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„Peters“ enthalten sind. Ernst Kreneks „Das Maidlein
vollt einen Freier han“ wirkte klangschön in seinem eben—
falls dreistimmigen Satz mit einer Flöte und Laute, die
nicht zu hören war, mir also überflüssig vorkam. Ein
schmissiges, humorvolles Stück ist „So geht es in Schnützel—
duütz, häusel“ von Leo Blech. „Ende gut, alles gut“,
zeißt es zwar, läßt sich hier aber nicht anwenden, denn
an den zwei Volksweisen in Bearbeitung von Jos. Dan-—
tonelld, dazu noch unrhythmisch vorgetragen, war wirklich
nicht viel dran. So ein Reißer mit Bum und Bum und
Dschindada wie „Wenns die Soldaten durch die Stadt
marschieren“ paßt auf eine Bauernkirmes, aber nicht in
die Nürnberger Sängerwoche.
Das 2. Konzert brachte alte und neue Liedkunst in
meist polyphoner Bearbeitung. Während Trenkner mit
seiner Komposition dem Romantiker Uhland gerecht
vird, wirkt Karl Kämpf mit der Bearbeitung des alt—
deutschen Liebesliedes „Der Liebe Weg“ ungemein anmutig.
Die Hatzfeldschen Sätze wirken denn doch etwas be—
cheiden. Theodor Huber-Andernach und A. Pichler
tielen durch ihre unpersönlichen und wenig ansprechenden
Vertonungen aus dem Rahmen. Interessanter waren zweifel—
os die 4 Madrigale aus dem 15. und 16. Jahrhundert
z»on Gregor Lange, L. Lechner, Regnart und A.
Rauch, die in ihrer klaren, prägnanten Tonsprache stark
esselten. Wir hörten dann noch von Leo Blech „Was
teiten itzt die ungrischen Husaren“ für zwei Stimmen
uind zwei Trompeten, ein frisches und temperamentvolles
Stück, von Herm. Durra „Die schwarze Laute“, ein
eigenartiges zartes Stück und von Joh. Händel Lied
der „Islandsfischer“ für 2 Oboen und 2 Fagotte mit roman—
tischem Wohlklang. Dann stellte sich eine Kuriosität 1.
Ranges vor, nämlich Fritz Reuters „km 21“ mit
einem häufig wiederkehrenden Motiv, das einem „nach—
äuft“. Den Höhepunkt des Konzertes bildete „Die Ge—
ellenwoche“, Variationen über ein altes Volkslied von
Paul Graener, ein Werk, das sich durch melodischen
Schwung und ausgefeilte Kontrapunktik auszeichnet, und
daher, gut einstudiert, stets erfolgsicher ist. „der Kuruzzen—
krieg“ von H. Wagner-Schönkirch war ein spektakel—
füchtiger Reißer, wurde mit großem Beifall aufgenommen.
Das 3. Konzert eröffnete die „Persische Motette“ von
Heinz Schubert, ein Werk, das anfänglich auf mich
zinen gewollten exotischen Eindruck machte, dessen Schluß
aber trotz schwierigster Polyphonie durch förmliche Klang—
zkstase versöhnte. Noch weniger eingänglich für an Der—
artiges nicht gewöhnte Ohren mag die Motette aus den
„5 Ernsten Gesängen“ von Hans Gal gewesen sein, was
sich neben Beifall durch starkes Zischen bemerkbar machte.
Jedenfalls doch die Tonsprache eines durchaus ernst—
trebenden, hochkultivierten Musikers. „Drei Elegische Ge—
änge“ von Erwin Lendvai, die feinsten Klanggemälde,
aus denen der alte Könner herausschaut, fanden großen
Beifall. Schade, daß Tempowillkürlichkeiten und Vortrags-—
absonderlichkeiten des Interpreten den famosen Eindruck
herabsetzten. Hans v. Vignaus „Drei volkstümliche
Lieder“ wollen und können als harmlose nette Sächelchen
passieren. Paul Graeners „Närrische Träume“ ist gut—
gekonnte Chormusik, die unstreitig durch gewissenhafteres
Beachten des Notenbildes noch gewonnen hätte. „Der arme
sunrad“ von Max Böhm war wahrhaft zu bedauern, daß
er sich die Begleitung der Landsknechttrommel gefallen
assen mußte. Solcher Geräuschmusik war man nachgerade
überdrüssig. Rudolf Bucks Balladen ließen doch zu sehr
den überwundenen Hegarstil erkennen, um begeistern zu
können. Besser gefiel mir die Ballade vom „Lindenschmied“
on Walter Rein mit ihrer beweglichen altertümlichen
Kontrapunktik und der originellen Klangentfaltung. Die
„Vier Lieder in kanonischer Weise“ von Paul Müller,
Zürich, sind hübsche Chöre, nicht sonderlich schwer, aber
slangvoll. Drei Eichendorffsche Lieder von Bruno Stür-—
mer ließen die Romantik wiederaufleben, aber eine Neu-.
Romantik, die bewußt auf verbrauchte Mittel verzichtet.
Trotz rhythmischer Ungenauigkeiten, die auf Kosten des
wenig taktfesten Dirigenten gingen, der reinste Klang—
zauber. Sehr beachtliche Kabinettstücke, nicht leicht ausführ—
har, von einheitlicher asketischer Architektur stellen die
ersten Sprüche „Vom Leben“ von Hans Gebhard dar.
Auf diese lebensverneinende schwere Koste mußten die 2
Thöre von Hans Heinrichs, von einem gewaltigen
Fhor vorogetrgen. mit ihrer vaterländischen Tendenz ge—
orperuuphh Saar⸗-Sänger-Bund III
rade wie eine Erlösung auf befangene Gemüter wirken,
o daß ein starker äußerer Erfolg einzuheimsen war.
Das 4. Konzert, geistliche Chormusik mit vorbildlicher
Programmgestaltung, brachte einleitend 2 Bearbeitungen
s. Werles, ein dreistimmiges „Benedictus“ von Orlando
di Lasso und das erschükternde „Pecciva“ von Cal⸗
Raeri, beides klangliche Kostbarkeiten. Einen der stärksten
Frfolge der ganzen Festwoche zeitigte der 126. Psalm
»on Paul Frankenburger, ein Werk von echter
ẽmpfindungsstärke mit groß ängelegten Steigerungen, das
iefe Ergriffenheit auslöste. Gléich künstlerisch hochstehend,
ur manchmal auf äußerliche Effekte ausgehend (Brumm—
timmen) ist „Meclia vila“, Motette für Männerchor, Tenor—
und Baritonsoso. Das „Requiem“ von Fritz 3schiegner
iel als etwas erfindungsarme Arbeit voll ermüdender
zänge ab. Das Schönste kam zum Schluß, nämlich die
reisgekrönte Messe für Männerchor, Soli und Orchester
»on Herm. Wunsch. Ein erhebender Abschluß! Das Werk
st so interessant und umfangreich, daß ein näheres Ein—
zjehen darauf einer späteren ausführlichen Besprechung vor—
ehalten bleiben muß.
Das 5. Konzert stand insofern in starkem Gegensatz zu
einen Vorgängern, als es vollständig frei von problem—
aften Chorwerken war, dafür aber manch leichte Gabe
ür leistungsschwächere Vereine bot. Wilhelm Rettich
zsat mit seinem im guten Sinn volkstümlichen „Requiem“
und dem 4- bis é6stimmigen festgefügten Glaubenslied,
»as allerdings nichts für einen kleinen Chor ist, die Chor—
teratur um zwei feine Stücke bereichert. Otto Siegls
Der stille Hof, ist ein Chor mit Bratschenbegleitung, der
n weichen Klangfarben schwelgt und schwärmerische Lieb—
aber finden wird. Aus dem Volksliederbuch für die Jugend
olgte nun „Innsbruck, ich muß dich lassen“ in einer inter—
ssanten Satzweise, in der die Isaagcsche Melodie in der 2.
ind 3. Stimme im Kanon erklingt. Das 3stimmige „Nun
in ich einmal frei' von Regnarkmachte einen schneidigen
zindruck. In den nun folgenden 3stimmigen Volksliedbearbei—
ingen („Das bucklige Männlein“ und „Es wollte sich ein—
chleichen“ zeigte der (ausgezischte) Hans Gal, daß er
uch für kleine Vereine reizvoll zu schreiben versteht. Eine
zlückliche Klangzusammenstellung demonstrierte J. Gatter
mn zwei 3stimmigen Männerchören mit Sopran und Horn.
ßon den 4 Stücken nach Volksliedern von W. Leib ge—
ielen wohl am besten das „Tema con Variazioni“ und der
zauerntanz. Die Bearbeitungen von A. Seifert wirken
nihrer Primitivität etwas stumpf. Ansprechender sind
Kuckuck“ von W. Rein, und das charakteristische Lands—
nechtslied von Ludw. Weber. Das „Soldatenlied“ von
Fritz Steineck wäre besser weggeblieben. Wertvoll sind
sie hübschen, nur zu zäahlreichen Strophenvarianten, die
). K. Schmidt in humorvoller Weise über die Melodie
Im Wald und auf der Heide“ geschrieben hat. Ein ori—
sinelles Stück „Die Nachtmusikanten“ hat H. Lang nach
braham a Santa Clara geschaffen. Nicht viel besagen die
Altdeutschen Lieder“ von F. W. Karl, deren liedertafel—
näßiger Charakter durch Trompete, Karinette und Schlag-—
eug vielleicht noch unterstrichen wird. Den Abgesang machen
»as „Unheimliche Ständchen“ und die schwierige „Fuge
»eim Wein“ von Karl Gerstbergeer, klanavolle und
virkungssichere Chöre.
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