Full text : 9.1931-1932 (0009)

sRr. 5 17*

lll Saar⸗Sänger-Bund

h Seite 103
daß die obengenannte Jugendgruppe in wenigen Singe—
tunden, meist jauf Wanderfahrt oder im Lieder⸗ und Nest—
ibend, sich diese 10 oder 12 Lieder zu eigen gemacht hat,
illerdings hat die ordnende Hand musikliebender uͤnd
nusikverständiger älterer Sangesfreunde der Gruppe die
Lortragsfolge gesichtet. Die Auswahl der Lieder in der
»erben Art ließ unbedingt auf einen beabsichtigten Lied—
»ffekt schließen.
Dieser Jugend hatte man ihrem musikalischen Wollen
einerlei beengende Schranken gesetzt, sie konnte sich selb—
tändig auswirken und hemmungaslos in jugendlichem Froh—
inn geben. Neuter.

Kraft. Ich lasse diese Aufsicht gelten in einem Knabem—
chor und gestehe, daß hier schon viel für unsere Sänger—
sache gewonnen wurde. Aber das dauert allerhöchstens
his zum 16. Lebensjahr, dann kommt der Stimmbruch, in
velcher Zeit die jugendlichen Kehlen sich schwer in diese
oder jene Stimmform einpressen läßt. Hier dürfte viel—
leicht der einstimmige Chorgesang das erstrebenswerte Ziel
sein. Der Musikpädagoge und auch vielleicht der Arzt
verden hier Einwände machen wollen und auch können.
Es soll jedoch mein Ziel sein, auf Grund der gemachten
obengenannten Erfahrung auf das Seelenleben unserer
Zängerfsugend hinzuweisen. Ich habe mir erzählen lassen,

Das musikalische Alphabet.
5. Rhythmus.

(Fortsetzung.)

Abeber den Takt, d. h. die Zeiteinteilung haben wir
Dgenug gesprochen, es bleibt noch der Rhythmus
übrig. Takt und Rhythmus werden allzu häufig durch—
einander geworfen. Takt ist Zeiteinteilung, Rhyth—
mus Zeitverteilung, d. h. die Einordnung der ein—
zelnen Noten mit ihren verschiedenen Werten in den Takt.
Ein Beispiel mache den Unterschied klar: Das Lied „Glück—
auf, der Steiger kommt“ und „Ich hatt' einen Kameraden“
saben denselben Takt, nämlich .Takt, aber verschiedenen
Rhythmus, wie Beispiel 1 zeigt. Ersteres Lied hat im
Anfang zweimal hintereinander den im Beispiel 1 ange—
Beisp. 1
V. 9 ol ⸗
Gluck auf, GIuok auf
der Ste ger Kommt

— 4—

— 2——
— — 7*

—

7D7—7——6

—
—
22 * 2 7 2 3 22 3

* — 37* —
⸗ C — — —
— —
—— — ——
3 23 23 723 2
Beisp. * v
—

55
— —
Ich hat e I/n oan Ra-vme - ra- dan?

—16

Beisp. 2.

3 9 J

77.

gebenen Rhtyhmus, später aber den aus Beispiel 2. Der
Rhythmus beruht also auf dem Wechsel von Noten ver—
schiedener Dauer Wir wissen nun, eine ganze Note
—8ð8 hat vier Zähler oder Schläge, 4
die halbe Note —* zwei,
die Viertelnote ( ) einen. Auf einen Schlag
fallen zwei Achtelnoten oder vier Sechzehntelnoten. Um
rasch vom Blatt rhythmisch ablesen zu lernen, gebe ich
in Beispiel 3 eine Reihe von für den Anfang nötigen
Uebungen. Für die Ausführung dieser und aller späteren
rhythmischen Uebungen schlage ich folgendes vor:
i. Alle zählen (die Zähler oder Schläge) und klatschen
(die angeschriebenen Noten).
Ein Teil taktiert, die andere Hälfte zählt und
klatscht.
Die eine Hälfte singt auf einen Ton und auf dicÿh
Silbe ta oder so, die andere zählt und taktiert
4. Alle taktieren und singen.
Beispiel 3b gibt rhythmische Uebungen, denen melodisch
die Tonleiter zugrunde liegt. (Erstes Vomblattsingenh
Wenn es nicht gleich klappt, zunächst auf einen Ton singen,
auf alle Fälle aber auch beim Singen taktieren!
Der 34-Takt, der bekanntlich 3 Zähler hat, füllt eine
halbe Note von zwei Zählern nicht aus. Eine ganze Note
Nt zinen Zähler zu viel. Man hilft sich auf zweierlen
Weise

—

—

2 —A

7 77 727

——

.. 772332 33 2 27

1. Indem man durch einen Bogen anzeigt, daß die
zweite Note stumm ist

14
(0o ⸗ Der Rindebogen bei
2 gleichen Noten verlängert also die erste Note um diez
Wert der zweiten Note. (Der Bindebogen bei 2 verschie—
denen Noten ist dagegen eine Vortragsbezeichnung; die
zeiden Töne gleiten in einander über, werden gebunden,
auf eine Silbe gesungen.)

2. Durch einen Punkt hinter der Note 0
Der Punkt macht also in unserm Falle aqus einer Nwei—
            
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