Full text : 9.1931-1932 (0009)

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hohe Anforderungen an Sänger und Dirigenten. Spontan,
nach dem letzten Akte, setzte der Beifall ein, Sänger und
Ddirigent zur Wiederholung zwingend. Auch den Solisten
Frl. Federkeil und den Herren Bick, Kunkel, Lenz und
Brenner ein Gesamtlob. Die Kapelle Braun umrahmte
das Konzert mit Werken von Rich. Wagner, W. A. Mozart,
Schubert und Rossini. Sie wurden vortrefflich wiederge—
geben, wie auch das Orchester als Begleiter des „Arion“
holles Lob verdient. Es ist erkennbar, daß der Verein unter
—— * Chormeister einem neuen Aufstieg oniggen⸗
reitet!

15212247

oweiphllhh Saar⸗Sänger⸗Bundeunrenenn

5ppuu Seite 117

vollten. Unser Vorsitzender dankte für die Begrüßung
ind die gute Aufnahme und anlehnend an den Text des
Zaarsängerspruches versicherte er die Obersteiner und alle
Ztammesgenossen der treüdeutschen Gesinnung aller Saar—
änder und lud zugleich unsere Obersteiner Freunde ein—
ich noch in diesem Jahre an Ort und Ztelle zu über—
eugen. Zur Erinnerung überreichte er den Gastgebern
in Tischhanner. In der Folge wechselten nun Chöre und
ieder beider Vereine mit Solovorträgen unsorer beiden
bengenannten Künstlerinnen. Perlen edelsten deutschen
ßolks— und Kunstgesanges wurden mit Hingabe zu Gehör
ebracht. Der nächste Tag brachte die Besichtigung der
ẽdelsteinstaddt Idar. Wieder waren die Liederkränzler
insere Führer durch die Schleifereien und die Gewerbe—
alle. Die letztere besonders legte Zeugnis ab von dem
zewerbefleiß einheimischer Bürger. Vor den Vitrinen
amen unwillkürlich die Gedanken an das Märchen von
em Fuchs und den Trauben beim Anblick all dieser Herr—
schkeiten. Doch leichtbeschwingte Sängerseelen lösen sich
chnell von nicht Erceichbarem, „Was frag ich viel nach
ßeld und Gut .. .“. Der Nachmittag wurde geselligem
Beisammensein gewidmet, bis gegen 7 Uhr die Trennungs—
tunde schlug. Zum Abschied waren die Obersteiner in
zroßer Zahl am Bahnhof erschienen. Der Saarsängerspruch
zildete den letzten Gruß, und bald führte uns der Zug
den Heimatlichen Gefilden zu, die wir gegen 10 Uhr er—
reichten, hochbefriedigt ob der guten Aufnahme und Be—
treuung und in dem Bewußtsein, bald gleiches mit gleichem
in Bildstock vergelten zu können. Die schönen Tage werden
jedem Teilnehmer unvergessen bleiben.

Eine Sängerfahrt brachte die „Sängervereinigung 1929“
Bildstock an den Schloten der Saar-IndustrieOrte vorbei
durch das reizvolle, romantische Nahetal nach Oberstein
zum Besuche des M.G.V. „Liederkranz“ Am Bahnhof
zatten sich bereits unsere Gastgeber in stattlicher Anzahl
eingefunden und begrüßten uns mit dem „Rheinischen
Sängerspruch“ und dem Chor „Hymne an die Kunst“. Wir
dankten mit dem „Saar-Sängerspruch“ und dem Chor
„Vaterland“. Anläßlich des Deutschen Liedertages ver—
instaltete der Verein mit unserer Mitwirkung ein Vlak—

Gau 51. Wendel.
Der M.G.V. Alssassen-Buriten feierte sein 40jähriges
Bestehen in Anbetracht der allgemeinen Not in beschei—
denem, aber dennoch fsestlich-künstlerischem Rahmen. Näch—
tig erklangen beim Festgottesdienst in der neuen St. Anna—
irche „Lobe den Herrn“ von Kämpf, „Sanktus“ von Schu—
dert, „Heilig, heilig“ von Schubert, „Ave Maria“ von
Reynardt und Dürrners „Lebensregel“ Nach dem Gottes—
dienst gedachte der Verein unter zahlreicher Teilnahme
»er Bevölkerung am Kriegskreuz der Toten, insbesondere
einer im Kampfe ums Vaterland gefallenen 12 Mit-—
zliedern. Vorsitzender Peter Klos legte mit warmen Ge—
zächtnisworten einen Kranz nieder. Das „Soldatengrab“
»on Sonnet und das Lied vom guten Kameraden von
dayser gaben der kurzen Feier eine weihevolle Stimmung.
lbends fand im Gesellenhaussaale in St. Wendel die
igentliche Festfeier statt, an der die Brudervereine von
5f. Wendel mitwirkten. Die noch lebenden Mitbegründer
es Vereins im Jahre 1891, darunter der 83jährige 1. Vor—
itzende Peter Wagner und der erste Dirigent Peter
5chumacher waren der Einladung gefolgt; —* eine
attliche Anzahl Ehrengäste. Vom Bundesvorstand waren
zundesvorsizender Dr. Bongard und Geschäftsführer
tauchholz anwesend. Mehrere Glückwunschschreiben lagen
sor, darunter von Landrat Dr. Schmitt und Dechant
zeibges. Das Programm war durch die Mitwirkung von
Brudervereinen ziemlich reichhaltig. Mit dem „Weihe—
jed“ von Striegler mit Klavierbegleitung eröffnete der
zubilar den Festsabend. Einer kurzen Totengedächtnisrede
es Vorsitzenden folgte: „Ich hatt einen Kameraden“ und
Freiheit, die ich meine“ Die Begrüßungs- und Festrede
ielt der Vorsitzende. „Im Sange klar, im Worte wahr,
ei unsere Losung immerdar“, von diesem Wahlspruch der
zründer ausgehend, feierte er in begeisterten Worten den
Vert des Gesanges als Kulturfaktor und Mittler zur
leberbrückung von Gegensätzen. Er stellte ihn hin àals
jörderer des Idealismus und Bringer der Einigkeit. Dann
olgten die Chöre der Brudervereine, die alle ihr, Bestes
ergaben und den ungeteilten Beifall der Zuhörer fanden.
das Eisenbahner-Streichorchester zeigte in dem Andante
us der Symphonie mit dem Paukenschlag und dem Adagio
eus der 5. Symphonie von Haydn großes Können und
»as Minuetto aus dem EF-DurQuintett von Boccherini
»rachte ihm besonderen Beifall. Der Jubilar nahm die
zlückwünfsche der Brudervereine entgegen. Namens des
ßaues St. Wendel gratulierte der 2. Gauvorsitzende Berl;
erner der Gauchormeister Endres. Der 1. Bundesvor—
itzende sprach in der bei ihm gewohnten vortvrefflechen
Veise vom währen Idealismus und dem Geist unserer Zeit,
der allmählich einzusehen beginnt. daß es noch etwas

M.⸗G.⸗“V. Sängervereinigung 1929 Bildstock als Gast des
M.GWB Liederkranzx Oberstein

konzert. Sämtliche Darbietungen wurden von den zahl—
reichen Zuhörern beifällig aufgenommen. Die in Privat—
guartiere untergebrachten Bildstocker Sänger wurden als—
hald von den in jeder Beziehung um unser leibliches Wohl
ehr besorgten Gastgeber entführt und mit allem, was
Küche und Keller böoten, erquickt. Aber auch die übrigen
waren dank der Vorsorge unserer Obersteiner Freunde in
den einzelnen vorgesehenen Lokalen gut versorgt. Am
Spätnachmittag wurde den Sehenswürdigkeiten Obersteins
unter Führung unserer Obersteiner Freunde ein Besuch
abgestattet. Die Felsenkirche war der Hauptanziehungs—
dunkt. Wir sangen, nachdem die Besichtigung beendet war,
an der andachts- und weihevollen Stätte das „Sanctus“
aus der Deutschen Messe von Schubert. Der Eindruck war
erhebend für Sänger und Zuhörer. Altes und neues Schloß,
die wildromantischen Felsen gaben Anlaß zu historischen
Betrachtungen. Ein Massenchör „Vaterland“, von beiden
VBereinen gemeinsam gesungen, grüßte weithin deutsches
dand. Der Abend vereinigte beide Vereine zu einem
stommers in der geräumigen Athletenhalle, die bis auf
den letzten Platz besetzt war. M.G.V. „Liederkranz“ sang
eingangs den Rheinischen Sängerspruch und „Fruühlings—
hnung“ von Weber. Unsere einheimische Sopranistin
Frl. Helena Bormann, seit kurzem, mit Erfolg am Stadt—
cheater Saarbrücken tätig, stellte mit der „Butterfly“-Arie,
owie auch mit allen folgenden Vorträgen, auch vor dem
Obersteiner Publikum ihr uns längst bekanntes Künstler—
tkum unter Beweis. Frl. Irne Bleymehl war ihr eine
feinsinnige Begleiterin. Beide ernteten reichen und wohl—
bderdienten Beifall. Nach obiger Arie ergriff der Vorsitzende
des „Liederkranz“ das Wort zu einer kurzen Begrüßungs—
ansprache, in der er auf die Einigungsbestrebungen zwischen
Saar uünd Nahe, auf die Stammes- und Schicksalsverwandtschaft
 derselben hinwies. Vor allem begrüßte er es,
daß gerade am Deutschen Liedertag deutsche Saarsänger
an“ F Naobe daos doestsche Volkslied wit verherrlichen
            
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