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I Saar⸗Sänger-Bund “
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Antrag, der BSB. möge sich zum reinen Wertungssingen
»ekennen, unter Wegfall auch der Punktierungen, nur mit
Srteilung einer schriftlichen Wertung.
Dieses hocherfreuliche Ergebnis hat eine wegweisende
Iuterlage für die Gesamtbesprechung und die beste Aus—
sicht auf das Endergebnis. Nur von wenigen Vertretern
vurde dem Wettsingen, etwa nach Art der Kaiserpreis—
singen, noch das Wort geredet, die Mehrzahl stimmte in
klaren und überzeugenden Worten der Stellungnahme der
Chorleiter zu, und eine — das Wort Abstimmung ist für
diese Versammlung nicht am Platze — Meinungsbekenntnis
zurch Handaufheben bekundete eine allgemeine Ueberein—
timmung für das vorgezeichnete Wertungssingen gegen
eine ganz geringfügige Minorität.
Dieses unumwundene Bekenntnis zu den Grundsätzen
des Deutschen Sängerbundes wurde mit einhelligem Bei—
iall begrüßt. Der BSB., der schon zwei Wertungssingen
zlücklich und mit reichen speziellen Erfahrungen absolviert,
hatte nun die Bahn frei zum dritten, das sich ganz zweifel—
os weiter der Vervolllommnung nähern wird. Aus den
Ausführungen einzelner Redner erklangen nochmals die
unschönen Erscheinungen bei Wettsingen der Vergangen—
heit, auch die Erlebnisse der Gegenwart, und vor allem
die kulturelle Pflicht, alles zu unterlassen, was die Sänger—
dewegung einer herabwürdigenden Beurteilung aussetzen
önne. Die Vergleiche mit sportlichen Einrichtungen wur—
den abgelehnt, das Chorwesen müsse nach eigenen Bedin—
zungen und Gesetzen erhalten und gefördert werden. Be—
sonders ermunternd waren die Eröffnungen einzelner
Vereinsvorsitzenden, das sich in beträchtlichem Prozent—
iatz auch die Jugend zu ihren Vereinen eingefunden, von
einer Seite wurde sogar hervorgehoben, daß es gerade die
besonders musikalisch veranlagte Jugend sei. Sie zu größter
Aktivität im Sängerleben einzufangen und anzuspornen,
ei nun die Aufgabe der Vereinsführer; auch das Ein—
schwenken der stüdentischen Sänger wurde in stärkerem
Maße als bisher zugesagt.
Nach der prinzipiellen Entscheidung hätten nun die Vor—
zereitungen für das für April nächsten Jahres vorge—
sehene Wertungssingen in Berlin, wofür die Mittel schon
im Etat vorgesehen, beginnen können: dem setzte ein An—
trag, der wohl der eriolgreichste des Abends war, das
hewies seine einitimmige Annahme ohne Debatte, jedoch
sogleich ein Ende. Er lautete, das Wertungssingen auf
ein Jahr hinauszuschieben, um jede Zersplitterung vor
Frankfurt a. M. zu vermeiden: zum XI. Sängerbundes—
est müßre die größtmögliche Beteiligung gesanglich best—
»orbereiteter Sänger gesichert werden.
Eine für das Berlin-Brandenburgische Sängerleben nach—
— Kundaebung beschloß chwungveil Das Keldorferiaden.
deutiche s Daß Vittor Keldorfer, der künstleriiche Führer des
Waldemar von Baußnern F. Wiener Schubertbundes“ sich einer selten voltstümlichen
Die deutsche Musikwelt wird durch die Nachricht über— Zeliebtheit ersireut — dies nicht allein bei der Sänger—
rascht, daß der Komponist Waldemar von Baußnern am chaft —, das dankt der liebenswürdige Künstler in erster
20. August im Alter von 653 Jahren verschieden ist. Wir Linie seinem stets sonnig-heiteren Wesen, der gewinnenden
berlieren damit einen Tondichter, dem die Kunst heiligster Art seines Umganges mit Menschen, der Sch'lagfertigkeit
Ernst war, der keine Konzessionen in seinen Werken an eines Witzes und der Geradheit seiner Ausdrucksweise, die
die Moeodeströmungen machte, der, ohne rechts und links n ungeschminkter Rede, stets ein klares Spiegelbild seiner
zu schauen, in der innersten Ueberzeugung seiner Miision Zeele gebend, den Mitmenschen für Viktor Keldorsec ein—
einen Weg ging. timmt. Er ist der Typus eines ausgesprochenen Geiell—
TDie Werke des Komponisten sind von charakteristischer haftsmenschen. Unermüdlich auillt seiner Worte Fluß, er
Bielseitigkeit. Tas votale und kirchliche Element herrscht indet für jeden Mensichen, jede Situation treifsichere Be—
in seinem Schaffen vor. Seine sieben Sinfonien sind fast nerkungen. Ein Schalk und Späßemacher, der alle Auf—
alle mit Schlußchor geschrieben. Eins seiner Hauptwerke aerksamkeit auf sich lenkt. Fast möchte man meinen, daß
ist das „Hohe Lied vom Leben und Sterben“, für Soli, zieser redselige, unterhaltende Mann kaum auch ernit und
Lhor und Orchester, ein gewaltiges Bekenntnis. Lieder, nergisch werden kann.
Trgelstücke, Kammermusik, alles beherrschte der fleißige Keldorfer wurde anläßlich der Anwesenheit des „Wiener
uind intelligente Musiker, der großes Können mit „aka— Scchubertbundes“ in Brünn, namentlich vom weiblichen Ge—
demischem Ernst“ paarte. Auch für die Oper hatte Baußnern chlechte, geradezu enthusiastisch gefeiert. Man bestürmte
Interesse: „Der Bundschuh“ kam 1904 in Frankfurt heraus, hn uüm Autogramme, die er gerne und mit humorvoötlen
Satyros“ 1923 in Weimar, die nicht die einzigen Opern ürtigkeiten gewährte. Als er sich aber des nichtenden—
des Homponisten sind. Groß war seine Liebe zu Cornelius. zollenden Zuspruches nicht erwehren konnte und immer
Für die Gesamtausgabe rebvidierte er den „Barbier“ und tleue Scharen von Autogramminteressenten auf ihn zu—
heendiate die Oper .Gunsüd“ trömten. erklärte er „nuürmehr gegen einen Kuß seine
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