Full text : 9.1931-1932 (0009)

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nsshll Saar⸗Sänger⸗Bund II

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unbedingt verpflichtet ist, ebenfalls den Kopf hängen
zu lassen? Jeder Sänger, jeder Verein, der einige
Mitglieder verloren hat, aber auch jeder Verein, der
keine Verluste erlitten hat, malt die Zukunft grau
in grau. Hören Sie nicht überall sagen, man könne
sich doch bei dieser ungewissen Lage nicht für das
Deutsche Sängerbundesfest in Frankfurt a. M. 1932
nelden? Einer macht dem andern Angst, bis das
zanze deutsche Volk nur noch aus Schwarzsehern und
Miesemachern besteht, von denen jeder sich hütet, zu
gestehen, daß es gerade
ihm gar nicht so schlecht
geht. Aber das soll ja
keiner erfahren! Wir
sehen klar, daß Deutsch—
land krank ist, daß die
Fieberkurve politischer
Gedankenverwirrung
noch immer steigt, daß
das seelische und wirt—
schaftliche Problem der
Arbeitslosigkeit den Ge—
sundungsprozeß hemmt.
Hat man aber jemals
durch Jammern und
Wehklagen einen Kran—
ken wieder gesund ge—
macht? Der Pessimis—
mus hilft keinem der
Arbeitslosen in unseren
Vereinen wieder zur
Beschäftigung. Es ist
seicht, die Hände in den
Schoß zu legen, alles
laufen zu lassen, wie
es will, und die Schuld
für die mangelnde
Tatkraft und Zuver—
sicht auf die Not
der Zeit zu schieben.
Sangesbrüder, wir wol—
len diesem Feind ins
Auge sehen und nach
unseren Kräften an der
Milderung der Not
mitarbeiten, aber wir
vollen sie nicht immer
und immer wieder im
Munde führen.
Der Sudetendeutsche
hans Watzlik hat kürzlich in einer packenden Dichtung
einen aufrechten deutschen Pfarrer aus dem dreißig—
jährigen Krieg geschildert, wie er im Bayerischen Wald
ob der schauervollen Stunden, die dem deutschen Boden

den Menschen und den Seelen geschlagen wurden, in
den erschütternden Schrei ausbricht: „O, du armes,
elendes, zerrissenes, zerschundenes, zerfetztes und zer—
metzgertes Deutschland!“ Aber dieser Pfarrer aus dem
Baherischen Wald hat eine starke Seele und eine nicht
zu brechende Zuversicht. In der Not und in dem
Elend seiner Tage betet er, ringt er, glaubt er
hoffend und arbeitet er unermüdlich in dem einen
Gedanken: Deutschland wird nicht untergehen!
Und Deutschland, liebe Sangesbrüder, ist nicht
untergegangen. Auch
wir werden aus den
Niederungen von heute
wieder den Weg zur
Höhe finden. Un—⸗
sere Sangessache darf
durch die Miesemacher
und Schwarzseher nicht
zurückgeworfen werden
Die Musik, das Lied,
der Männergesang sind
berufen, an der Gesun—
dung der Seelen mitzu—
wirken, sie sind wie
heilsame Kräuter für
das kranuke Herz des
deutschen Volkes.
Darum kommt Ihr
Sänger aus der Stadi
und vom Lande, die
Ihr Bauern oder An—
gestellte, Fudustriearbei—
ter oder Beamte, Berg⸗
leute oder Handwerker
seid, fommt zum
Bundestag nach Saar—
brücken, werft alle
Gegensätze politischer,
religiöser, gewerkschaftlicher,
 weltanschaulicher
Art hinter Euch, kommt
voller Glauben und
Zuversicht an unsere
Sache und pflanzt über
dem Bundestag die
Fahne auf:
dem deutschen Kopf

Phot. Max Wentz, Saarbrücken

„Der deutschen Zwietracht,
hängertum mitten ins Herz!“

Oberregierungsrat H. Jacrckei,
Gauvorsißkender des Gaues Saarbrücken

Regers Variationen
lür 2 Klaviere über ein Thema von Beethoven (on. 8o). — Zur Aufführung anläßzlich des Bundestags
Ge st vielleicht nichts schwerer, als in ein Reger- Bahnen, und oft genügt selbst die platischste Gestal—
Dsches Werk einzuführen, ohne den lebendigen tungskraft des musizierenden Interpreten nicht, es
Kontakt, ohne die zwingende Macht des gehörten Bei. dem Zuhörer verständlich zu machen.
spiels. Denn kaum eines anderen Komponisten Schaffen Zunächst: Was ist eine Variation? Kurz gesagt
bewegt sich in so komplizierten und fein veräftelten Die musikalische Veränderung, Abwandlung einer vor
            
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