Nr. 3
l Saar⸗Sänger-Bund IIIIVsn
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B.⸗V. unter der Leitung, seines Dirigenten Otto Hau,
dann die mustergültige Wiedergabe von Mozarts „Requiem“
durch die Prager Sängerschaft unter Hermann Schmei—
del, Bachs „Matthäuspassion“ in Außig unter Fritz
Raminger, „Die Legende von der Hl. Elisabeth“ in Brürx
unter Ernst Lutz, der „Paulus“ in Mährisch-Schön?
berg unter Erich Metze, der „Moderne Meister-Abend“
in Troppau (drei geistliche Chöre von H. Kaminski,
3. Koldaly und Max Reger 100. Psalm) unter Dr. V. Wer—
ber und in Kesmark Glowakei) „Die Schöpfung“ unter
Dr. A. Nitsch's künstlerischer Führung. Von Uraufführun—
zen kann lediglich über solche durch die „Brünner
Wickenhausergemeinde“ berichtet werden. In diesem
Zusammenhang darf sogar von der Entdeckung eines jungen
hochbegabten Männerchor-Komponisten gesprochen werden.
Fritz Klement, der Chorleiter dieser Männerchorvereini—
zung, hat das Zeug in sich, im deutschen Männerchor—
wesen von sich reden zu machen. Ein Künstler mit ori—
zinellen Einfällen, kein Gelegenheitskomponist. Seine Chöre
zaben ausdruckerfüllten Inhält, sind durchaus ursprünglich
in der Empfindung, und wo Klement einmal, wie in dem
töstlichen „Husareneinmaleins“ humorvollere Töne anschlägt,
da gibt es besonders reizvolle, aparte Klänge (mit Be—
gleitung von zwei gestopften Hörnern und Fagott) zu hören.
Seine Volksliedbearbeitungen sind nach jeder Richtung hin
»orbildlich. Die Vereine seien auf diesen fördernswerten,
hoffnungsvollen sudetendeutschen Tondichter nachdrücklichst
zufmerksam gemacht. Leider hat die sudetendeutsche Sänger—
schaft auch einen herben Verluüst zu beklagen. Gauchormeister
K. Mohr, Troppau, ist während der Vorbereitungen zu
einem Konzerte vom Tode ereilt worden.
Hans M. Habel, Brünn.
Schulmusikalische Jagung in Wiesbaden.
In den Tagen unmittelbar vor Pfingsten vom 15. bis
18. Mai wurde in Wiesbaden in der Aula des Oberlyzeums
am Boseplatz vom Zentralinstitut für Erziehung und Unter—
richt in Berlin in Verbindung mit der Schulverwaltung
der Stadt Wiesbaden eine „Schulmusikalische Tagung“ ver—
anstaltet. U. a. sprachen Prof. Dr. Richard Müller-Freien—
fels, Berlin, über „Hauptprobleme der Musikerziehung“,
Professor Dr. Hans Ivdachim Moser, Berlin, über „Stimm—
bildung“, Studienrat Dr. Richard Münnich, Berlin, über
„Gegenwartsfragen der Schalmusik“, Professor Heinrich
Martens, Berlin, über „Chorerziehung“. Musikerzieher an
den höheren, mittleren und Volksschüulen Wiesbadens er—
gaänzten die Vorträge durch praktische Vorführungen.
Franz Schubert⸗Preisausschreiben, veran⸗—
staltet von dem Musikverlag Gebrüoder
Hug & Co.. Leipzig.
erscheinen und außerdem vollstündig in einem Partituren—
datalog veröffentlicht, der Interessenten vom Verlag auf
LBerlangen kostenlos zugesandt wird. Ueber die 2 Ab—
eilung des Preis-Ausschreibens wird die Jury in einigen
Wochen entscheiden. Für die 1. Abteilung, abendfüllende
Werke ist der Schlußtermin für die Einsendung von Manu—
kripten der 31. Dezember dieses Jahres.
Kriegsminister Painleve ehrt Furtwüngler.
Taͤe Pariser Revue Musicale veranstaltete zu Ehren
Tr. Furtwänglers ein Frühstück, an dem etwa 100 Per—
sonen der französischen Musikwelt sowie der deutsche Bot—
chafter von Hoesch und der österreichische Gesandte Grün—
zerger teilnahnen. Teu Vorsitz fürhrte Kriegsminister
Larnleve, der in einer Rede untser Bezugnahme auf den
eispiellosen Erfolg des Philharmonischen Orchesters von
herlin während seiner zwei Konzerte von dem „Sieg der
utellektuellen Kräfte über die materiellen Kräfte“ sprach.
ür nannte Furtwängler einen Botschafter der Kunst und der
Schönheit und einen Abgesandten des Friedens. Er feierte
die Künstler des Philharmonischen Orchesters ganz be—
onders und erklärte, er erfülle eine Pflicht als Frauzose,
venn er Tr. Furtwängler ebenso wie die Volksmenge,
die ihm gestern nach Beendigung des Konzerts auf der
Z3traße erwartete, zurufe „Auüf Wiedersehn, auf baldiges
Viedersehn!“ Für die fraänzösischen Musiker jprach der
zekannte Pianist Cortot, worauf Furtwängler selbst seinen
dank aussprach. Er erklärte, daß die Musik, aus der Welt
der Empfindungen geboren, über alle Völker, alle Nationen
und Parteien hinaus die Menschen zu einigen imstande
el. TDer deutsche Botschafter veranstaltete zu Ehren Tr.
Furtwänglers einen großen Empfang, zu dem das intel—
ektuelle Paris sowie viele Parlamentarier geladen waren. Un—
nittelbar von Paris kommend, entzückte Fürtwängler auch in
Zaarbrücken mit seinen Berliner Sinfonikern eine andäch—
tige Zuhörerschaft
Rleine Mitteilungen.
Richardd Straußß zum Fest der modernen Oper. Zur be—
orstehenden Opern-Festwoche in Duisburg (2. bis 7. Juli)
sat Richard Strauß an den Vorstaud des Allgemeinen
deutschen Musik-Vereins folgendes Schreiben gerichtet: „In
Zeiten, wo sogar in Deutschland man schon beginnt, die
ulturelle Bedeutung des Theaters da und dort zu ver—
ennen, ist eine von Opferfreudigkeit und Kunstsinn erfüllte
Stadtverwaltung, wie sie die nach jeder Richtung hin von
eltenen Energien erfüllte Stadt Duisburg mit Stolz ihr
»igen nennen darf, eine doppelt erfreuliche Erscheinung.
Wie ich es von Herzen begrüße, daß der Allgemeine Deutsche
Musikverein auf wohlvorbereitetem künstlerischen Boden der
heatralischen Kunst seine Förderung angedeihen läßt, so
st es im höchsten Grade dankenswert, daß die künstlerischen
Führer von Duisburg, unbeirrt von törichten Schlagworten
iber den Niedergang der Oper, der jüngeren Generation
die Pforten ihrer Kunststätten öffnen und ihre bewährten
dunstkräfte Versuchen leihen, die, wie auch immer das
Resultat sein möge, schon in ihrer vorbildlichen Wirkung
erfreulich sein werden. Ich wünsche den mutigen Veran—
taltern den Erfolg, daß sie Bleibendes zu Tage fördern
nöchten und ersaube mir, im Falle dieser Wunsch nicht
neErfüllung gehen sollte, den Trost, daß gute Opern (man
rechne ihre Anzahl seit 150 Jahren zusammen!) niemals
m Dutzend geschrieben wurden. — Also ein fröhliches Glück—
ruf zum hoffentlich bahnbrechenden Ereianis des Duisburger
Musikfestes!“
7. Deutsches Brahmsfest in Jena. Die Deutsche Brahms—
geselljichaft (Sitz Berlin) veranstaltet seit 1909 alle drei
Fahre Musikfeste größten Stils, die Musteraufführungen
son Brahms' Werken bringen sollen. Festorte waren in den
etzten Jahrzehnten: München, Berlin, Wiesbaden (2mah,
dämburg, Heidelberg. Jedesmal waren die Brahmsfeste nicht
dur Ereignisse im musikalischen Leben der Städte, sondern
sie wurden getragen von der Begeisterung der ganzen
imliegenden Landstriche und Provinzen. In diesem Jahr
sommt das große Deutsche Brahmsfest das erstemal nach
Mitteldeutschland. Erfreulicherweise ist auch für Jena als
Festort allenthalben reges Interesse, wie die zahlreichen
Tnmeldungen aus dem ganzen Reich (besonders Berlin),
ber auch aus dem Ausland (Stockholm, Kopenhagen, Hok—
Ind Sßmoeirz Mien Poris Fnalaud usnn horzoioort
DTer Aufruf zur Beteiligung an dem Preisausschreiben
hat starken Anklang gefunden. Für Abteilung 3: A-cappella—
Thöre, eventuell auch Chöre mit Klavier-Begleitung und
zinem Solo-Instrument, waren 941 Manuskripte eingereicht
worden. Als Preisrichter waren tätig, die Herren: Tr.
Volkmar Andrege, Zürich, als Vorsitzender; Musildirek—
tor, Fritz Binder, Nürnberg; Generalmusikdirektor Franz
bon Hoeßlin, Elberfeld; Professor Viktor Keldorfer, Wien;
Bünther Ramin, Leipzig. Nach sorgfältiger mühevoller
Prüfüng ergab sich solgendes Resultat: Ta zwei völlig
zleichwertige Kompositionen eingereicht waren, werden unter
Mtsprechender Erhöhung zwei erste Preise verteilt, dafür
'ommt der zweite Preis in Wegfall. Zwei erste Preise:
je 1000 RM. Frühlingsfahrt (Tichter unbekannt), Kom—
onist: Karl Kämpf, M.Gladbach; Media vita (Lateini⸗
icher Hymnus), Komponist: F. Zeilinger, Oberhambach.
Dritter Preis:! 600 RM. Abends, wann der Regem füllt
Gedicht von Walter Calé) mit Sopransolo, Komponist:
dudwig Heß, Berlin-Wilmersdorf. Vierter Preis; 500 RM.
Sonnenfriede (Tichter Hans Teißinger) mit Begleitung von
Streichinstrumenten oder mit Solo-Geige und Klavier, Kom—
ponist: Josef Reiter, Schloß Riedegg (NeOesterreich). Fünfter
Preis: 400 RM. D Herr, gib jedem seinen eignen Tod
Gedicht von R. M. Rilke) dreistimmiger Männerchor, 3
Posaunen, 1 Pauke, 1 Becken, Komponist: Georg Böttcher,
dena. Sechster Preis: 300 RM. Fabrikgang (Gedicht von
dudwig Lefsen), Komponist: Kurt Richter, Tresden. Tie
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