Full text : 9.1931-1932 (0009)

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nahme, die die Sangesbrüder gefunden haben. Be—
geifternde Worte fand der Redner für die hohe Aufgabe,
zie den deutschen Sängern gestellt sei, innerhalb und
außerhalb der Reichsgrenzen, als Hütern unserer Mutter—
prache und Wegbereiktern wahrer Volksgemeinschaft. Seine
eindrucksvollen Worte über Wesen und Ziele des deutschen
Männergesangs, seine Mahnung zur Einigkeit, sein Weck—
ruf zum Gläuben an Deutschlands Zukunft und Größe
'anden begeisterten Widerhall. Der Vorsitzende des M.G.V.
Wittlich (der im nächsten Jahre auf ein 80jähriges Be—
sttehen zurückblicken kann) überreichte dem Bruderverein
einen Silberkranz. Nach dem imponierenden Festzug von
rund 80 Vereinen mit Fahnen und klingendem Spiel
durch die reichgeschmückten Straßen am Sonntag fand das
Bundessingen des Unterbundes Trier und des Sänger—
hzundes Wittlich, sowie das Ehrensingen aller übrigen
Vereine statt. Vorher hielten nochmals Ansprachen Vor—
sitzender Hüskes, Schulrat Grauvogel und Rektor Stein,
SZaarbrücken. Schulrat Grauvogel, der schon gelegentlich
der in Saarbrücken stattgehabten Musikwoche des Zentral—
Instituts für Erziehung und Unterricht dem Anschluß—
gedanken Ausdruck gegeben hatte, bekannte sich auch heute
vieder in begeisternden Worten für die sangesbrüderliche
Verbundenheit der Sänger von Mosel, Saar und Nahe,
und Bundesschriftführer Stein grifsf dieses Bekenntnis
dankbar und freudig auf mit ernster, begeistert erwiderter
Mahnung zu Einheit und Einigkeit. Eine besondere
Ehrung wurde dem Gründer des Männerquartetts, Jakob
diell (Ehrenvorsitzender und Ehrenchormeister), sowie vier
veiteren dem Verein seit Gründung angehörenden Mit—
gliedern zuteil. Am Montagabend fand das in allen
Teilen wohlgelungene Fest (es war ein echtes Volksfest)
einen Abschluß.

diebe und Treue zu Heimat und Vaterland gesprochen.
NRach Besuch der Stadt Koblenz erfolgte die Rückreise
tach der lieben Heimat.
Im vergangenen Jahre hatte die Konstantia ihr 50—
ähriges Jubelfest in besonders großzügiger Weise
80 Vereine als Teilnehmer) gefeiert. Auch der S.S.B.
»ntsandte zur Beglückwünschung den Bundesschriftführer
ind den Bundesschatzmeister. Weiterhin hat die Constantia
n diesem Jubeljahr der Gemeinde Konz zur Errichtung
ines Befreiungsdenkmals im Kaiserwäldchen eine herr—
iche Hindenburg-Plakette (Wert 450 M.) mit der In—
hrift: „Zur Erinnerung an die Befreiung der Rhein—
ande von fremdländischer Besatzung“ gestifket. Die Con—
tantia selbst hat ferner eine Stresemann-Plakette am
zelsen zur Granahöhe mit folgender Vereinswidmung
ingebracht: „Unserem Sangesbruder Dr. Stresemann als
Vegbereiter Rheinischer Freiheit in Dankbarkeit gewidmet
M. G. V. Constantia Konz“. Diese Plakette ist eine wunder—
»olle Ziselierarbeit unseres Sangesbruders Otto König,
der sich durch diese selbstlose Arbeit selbst ein Denkmal
esetzt hat. Die Granahöhe ist eine bedeutende historische
Zztätte, auf welcher im Jahre 1892 seitens der Gemeinde
donz ein Denkmal für General Grang zur Erinnerung
in die siegreiche Schlacht an der Konzer Brücke gegen die
Franzosen am 16. August 1675 errichtet wurde. Dieses
serrliche Fleckchen Erde, welches verwahrlost war, haben
irbeitslose Sänger der Constantia kostenlos unter Leitung
des Vorsitzenden Baurat Süß durch Anlegen neuer Wegé,
»urch Schaffung dreier prächtiger Terrassen, sowie durch
gärtnerischen Schmuck und Aufstellung eines Schlacht—
»lanes jener Zeit in einen würdigen Zuüstand gesetzt. Ein
janz besonderes Verdienst an dieser ehrenvollen Arbeit
saben die Sänger König, Trierweiler, Clemens und
zriedrich. Der heutige rege Besuch dieser historischen
ztätte bringt den Beweis, daß diese Arbeiten wirklich
ingebracht waren. Die Anlage dient heute als angenehmer
lusflugsort für Trier und Umgebung. Erfreulicherweise
verden auch heute die nötigen Erfrischungen oben am
denkmalspläatz geboten, so daß der Besuch allen Vereinen
iur empfohlen werden kann. In der Tat wird auch jetzt
chon seitens der Vereine reichlich hiervon Gebrauch ge—
nacht, denn die Terrassen bieten herrlichen Ausblick nach
der Stadt Trier und die umliegenden Dörfer an Saar
ind Mosel. Die Granahöhe ist in 20 Minuten vom
bahnhof Konz zu erreichen. Das Ganze liefert den Be—
veis, was Einigkeit im Verein zu leisten vermag. Möge
dieser Geist der Constantia Konz noch lange erhalten
bleiben!
Aus dem Nahegan.
Noch Vorbesprechungen und Gautagungen, die sich mit
tarker Mehrheit für die Wiederaufrichtung des Nahe—
Mosel-Saar-Sängerbundes aussprachen, kam es zu einer
»edeutsamen Tagung in Sobernheim, der M.G.V.
Liederkranz“ Sobernheim den recht erfreulichen künst—
erischen Rahmen gab. Bezirksvorsitzender Lehrer Nink,
Breitenheim, stellte unter allgemeiner Zustimmung fest,
»aß der Zusammenschluß der Mosel-, Saar- und Nahe—
ängerschaft nun vollzogen sei. Zweiter Bundesvorsitzender
ZzZeitungsverleger Buddenberg entwitkelte noch einmal, wie
»zu diesem Entschluß hat kommen müssen und gab
einer Freude Ausdruck, daß in diesem Entschluß alle Nahe—
änger, abgesehen von vier jetzt noch zum Hessischen
Zänagerbund strebenden FGreuznacher Vereinen. einio0o seien

Die Zeit des Deutschen Liedertages nutzte M.G.V.
„Coemstamtia“ Konz zu einer durch mehrjähriges Sparen
ermöglichten Sängersahrt, die zugleich eine Werbung für
das deutsche Lied bedeuten sollte. Unseren Mitgliedern
sollte hierbei Gelegenheit geboten werden, neben dem präch—
igen Nahetal und seinen Badeorten auch den herrlichen
Rhein mit seinen fsagenumwobenen Burgen kennen zu
lernen. Eine Rheingäufahrt ist doch ohne Zweifel eine
Reise ins Märchenland. Der wunderbare Rheingau, von
den Wellen des heiligen Rheinstroms umspült, ist un—
treitig die schönste Perle in der Länderkrone Deutschlands.
Zo ging denn unsere Fahrt mit 59 Personen über Türkis—
nühle durch das herrliche Nahetal zunächst nach Bad
streuznach, woselbst am Abend nach vorherigem Benehmen
nit der Kurverwaltung ein Konzert mit reichhaltiger Vor—
ragsfolge im Verein mit der Kurkapelle gegeben wurde.
Der starkbesutche Kurgarten bezeugte das Interesse für den
Männerchor und reicher Beifall lohnte Chormeister und
Sänger, die mit ernsten und heiteren Chören ihr Bestes
an die Vertretung unserer Sache setzte. Ueberaus sobend
Pprach sich die Presse über die Darbietungen des Vereins
aus. Der M.G. V. Kreuznacher Liedertafel hatte die Con—
tantig schon bei Ankunft am Bahnhof in herzlicher Weise
hegrüßt. Eine gemütliche Zusammenkunft nach dem
stonzert im Sängerheim der Kreuznacher Liedertafel knüpfte
und befestigte alsbald das Band guter Freundschaft. Eine
längere herrliche, mit Humor gewürzte Begrüßungsrede
des Vorsitzenden der Liedertafel Sanitätsrat Dr. Kremer
wurde durch eine gleich herzliche und erbauende Dankes—
rede des Vorsitzenden der Constantia Reg.-Baurat Süß
erwidert. Frohen Herzens wurde nach Besichtigung der
Schönheiten von Kreuznach und Münster a. St. die Fahrt
gach Bingen fortgesetzt. Am Nachmittag des Deutschen
diedertages fand am Nationaldenkmal eine Kundgebung
tatt, vei der unsere Lieder ebenso wie die entflammende
Rede des Vorsitzenden bei den zahlreichen Besuchern be—
geisterten Widerhall fanden. Nach gemütlichen Stunden
in Aßmannshausen und Bingen und nach Besuch der
Burg Klopp, woselbst einige Lieder gesungen und durch
den 2. Vorsitzenden Schimmels eine prächtige Dankesrede
auf den 1. Vorsitzenden gehalten wurde, die dieser in
herzlicher Weise erwiderte, erfolgte dann bei schönstem
Wetter die Dampferfahrt nach Koblenz. Sie wär mit
bielen Liedern umrahmt und hinterließ wunderbare Ein—
drücke bei Fahrgästen und Sängern. In Koblenz fand
oor Besichtigung der Stadt einq Kundgebung am „Deut—
ichen Eck“ statt. Auch dort wurden einige herrliche Lieder
rwesungen und durch den Vorsißtendon worme MWoöorfe von

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