Full text : 7.1929-1930 (0007)

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Ahttthz/ Nr. 8

Die Sängervereinigung „Cäeilia“ Geislantern ernannte
schön 1925 den Sängerveteran Nikolaus Klingler zum
Fhrenvorsitzenden. 1864 wurde er als eines Postschaffners
Sohn in Wittlich geboren. Noch nicht 15 Jahre alt, trat
er als Schuhmacherlehrling in die Sänger-Abteilung des
Kath. Gesellenvereins. Auf seiner ersten Stelle als Geselle
in Trier trat ex dem M.«Gi⸗V. St. Matthias bei, dem er
bis 1883 angehörte. Dann kam er nach Merzig und wurde
hier Mitglied des M.G.-V. Merzig. Darauf trat der junge
Sänger ins Heer ein und hatte hier besonders Gelegenheit,
das deutsche Volkslied kennenzulernen und zu pflegen. In

von Halberstadt“ von Ed. Aug. Grell. Bei dem Vortrag von
Fräulein Schwind fällt es schwer, einzelne Stücke heraus—
ugreifen, sie gefielen alle gleich gut; sie mußte noch eine
Zugabe geben. Die Geislauterner Bürger danken es dem
rührigen Chorleiter Rektor Reinert, daß er sich der großen
Müͤhe unterzogen hat, hier etwas gutes zu geben.
Trefflich gelang das Werbekonzert der drei Völkliuger
Vereine „Liederkranz“, „Eintracht“ und „Flora-Sangeslust“
ruf dem Völklinger Marktplatz. Chormeister Ballhaus einigte
»ie 250 Sänger zu einem gewaltigen Klangkörper und
icherte sich starken Beifall der großen Zuhörerschaft. Unter
sRapellmeister, Pfanner fügte die Röchling'sche Werkskapelle
dankbar aufgenommene Instrumentalvorträge hinzu. phen,
tich lassen es die drei Vereine an fleißiger Nacharbeut nicht
jehlen, so daß ihnen die künstlerisch so erfolgreiche Werbe—
tätigkeit auch Gewinn bringt!
M.⸗G.⸗V. „Eintracht“ VBoslklingen gab gemeinsam mit
dem gleichfalls unter Musiklehrer R. Eich stehenden Frauen—
hor sein trefflich vorbereitetes Frühjahrskonzert. Den Be—
suchern wurden Perlen deutschen Chorgesangs in reichhal—
tiger Abwechselung durch Frauen-, Männer- und gemischten
Thor geboten: alte Volkslieder und Madrigale aus dem
15. und 16. Jahrhundert! Eröffnet wurde das Konzert
durch den Männerchor mit „Sie gleicht wohl einem Rosen—
tock“ und „Lieblich hat sich gesellet“, beides Volkslieder
1540 aufgezeichnet. Im Refrain des ersten Liedes wurzelt
Boethes Dichtung „Heidenröslein“. Die drei folgenden Volks—
lieder „Der Winter ist vergangen“, „Mir ist ein rot Gold—
ingelein“ und „Flieg her, flieg hin, Waldvögelein“ wurden
rotz ihrer Schwierigkeit von dem Frauenchor, der in diesem
donzert sein Debut gab, gut wiedergegeben. Als Schluß
»es ersten Teiles brachte der Männerchor „Mit Lust tät
ch ausreiten“ und „Der Morgenstern ist aufgegangen“ treff—
ich und rein zu Gehör. Während der 1. Teil des Pro—
zramms dem Volksliede gewidmet war, war im 2. Teil
»as Madrigal vorherrschend. „An einem Bächlein“, Engl.
Madrigal (1550 von Orl. di Lasso bildeten den Auftäkt
des 2. Teils. Die nun folgenden Madrigale „Einstmals das
dind Cupido Klein“ (1617) von Daniel Friederici und
Feinslieb, du hast mich g'fangen“ (1596) von Hans Leo
dasler fanden bei gutem Stimmenausgleich durch den ge—
nischten Chor vorzügliche Wiedergabe und ernteten lang—
inhaltenden Beifall. Mit den beiden Volksliedern fuͤr
Nännerchor „Mir ist ein schön's braun's Mädelein“ (1549)
ind „Der kiebste Buhle, den ich han“ (1500) fand das Kon—
‚ert seinen Abschluß. Die zahlreich erschienenen Besucher
pendeten nach den einzelnen Darbietungen dem Chor—
eiter, den Sängerinnen und den Sängern reichen Bei—
all. Am Vormittag des 1. Osterfeiertages versammelte
ich der Verein zu einer stillen, ernsten Feler. Er gedachte,
vie im vorigen Jahre, seiner gefallenen Kriegsteilnehmer
ind sang ihnen auf dem Ehrenfriedhof einen Ostergruß.
„Wohin soll ich mich wenden“ und „Mein Heiland Herr und
Meister“ aus der deutschen Messe von Schuͤbert verkündeten
Frühlingsahnen und Auferstehung über stillen Gräbern
des Ehrenhains.
Mi⸗G.⸗sV. „Flora-Sanmgeslust“ Völklingen ist an das Ziel
einer Wünsche, einen Vereinsflügel zu erhalten, durch uner—
nüdliche, organisatorische und künstlerische Arbeit gelangt.
Lorsitzender Theis konnte deshalb mit Recht an dem würdig
zehaltenen Weiheabend freudiger und stolzer Genugtuung
usdruck geben. Gauvorsißzender Waqner fand höerzliche

Geislautern schloß er sich 1889 dem M.G.V. „Eintracht“
an und blieb darin bis zu dessen Auflösung 1904. In—
zwischen hatte er sich ein eigenes Heim gegründet und den
Beruf gewechselt; er wurde Maschinist. Bei Gründung des
MG.V. „Cäcilia“ 1904 wurden Klingler die Kässen—
geschäfte übertragen. Längere Jahre war er dann Vor—
sitzender. Der Mosel-Nahe-Sängerbund ehrte ihn durch
Ueberreichung der Medaille für 15- und 285jährige, der
Saar-Sänger-Bund durch seine Ehrennadel für 40—, und
50jährige aktive Sängerschaft. Noch heute ist Nikolaus
Klingler in unserm Verein geschätztes Mitglied des 1. Te—
nors. Möchte der verdiente Sängerveteran im Ruhestand
noch recht viel Freude an der Pflege des deutschen Liedes
erleben! P. E.
Die seit einem halben Jahre zu einem Verein zusammen—
geschlossenen Gesangvereine „Cäcilia“ und „Eintracht“ Geis⸗
lautern gaben ihr erstes gemeinschaftliches Konzert. Vorträge
oon Olga Schwind, des Männerchors und des gemischten
Chors wetteiferten miteinander, um Gediegenes und Schö—
nes zu bringen. Es war das deutsche Volkskied, das hier in
all seinen Schönheiten in feinsinniger Weise zu Gehör ge—
bracht ward. Wenn wir von all dem Schönen nur einiges
hervorheben können, so seien hier genannt „Das Jubilate“
oon Kämpf und „Die Grenadiere“ von Krämer, die der
Männerchor in harmonischer Stimmenzusammensetzung gab.
Von den Vorträgen des gemischten Chores gefielen vor
allem: GManitän und Loutenant“ von Wosprich und „Bufüken
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