuf sittlich und geistig fördernden Gebieten. Die Sänger—
charen, die nach Frankfurt zu unserem Fest kommen, suchen
»ort nicht seichte Vergnügungen, sondern innere Er—
ebung ...“.
Es kann nicht oft genug betont werden, daß es sich
a in Frankfurt keineswegs darum handelt, ein „Fest“,
»in „Sängerfest“ im Sinne der Vorkriegszeit zu feiern,
»as sich mehr oder weniger in Aeußerlichkeiten erschöpfte,
ondern Frankfurt soll eine Kundgebung chorischen Sin—
sens werden, machtvolles Ringen um höchste Aufgaben des
chorgesanges, verbunden mit der Erfüllung vaterländischer
dufgaben, die mit dem DSB. von jeher verknüpft waren.
Es gilt, in Frankfurt den Beweis zu erbringen, daß poli—
ische und wirtschaftliche Not nicht imstande ift, uns die
z3pannkraft zur Verfolgung eines idealen Zieles zu nehmen.
znsofern kann die oft gestellte Frage: „Ist die heutige
zeit dazu angetan, Feste zu feiern?“ für die Frankfurter
Beranstaltungen nur positiv beantwortet werden.
Die Vorarbeiten für das Frankfurter Sängerfest schrei—
en rüstig voran. Schon stehen die Programmé der Haupt—
zufführungen fest, unsere Vereine sind bereits im Besitze
»er Lieder, die in den Aufführungen erklingen sollen; die
Irganisation des Festes nimmt mehr und mehr Gestalt an
In Kürze wird die Aufforderung zur endgültigen Anmel—
zung an die Vereine des DSB. hinausgegeben. Es ist
zu hoffen und zu erwarten, daß die endgültige Anmelde—
ziffer nicht erheblich hinter der ersten underbindlichen An—
neldung zurückbleiben wird.
Sollte diese zweite Anmeldung etwa wider Erwarten
ine geringere Teilnehmerzahl ergeben als die erste An—
neldung, so käme höchstens eine nochmalige Ueberprüfung
des Festprogramms in Frage. Indessen hat die Leitung
des DSEB. das feste Vertrauen und die starke Zuversichtdaß
 es gelingen wird, das Fest in den geplanten Aus—
maßen durchzuführen. Es gilt, der Welt zu zeigen, daß
auch in Notzeit der DeB. stark und unverzaägt dasteht und
daß trotz allgemeinen Niedergangs der Chorgesang blüht
wie nie zuvor.

Uraufführungs⸗Orchester München.
Eine begrüßenswerte Neuerung auf dem Gebiete des
deutschen Musiklebens ist durch die Gründung des Urauf—
ührungs-Orchesters geschaffen worden. Es werden nur
Werke lebender Komponisten zur Aufführung angenommen.
Außer Chorwerken können allerlei Kompositivnen für
Sinfonie- oder populäre sowie auch Kammermusik-Konzerte
ringereicht werden. Ausführliche Prospekte werden auf
Verlangen sofort überallhin zugesandt. Uraufführungs—
ODrchester. München. Blütenstr. 18

Das beste

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„Ständchen“

—S—

Der welldeutsche Kammerchot
unter Konservatoriumsdirektor Otto Laugs in Hagen
brachte aus Anlaß seines 10jährigen Bestehens ein Werk
für vierstimmigen Gemischten Chor mit Orgelbegleitung
zu eindrucksvoller Urgufführung: „Engelsgesang“,
Tert aus des Knahen Wunderhorn. von Artur Laufgs.

ist ein

in bester Qualität, neueste
Modelle und vor allem:
so billig, we
daß sie jeder kaufen kann.
Ein Rekord ist meine Leistung.
Das muß man sehen.
Das große bürgerliche
Möbelhaus
Leo Gewürz
Im Kaufhaus Israel Etagen)
Saarbrücken. Babnbhafstr 79

Sparbuch
— 232 *

Das Frankfurter Fest findet bestimmt statt!

Das „Wiener Journal“ brachte vor einigen Tagen die
Mitteilung, daß Stadtverwaltung und Festausschuß in
Frankfurt a. M. Erwägungen darüber anstellten, ob das
Sängerbundesfest verschöben werden müsse. Im Einver
aehmen mit dem Vorsitzenden des DEBi und des Fest
ausschusses wird hiermif erklärt, daß in Frankfurt von
soichen Erörterungen nichts bekannt ist. Der sich allent—
halben breitmachende Pessimismus ist erklärlich durch die
Beunxuhigung, die durch verschiedene Ereignisse in die
Bevölkerung getragen wurde. Gewiß sind die Zeiten schlecht,
aber es wäre falsch, sich durch die augenblickliche Krise
perleiten zu lassen, jede Hossnung auf eine Besserung der
Loe in ühbsohßaroe 2 —f,.

der
Warkagee
uer Flalt
—Fadardrüfken
            
Waiting...

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