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*sl Saar⸗Sänger-Bund
Ppeer vee. ittphh Nr. *
imgeworfenen Quader jene Goethe'schen Verse geschrieben
tehen:
Solange der Tüchtige lebt und thut,
Möchten sie ihn gern steinigen,
Ist er hinterher aber tot,
Bleich sammeln sie große Spenden
Zu Ehren seiner Lebensnot
Fin Denkmal zu vollenden.
Doch ihren Vorteil sollte dann
Die Menge wohl ermessen,
Gescheiter wärs, den guten Mann
Auch immerdar vergessen.
Monument für Beethoven. Das Mausoleum
zukünftigen Andenkens steht schon leibhaftig vor mir: ein
leidlich hoher Quader, eine Lyra darauf mit Geburts—
n Stecbejahr, darüber der Himmel und daneben einige
Bäume.
Ein griechischer Bildhauer, angegangen um einen Plan
zu eincm Denkmal für Alexander, schlug vor, den Berg
Athos zu seiner Statue auszuhauen, die in der einen
Hand eine Stadt in die Luft hinaushielte; der Mann ward
ür toll erklärt, wahrhaftig! er ist es weniger, als die
deutschen Pfennigsubstkriptibnen. Glücklicher Imperator
Napoleon, der du weit da draußen im Ozean schläfst, daß
wir Deutschen für die Schlachten, die du uns abgenommen
und mit uns gewonnen, dich nicht mit einem Denkmal ver—
folgen können; auch würdest du aus dem Grabe steigen
mit der strahlenden Rolle „Marengo, Paris, Alpenüber—
zang, Simplon“, und das Mausoleum bräche ja zwergig
zusammen! Deine D-Moll-Symphonie aber, Beethoven, und
alle deine hohen Lieder des Schmerzes und der Freude
dünken uns noch nicht groß genug, dir kein Denkmal zu
setzen, und du entgehst unsrer Anerkennung keineswegs!
Eines Abends ging ich nach dem Leipziger Kirchhof,
»ie Ruhestätte eines Großen aufzusuchen: vlele Stunden
ang forschte ich kreuz and quer, — ich fand kein „J. S.
Bach“ .. und als ich den Totengräber darum fragte,
chüttelte er über die Obsurdität des Mannes den Kopf uünd
neinte: „Bachs gäb' es viele“. Auf dem Heimweg nun
agte ich zu mir: wie dichterisch waltet hier der Zufall!
Damit wir des vergänglichen Staubes nicht denten sollen,
damit kein Bild des gemeinen Todes aufkomme, hat er
die Asche nach allen Gegenden verweht, und so will ich
mir ihn denn auch immer aufrecht an der Orgel sitzend
denken im vornehmsten Staat und unter ihm brauset das
Werk, und die Gemeinde sieht andächtig hinauf und viel—
eicht auch die Engel herunter.
Wenn Fruchtbarkeit ein Hauptmerkmal des Genies ist,
so gehört Franz Schubert zu den größten. Nicht viel
über 39 Jahre alt geworden, hat er zum Erstaunen viel
geschrieben, von dem vielleicht erst die Hälfte gedruckt ist,
ein Teil noch der Veröffentlichung entgegensieht, ein bei
weitem größerer aber waährscheinlich nie oder nach langer
Zeit erst ins Publikum kommen wird. Aus der ersten
Rubrik haben sich wohl seine Lieder am schnellsten und
weitesten verbreitet, er hätte nach und näch wohl die
zanze deutsche Literatur in Musik umgesetzt, und wenn
Telemann verlangt: „ein ordentlicher Komponist müsse
den Thorzettel komponieren können,“ so hätte er an
Schubert seinen Mann gefunden. Wo er hinfühlte, quoll
Muüusik hervor: Aeschylus, Klopstock, so spröde zur Kom—
oosition, gaben nach unter seinen Händen, wie er den
eichteren Weisen W. Müllers u. a. ihre tiefsten Seiten
ibgewonnen. Dann sind es eine Menge Instrumentalsachen
u allen Formen und Arten: Trios, Quaäartetten, Sonaten,
Rorndos, Tänze, Variationen, zwei- und vierhändig, groß
ind klein, der wunderlichsten Dinge voll, wie der seltensten
z„chönheiten; die Zeitschrift hat sie an verschiedenen Orten
senauer charakterisiert. Von den Werken, die noch der
Leröffentlichung entgegensehen, werden uns Messen, Quar—
ette, eine große Anzahl Lieder u. a. genannt. In die
etzte Rubrik fallen endlich seine größeren Kompositionen,
nehrere Opern, große Kirchenstücke, viele Symphonien,
Zuvertüren u. a., die im Besitz der Erben geblieben sind
Klaxra Schumann—
Seh' ich es dir doch an, Euseb, wie dich meine Worte
iärgern, und, wie du dich vor lauter Seelengüte zu einer
Statue in einem Carlsbader „Sprudel“ versteinern ließest,
väre damit dem Komitee gedient. Trag' ich denn nicht
auch den Schmerz in mir, Beethoven nie gesehen, die bren—
nende Stirn nie in seine Hand gedrückt zu haben, und
eine große Spanne meines Lebens wollte ich darum hin—
geben‚ Ich gehe langsam zum Schwarzspanierhanse
ser. 200, die Treppen hinauf: atemlos ift alles um mich,
ch trete in sein Zimmer: er richtet sich auf, ein Löwe, die
Krone auf dem Haupt, einen Splitter in der Tatze. Er
pricht von seinen Leiden. In derselben Minute wandeln
ausend Entzückte unter den Tempelsäulen seiner C-Moll—
Symphonie. Aber die Wände möchten auseinanderfallen,;
es verlangt ihn hinaus: er klagt, wie man ihn so allein
ließe, sich wenig um ihn kümmere. In diesem Moment
ruhen die Bässe auf jenem tiefsten Ton im Scherzo der
Symphonie „kein Odemzug“, an einem Haarseil über einer
unergründlichen Tiefe hängen die tausend Herzen, und
nun reißt es, und die Herrlichkeit der höchften Dinge baut
sich Regenbogen über Regenbogen aneinander auf. Wir
aber rennen durch die Straße: Niemand, der ihn kannte,
der ihn grüßte. Die letzten Akkorde der Symphonie dröhnen,
das Publikum reibt sich in die Hände, der Vhilifter ruft
begeistert: „das ist währe Mussk“. Also seiert ihr ihn
m Leben: kein Begleiter, keine Begleiterin bot sich ihm an:
nn einem schmerzlicheren Sinn starb er, wie Napoleon, ohne
ein Kind am Herzen zu haben, in der Einöde einer
großen Stadt. Setzt ihm denn ein Denkmal,— vielleicht
verdient er'ss dann ahßer müchtäan aines Jos auff eineæt,
„Es hat gefallen“ oder „Es hat nicht gefallen“
agen die Leutfe. Als ob es nichts Höheres gäbe. als den
Leuten zu gefallen
Man ivpricht so oft von Verderbtheit des Pu—
lickums; wer hat es denn verdorben? Ihr, die Kom—
onisten-Virtuosen. Ich wüßte kein Beispiel. daß ein
Publikum bei einem Beethovenschen Konzert ie einde
chlafen wäre
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Licht senden in die Tiefe des menschlichen Herzens
des Künstlers Beruf—
Bäildung. Wer in der Literatur nicht das Bedeu—
tendste der neuen Erscheinungen kennt, gilt für unge
hildet. In der Musik sollten wir auch so weit sein
Spiele immer, als hörte dir ein Meister zu.
Spiele, wenn du älter wirst, nichts Modisches. Die Zeit
ist kostbar. Man müßte hundert Menschenleben haben,
wenn man nur alles Gute,. mas da ist. kennenlornen wolfste
*
Mit, Süßigkeitten, Back- und Zuckerwerk zieht man
ine Findoer AAr esunde Monscheon mi,e 644