Nr. 7
. 7 Upee
Von Lendvais op. 59 liegen mir Nr. 1 und 4
bor. „Ausklang“ ist an Feinheiten besonders reich.
Einzelne Stellen, etwa das 2. „UUnd der Mühen und
der Schmerzen“ mit seinen delikaten Zusammenhängen,
oder der fugierte Teil „Leise kommt der Tod ge—
gangen“, sind nicht leicht zu vergessen. Mit der Fughette
oon Fischer zusammen ist es vielleicht das prachtvollste
Chorpaar dieser Reihe. Für Volkstrauertag und ähn—
liche Gelegenheiten wie jenes Werk gleich wohl ge—
rignet.
Bleiben noch einige gemischte Chöre, unter denen
Arnim Knabs „Stille Stadt“ und „Der Tod das
ist die kühle Nacht“ als fesselnde Stimmungsmalereien,
Siegfrieds Kuhns „Ich hört ein Sichelein rau—
schen“ in seiner schlichten Einfalt und die beiden reiz—
oollen Chöre von Wilh. Rettich, der auch auf
der Nürnberger Sängerwoche mit Erfolg vertreten war,
besonders hervorgehoben seien. Dr. Ernst Stilz.
Maͤmnerchöre.
Verlag Karl Hochstein, Heidelberg.
Alfred Milarch: Die ungrischen Husaren (nit 2 Trompeten
und Pauken); Lied der Trommel (mit Flöte und
Trommel).
Walther Moldenhauer: O Deutschland hoch in Ehren.
Karl Fr. Fischer: Fughette mit Vor- und Nachgesang.
Walter Leib: Vier Stücke nach Volksliedern für 3stimmigen
Männerchor, op. 7.
Hugo Herrmann: 7? Gesellenlieder.
Rudolf Hoffmann: Heereszug für Männerchor mit Blas—
orchester oder Klavier.
Fmil Burgstaller: Dämmerweben.
Julius Gatter: Aufgang, op. 44, Nr. 2.
Karl Weimann: Der deutschen Jugend.
Karl Gritzbach: Neue Männerchöre in volkstümlicher Art.
Robert Pracht: Tageszeiten. Ein Zyklus von 4 Gesängen.
dudwig Gaber: Sonnenaufgang.
Paul Ottenheimer: Lieder und Balladen. a) Canossa;
b) Téméraire.
Eduard Nößler: Laß den Helden in deiner Seele nicht
sterben. Für Männerchor mit Begleitung von Blas—
instrumenten, Klavier oder Orgel.
dudwig Baumann: 2 Goethe-Lieder. (Liedessegen und
Schicksalstroß)
rllll Saar⸗Sänger-Bund 7
Jdl Seite 143
Verlag Gebr. Hug Co., Leipzig.
studolf Eisenmann: Drei stille Liedchen (Gefangen, Die
Mühle, Das Zeiselein).
RKudolf Haußner: Srei Lilien. (Mit Piccoloflöte, Klarinette
und Schlagzeug.)
zIm. Kammerer: Stromwandern.
dans Loesch: Glockenlied; Des Sängers Lied.
Lasimir Meister: Ein Weg durch Korn und roten Klee.
). A. Peter: Im Aufschaun.
Fwan Schönebaum: Meisterdank. (Mit Blas- oder Streich—
orchester.)
Fos. Butz: 4 Sönslieder, op. 25.
Valther Aeschbacher: Motette.
Frwin Lendvai: 3 Goethelieder, op. 70. (1. Vorspruch:
2. Umgekehrt; 3. Lied im Frühling.)
Wildts Musikverlag, Dortmund.
Karl Kämpf: Abendglocke, op. 82, Nr. 3: Sonntagmorgen
an der Mosel, op. 87.
Verlag Tonger, Köln.
Paul Lefman: Mahnung.
A. von Othegraven: Wohl heute noch und morgen, op. 76
Verlag Emil Grumert, Leipzig:
Ernst Seyffardt: Zutrunk.
Verlag F. E. C. Leuckart, Leipzig.
Erwin Lendvai: 5 Männerchöre, op. 59. (1. Empor:
2. Ausklang.)
Gemischte Chöre.
Verlag Karl Hochstein, Heidelberg.
Ziegfried Kuhn: 4 Lieder.
AUrmin Knab:? 3 gemischte Chöre. (J. Es fiel ein Reif;
A
das ist die kühle Nacht; 5. Der Schäfer putzte sich
zum Tanz.)
Verlag Gebr. Hug & Co., Leipzig.
Wilhelm Rettich: 2 Lieder, op. 16. (Advent; Feuerelement.)
Frauem chöre.
Verlag Gebr. Hug E Co., Leipzig.
Erwin Lendvai: 4 Goethelieder, op. 58. (Lob der Beständig—
keit; St. Nepomuks Vorabend; Im Vorübergehen:
Nachtigalls Wiederkehr.)
Bernhard Uhlig: 3 deutsche Volksweisen für zwei—- vder
dreistimmigen Männer- oder Frauenchor mit Instru—
menten.
Verlag Karl Hochstein, Heidelberg.
Ludwig Gaber: Neue Frauenchöre. (Ein altes Lied: Wiegenliedchen:
Ein gqeistlich Abendlied)
der hegarchor.
Wie verstehe und probe ich .In den Alnen“ 2. Forksetzung.
Die Aussprache. zehen. Er behält ihre Silbenbetonung bei. Und das micht
Jede Gesangsmusik besteht aus zwei Urelementen: aus illein. Um den Einklang zwischen Dichtung und Musik
DBWort und Ton. Eine sinuvolle Zusammenstellung »ollkommen zu machen, sormt er seine Melodie nach dem
don Worten ergibt Sätze, in der Reimkunst Verfe, eine Lersmaße und dessen Wortrhythmus. Die Arbeit. des
gefetzmäßige Zusammenftellung von Tönen führt zum donsetzers ist demnach in vorliegendem Falle eine schöp—
Tonfatz. der von rechts nach links gelesen, Melodie, von erisch-umdeutende, ein nach den engeren und, weiteren
ben nach unten gesehen, Härmonie enthält. Es gibt Ge- Gßesetzen der musikalischen Formaebund tätiges Vereinigen
sangstücke, bei denen die Musik zuerst vorhanden war, und 'on Wort und Ton.
die Dichtung nach ihr entstand. Bei Volksliedern und Da jede Gesangsmusik aus zwei Grundelementen, aus
Thorälen finden wir dies des öfteren. Doch handelt es Vort ümnd Ton besteht, ergibt sich für den Sänger und
ich hierbei um Ausnahmen. In der Regel ist die Dich— einen Lehrmeister von vornherein eine zweifache Auf—
tung das zuerst Da-Seiende, beim Kunstchor ist sie stets rabe: nämlich die Pflege des Wortes und die des Tones.
das Ursprüngliche. Nach ihr und ihr entsprechend macht st nun aber die Dichtung das Ursprüngliche, das „Pri—
der, Tonsetzet seine Muͤsik. Bei diesem „Musik-Machen“ näre“ in dieser Kunstgattung, so können wir nicht um—
oder Komponieren, wie das Fremdwort für die Tätigkeit din, sie als ein solches zu behandeln. Das heißt ins Ge—
des Setzens bzw. Zusammensetzens von Tönen heißt, ist siet der Gesangs- und Chorpraxis übertragen: Vor allem
lein höchstes Bestreben einmal, Grundton und Stimmung inderen ist das Wort, der Text, seine Aussprache, seine
der dichterischen Vorlage möglichst genau zu treffen, nach— deklamation zu pflegen! Das sieht zwar einfach aus, ist
zubilden, die Seele der Verse zur Seele der Musik werden ber durchaus schwieriger, als mancher Chormeister, be—
zu lassen. Gelingt ihm dies in mehr oder minder voll— onders, wenn er vom Instrument kommt, glauben mag.
endeter Weise, dann hat er schon viel erreicht. Davon ab— dort, wo von Hause aus kein reines, klares Hochdeutsch
gesehen wird er andrerseits bestrebt sein, auch in der sesprochen wird, scheitern die besten Bemühungen viel—
üußeren Form sich der dichterischen Vorlage anzupassen. ach an diesem Umstand. In der Umgegend von Essem ist
Finem naätürlichen Gesetz der musikalischen Wortwieder— nan da beispielsweise viel glücklicher dran als bei Lüne—
gabe, der sogenannten Deklamation, folgend, läßt er Hebun- durg oder im Westerwald. Es scheint uns beileibe keine
ren und Soenfunden der Dichtung in seine Musit üher⸗ 57chande zu sein die Mundart der Heimat zu svprechemn