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Und diese Erwartungen sollten nicht getäuscht wer—
den. Das bewiesen gleich die fünf gewissenhaft vor—
hereiteten und im ganzen trefflich durchgeführten Festkonzerte,
aus deren Programmen der Geist sprach,
der die künstlerische Arbeit des Saar-Sänger-Bundes
durchweht: im Städtischen Saalbau die Darbietung
von Männerchören großen Formats unter
dem Stabe von Adolf Groß und Gustav Ballhaus, das
zweite als Stilkonzert im Coronasaal mit ge—
mischten Chören des Kammerchores unter Bundeschor—
meister Schrimpf, dreistimmigen Männerchören und
einem violinbegleiteten Chor unter Albert Bastian,
das dritte im Städtischen Saalbau, dem Volkslied
gewidmet unter der Direktion der Chormeister Georg
Wilker, Johann Reinert und Ludwig Jank, das vierte,
der geisthlichen Musik gewidmet, in der unteren
xiuslllhll Saar⸗Sänger-Bund e
»autshhh Seite 838
gebiet zu dieser gewaltigen Heerschau herzugeströmt
wvaren! Außerordentliches verdankt der Bund dem
Branddirektor Emmerich, Neunkirchen, der mit seiner
trefflich disziplinierten, sicher, zielbewußt und doch
iberaus liebenswürdig arbeitenden Feuerwehr den
Festzug organisiert hatte. Diefe reibungslose Durch—
ührung war ein Meisterstück! Aber auch die Sänger
»erdienen volles Lob für die ausgezeichnete Haltung
m Festzug. Man merkte gleich, daß es sich hier um
Männer handelte, die wissen, was sie wollen und
vas sie dem Ansehen des Bundes und dem Ansehen
der deutschen Kunst schuldig sind! Mehrere Kapellen,
die ihre Aufgabe vortrefflich lösten, waren in dem
nehrere Kilometer langen Zug verteilt, und vor jedem
Bau rauschte ein Wald von Fahnen. Viele Tausende
hildeten Spalier oder grüßten den Zug aus Fenstern
Der D.S.⸗“B.⸗Wagen im Festzug.
ev. Kirche mit Arno Landmann an der Orgel und
Chormeister Joseph Rhein als Leiter, und endlich als
fünftes Konzert die Aufführung von Beethovens IX.
Sinfonie unter Generalmusikdirektor Lederer. In
diesem von Bundeschormeister Schrimpf und seinem
Musikausschuß sachkundig und feinsinnig zusammen—
gestellten Programm war gleichzeitig die ganze künst—
lerische Arbeit des Bundes durch erlesene Proben um—
rissen: der drei- und vierstimmige A-cappella-Männer-—
chor und der instrumental- und orchesterbegleitete
Männerchor, der gemischte Chor, die Sinfonie, alte,
klassische und moderne Meister, Volkslied und Kunst—
gesang, geistliche und weltliche Musik. Ein großes Be—
dauern nur war allgemein, daß die beschränkten Räum—
lichkeliten es verhinderten, daß nicht alle die lieben
Sangesbrüder, die sich zum Besuch dieser Konzerte
gemeldet hatten, Karten erhalten konnten. Wahrlich
schade! Denn hier war Gelegenheit, in vielfacher Hin—
sicht Wertvolles und Vorbildliches zu hören!
Die Stadt Neunkirchen wird wohl kaum je einen
Festzug von solchen Ausmaßen erlebt haben: 14000
Zänger. die in 143 Sonderzüden aus dem ganzen Saar—
F. Scheidhauer. Wellesweiler
und von Balkonen und warfen Blumen unter die auf—
marschierenden Sänger.
Nun langte der Festzug auf den freundlichst zur
Verfügung gestellten Borussia-Turn- und Spielplätzen
an, die aufs festlichste hergerichtet waren. Den Auf—
takt der Kundgebung gab Bundeschormeister
Schrimpf mit einem Massenchor von 14000 Sängern:
„Und hörst du das mächtige Klingen“, von A. E.
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