Nr. 6 —DdD
u Saar⸗Sänger-Bund IIs“
Diese sechs Tänze sind deutlich in zwei Gruppen geteilt.
Ddie erste steht in As-Dur, die zweitke in B-Dur. Damit
hängt auch die ungewöhnliche Vorschreibung zusammen,
»en ersten Deutschen nicht nur nach dem zweiten, sondern
zuch nach dem dritten zu wiederholen, und analog den
»ierten nach dem fünften und nach dem sechsten. Die beiden
etzten Tänze sind ländlerisch gehalten; der sechste er—
nnert an das spätere Imprompfu Nr. 2 des Opus 142,
essen volksliederartige Weise so berühmt geworden ist. Im
janzen wirken diese Deutschen, auf uns wenigstens, schon
onzertmäßig: man möchte dabei eher träumen als tanzen.“
Wir fügen hinzu, daß die Sechs Deutschen Tänze —
str. 1 As-Dur), Nr. 2 (As-Dur), Nr. 1 da capo, Nr. 3
As-Dur), Nr. 1 da capo, Nr. 4 (B-Dur), Nr. 5 (B-Dur),
str. 4 da capo, Nr. 6 (B-Dur), Nr. 4 da capo — im Ver—
age Universal⸗-Edition erscheinen werden.
Möchte niemand fehlen, wenn Meister Hans
Vagner-Schönkirch den Taktstock hebt! Und
Ihr lieben Wiener nocheinmal:herzlich will—
sommen an der deutschen Saar!
Walther Stein.
IIh Seite 127
in Zseliz entstandene Werke hat Schubert nicht dort be—
lassen. Die Deutschen Tänze aber kamen mit den genannten
Autographen an Rosa Komtesse Festeties, die Nichte der
Mutter Karolinens, später verehelichte Gräfin Almasy. Sie
lebte seit etwa 1855 in Wien, wo ihr Gatte, Moritz Graf
Almasy, zuletzt Gouverneur der Bodenkreditanstalt war.
Aus dieser zweiten Ehe des Grafen stammten die Kom—
cressen Wilhelmine und Melanie, deren eine den Grafen
Albrecht Capello v. Wickenburg, die andere den Grafen
Andor Palffy v. Erdöd heiratete. Beide Töchter waren
nusikalisch, und Wilhelmine, die mit ihrem Gatten dich—
erischen Ruhm errang, ist hier wiederholt auch als Sän—
gerin aufgetreten. Die Komtessen scheinen die Handschrift
Schuberts um 1866 ihrem Musiklehrer verehrt zu haben.
In dessen Familie blieb sie unbeachtet liegen, bis sie 1930
Regierungsrat Wagner-Schönkirch fand. Durch Kreißles
Schubert-Biographie von 1865 (Seite 138) war die Iden—
iifizierung der signierten und datierten Reinschrift möglich.
Sie dürfte noch in Zseliz entstanden sein, das Schubert am
16. Oktober 1824 zum lektenmal verließ.
Robert Schumann-eGedenkkeier
aus Anlaß seines 75. Todestages an seinem Grabe auf dem alten Frieodhofe in Bonn.
Die Anregung zu dieser Gedächtnisfeier ging von dem der Redner am Schlusse, daß Schumanns Perjönlichkeit
Davbidsbündlerhaus „Florestan-⸗Eusebius“, den Nach- und seine Kunst weiterleben werden auch über das Leid
ommen Robert und Klara Schumann, 3. Z3t. Pagghenen tinserer Tage.
bei Pobecken, Ostpreußen, aus. In einem Briefe vom 20.
Juli bittet nämlich Alfred ——— der Sohn Fer—
dinand Schumanns, geboren am 10. Juli 1849 in Dresden,
den Bonner MGV. „Concordia“, dessen Mitglieder den
zerstorbenen Meister vor 75 Jahren zu Grabe trugen, und
erstmalig an der offenen Gruft sangen, dieses Tages zu
gedenken. „Wir danken Ihrem hochverehrten Verein herz—
ächst für alles, was er die Jahrzehnte hindurch erst dem
debenden, dann dem gestorbenen Robert Schumann, Liebes,
Butes und Ehrendes ermcgen hat. In Hochachtung: Da—
»idsbündlerhaus Alfred Schumann.“ Auf Grund dieses
Briefes hatte sich die „Concordia“ sofort mit der Stadt—
derwaltung in Verbindung gefetzt und dem Oberbürger—
meister mitgeteilt, daß sie dem brieflich ausgesprochenen
Wunsch des Davidsbündlerhauses sehr gerne entspreche. Die
Stadt Bonn hat daraufhin bereitwilligst ihre Mitwirkung
gesagt und zu der Feier eingeladen. Demzufolge fand
ziese Gedächtnisfeier am Mittwoch, den 29. Juli, 12. 15
ühr mittags, am Grabe Schumanns statt, auf dem präch—
tige Kränze seitens der Stadt und des Vereins Beethoven—
zaus niedergelegt waren. Eine große Menge war Zeuge
dieser Weihestunde und bei den Mitgliedern der „Con—
rordia“ stand jenes altehrwürdige Banner, das Robert
Schumann vor 75 Jahren zu Grabe geleitete.
Die „Coneordia“ sang unter ihrem Stabführer Prof.
Dr. Oberborbeck Schumanns „Der träumende See“
and gegen Schluß, von dem Bläserchor des Städtischen
Orchesters begleitet, „Bist du im Wald gewandelt“ aus
„Der Rose Pilgerfahrt“. Für die Stadt Bonn sprach Bei—
zeordneter Dr.. Meyer, für den Verein Beethovenhaus
Aniversitätsprofessor Dr. Schiedermair, der in kurzen
tnappen Worten den großen Romantiker Schumann ehrte.
Die eigentliche Weiherede hielt Professor Dr. Oberbor—
beck: Vor dem in reizvoller Buntheit leuchtenden Blumen—
beet, zu Füßen Schumanns und seiner geliebten Klara,
auf dem die Kränze der Stadt mit den Schleifen der
Stadtfarben und weiter die sinnige Gebe des Vereins
Beethovenhaus liegen, spricht Prof. Dr. Oberborbeck sinnige
Worte, die von tiefer Liebe zu Meister und Werk zeugen,
Worte, die Schumanns Perfönlichkeit und sein musika—
lisches Schaffen zeichnen, Worte, die auch dem zu Herzen
zehen müssen, der vielleicht von manchen Einzelzügen des
Bildes eine abweichende Vorstellung hat. Schumann ist
17 Jahre, als Beethoven stirbt und bei seinem Tode zählt
Brahms noch nicht 233 Jahre. Zwischen beiden vollzieht sich
seine Entwicklung. Schümanns Werke sind bezüglich ihrer
Wertgeltung nicht befristet. Die jugendliche Seele wird
ovn Schumann ebenso erfaßt, wie die des reifen Menschen.
Anerkennende Worte findet Redner für die, die ihm
Früsterin und Nneiferund war: Klslara Mif Recht hetont