hans Wagner- —„5chönkirch.
Meinem verehrten Ereunde in aufrichtiger Dankbarkeil!
Am Morgen des ersten Konzerttages der dies- Dirigent, als Mensch von echtem Schrot und Korn war
DBjährigen Nürnberger Sängerwoche besichtigten er uns längst Freund geworden.
Wagner-Schönkirch, Professor Artl und der Auch Wagners Wiege stand wie die so vieler Großen
Schreiber dieses unter der liebevollen Führung Bruno mm Reiche der Tonkunst im schlichten Schulhaus. Zu
Plonka's das Museum des DSB. im Katharinenbau, Schönkirchen, Niederösterreich, wird er als Sohn des
dessen unvergleichlicher Betreuer ja Plonka ist. Wir Oberlehrers Markus Wagner am 19. Dezember 1872
nachten hernach kurze Rast in der zugehörigen Gast- jeboren. Sein Vater ward ihm auch der erste musika—
stätte, allwo ein prächtiger Flügel steht. Ich trug Meister ische Führer. In dessen Fußstapfen treten später Pro—
Wagners Aktentasche, in fessor Haferl, Professor
der ein Heiligtum, die Heybal und Kapellmeister
von ihm aufgefundenen Mayr-Burgstein (Kontra—
Deutschen Tänze von punkt). In der Lehrer—
Franz Schubert bildungsanstalt zu Krems
varen. Just, da sonst nie— vorgebildet, wirkt er als
mand anwesend, und Lehrer in Stein an der
unseren Bitten gerne ent— Donau, betätigt sich aber
gegenkommend, spielte chon 1892 als Klavier—
Wagner zum erstenmal ehrer an seiner Aus—
bor „Publikum“ diesen bildungsanstalt, woselbst
neuen Schubert. Wie er auch Chormeister des
auchzte da unser Herz Besang-⸗ und Orchester—
auf, als wir die von Franz vereins ist. So hat man
Schubert für Klavier ge— von hoher Warte aus früh
schriebenen Deutschen für seine Musikbegabung
Tänze hörten, die zwar das richtige Tätiguugsschon
1824 entstanden, feld bestimmt. 1896 treffen
aber von dem Forscher wir ihn als Musiklehrer
Wagner im Beisein Dr. an der 8B.A. Budweis,
Bruggers erst am 7. No— und 1897 — ver⸗
ember 19830 bei Sichtung auscht er diesen Posten
des Nachlasses des Kom— wit dem gleichen in der
ponisten Hermann Grä— 2. B. A. zu Wien, ist also
dener aufgefunden wur— in die ansehnlichste Stel—
n ** lung nach jener Stadt be—
den und jetzt in der Uni—
2* rufen, wo Beethoven und
versal-Edition zu Wien Schubert e n
erscheinen und deren Be— virkten. 1907 wird er
arbeitung für Männerchor, zum Professor und 1928
gemischten Chor und zum Regierungsrat er—
Frauenchor im Herbste der nannt: vom Volksschul—
Deffentlichkeit übergeben ehrer zum Regierungsrar.
wird. 1898 ist er Chormäeister
Für uns hätte es wahrlich keine bessere Einführung des Wiener Männerchores und des Döblinger MGVB
in die Nürnberger Woche geben können: Schubert im 1901- 1906 Dirigent des Wiener Akademischen GV.,
Zenith seines Künstlertums und Wagner-Schönkirch, jeute Universitäts-⸗Sängerschaft „Ghibe linen“, 1906 bis
dessen gewissenhaftester, berufenster Interpret! Wäre 1910 des Wiener Schubertbundes, mit Adolf Kirchl.
in dieser Feierstunde doch unser Franzl Zeuge gewesen Ab 1900— 1910 ist er Bundeschormeister des Nieder—
Mir fiel beim Anhören ein Vers aus einer ssterreichischen Sängerbundes; gründet 1911 den Hester—
Schubertiäde ein, aus den „Mitteilungen“ des Wiener ceichischen Musikpädagogischen Verband und dessen
Schubert-Bundes, Juni/Juli 1931 Zeitschrift, 1912 den Wiener Lehrer-A-cappella-Chor,
Es ist, als käm' aus fernen Gründen leise, 10 die —— V
64 9 ie erste Kindersingschule in Wien und wir
nserer Sehnsuon vt o Wunsch entsprießt Bründer und erster Präsident des Chormeister-Ver—
gen heißer Not zerfließt, nde⸗ im Istmari Canderbund, Wi
Berschämt zu uns von einer langen Reise. andes im Ostmärkischen Sangerbund, Wien. 63
g Es war am 5. November 18898, als Adolf Kirchl
Ja, diese Schubertkinder kamen nach einer mehr als siehe Juli-Nummer im „Saar-Sängerbund'“) mit dem
hundertjiährigen Reise ans Licht der Welt! Und, so Wiener Schubertbund das Erstlingswerk des jungen
lernte ich Wagner-Schönkirch als Klavierspieler kennen, und bis dahin unbekanntenTonkünstlersWagner
holl ehrlicher Musizierfreudigkeit. Als Komponist, als zur Aufführung brachte und zwar mit einem Erfola.
Waaner⸗Schönkirch