Seite 82 IIIIre. hJ Saar⸗Sänger⸗Bund IIIsuen
unter dem Stabe von Chormeister Matthias Beck und
der A-cappella-Männerchor „Du deutsches Lied“ von
Max Wiedemann unter der Stabführung von Chor—
meister Joseph Rhein aufs beste ein. Den Reigen der
Ansprachen eröffnete Gauvorsitzender Kreisschulrat
Steeg, Neunkirchen, mit herzlichem Dank an Vertre—
tung und Bürgerschaft der gastlichen Stadt und
frohem Willkommsgruß an alle Gäste aus nah und
fern, ganz besonders an den jubelnd begrüßten Prä—
sidenten des Deutschen Sängerbundes Rechtsanwalt
Fr. List, Berlin. Stadtbürgermeister Dr. Blank, Neun—
kirchen, überbrachte Gruß und Glückwunsch von Stadt
und Bürgerschaft. Klar stellte er heraus, daß dieses
Fest doch nicht nur unser Fest ist, daß unser ganzes
Volk und Vaterland daran Anteil hat. Sinnlich faßbar
träte es morgen in Erscheinung, wenn die Aether—
vellen die Massenchöre deutscher Lieder durch alle
—V
etzt allen „Miesmachern“ und „Schwierigkeitsschnüff—
ern“ zum Trotz es gewagt haben, zu dieser gewaltigen
deerschau deutscher Sänger arbeitsfroh und lied—
zegeistert die Hand zu reichen. Diesen wackern Sanges—
hrüdern wird auch das höchste künstlerische Ziel des
Bundes erreichbar: durch das deutsche Lied sich den
Weg zu ebnen zum Verständnis der ganzen deutschen
dunst! Mit lautem Jubel wurde der Präsident des
deutschen Sängerbundes Fr. List begrüßt, der in
varmen Worten dem herzlichsten Danke Ausdruck gab
ür die freundliche Einladung und den überwältigen—
»en Empfang! Rückblickend auf die einzigartige herz—
zewegliche Kundgebung der deutschen Sängerschaft aller
Zonen in Wien sei es ihm eine besondere Freude, nun
dieses saarländische Bundesfest mitfeiern zu dürfen,
das von dem gleichen hohen vaterländischen Schwung
heseelt sei, wie jenes große Bundesfest und sich aufs
Die Spitze des Festzuges mit dem S.S.B.⸗Wage
deutschen Gaue tragen werden. Nicht wolle er deshalb
hier sprechen von unserer Stadt, ihrer Art, ihren
MNenschen, ihrer Not. Ueber dem engen örtlichen Geist
ichwebe in diesen Tagen der hohe Geist deutscher
Kultur- und Gesinnungsverbundenheit im Zeichen des
deutschen Liedes, des deutschen Liedes, das hier wie
überall eine traute Heimstatt hat, wo gerade Menschen
ihre geraden Wege gehen. In diesem Sinne entbot er
der Festversammlung den heimatlichen Arbeitsgruß
„Glück auf!“ Bundesvorsitzender Stadtschulrat Bon—
gard wiederholte namens des Bundes ebenso herzlich
Dank und Gruß und zeichnete in markanten Strichen
die Kulturmission des deutschen Liedes, der deutschen
Kunst: Der freisten Mutter freie Söhne, schwingt euch
mit festem Angesicht zum Strahlensitz der höchsten
Schöne, um andre Kronen buhlet nicht! Des Redners
größte Freude sei es gewesen, daß er während seiner
Tätigkeit im S.S.B. unter den Arbeitern und kleinen
Angestellten so viele prachtvolle, unverbildete, auf—
nahmefähige und aufnahmefreudige Menschen gefunden
zabe, die von Herrlichkeit und Macht des deutschen
Männerdgesang tiefinnersichst durchdrungen soien und
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Phot. M. Wenstz, Saarbrücken.
refflichste durch seine künstlerische Linie auszeichne. Er
visse seit langem, was der Deutsche Sänger-Bund am
Saar-⸗Sänger-Bund habe, wie hier von jeher organi—
atorisch und künstlerisch zielsicher und verantwortungs—
zewußt gearbeitet sei. Der Saar-Sänger-Bund stehe
vorbildlich für die deutsche Sängerschaft da! Er sei
vahrhaft ein Bund für das Volk, um durch die deutsche
tunst dem Volk zu dienen, es innerlich zu läutern
ind zu erheben. Und in erhöhtem Maße seien in ihm
n der Not der Zeit kraftvoll die Brücken geschlagen
vorden über alle parteilichen, konfessionellen und
ozialen Schranken hinweg zu echter Sangesbruder—
chaft! Begeistert nahm die Festversammlung nun die
srüße und Glückwünsche des Pfälzischen Sängerbundes
durch Dr. Gompf, des Rheinischen durch Dr. Derichs, des
Ddanziger und des Fränkischen Sängerbundes durch
Musikdirektor Binder, dann eine gewaltige Zahl tele—
graphisch und schriftlich eingegangener Kundgebungen,
die der Bundesschriftführer des S. S. B. zur Verlesung
hrachte, entgegen! So verlief der Festvorabend harmo—
tisch und würdig in jener gehobenen Stimmunag, die
iir den Festtaa das Hächste orwortfen fietß