Full text : 7.1929-1930 (0007)

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eine eigenartige Aufstellung Rechnung getragen. — Der
Chor hat außer seinen zahlreichen Inlandsreisen, die ihn
durch ganz Oesterreich führten, auch bereits mehrere Aussandsreisen
 absolviert. So war er in den Jahren
1922, 1923 und 1926 in Deutschland, 1923 und 1926 in
der Tschechossowakei und im Zuli 1924 in der Schweiz,
wo ihm überall reichste Erfolge und Ehrungen zuteil wur—
den. Im Verlaufe dieser Konzertreisen hat der Chor seine
hohe künstlerische Sendung in überzeugender Weise dar—
getan und sich dadurch internationalen Ruf erworben. —
der Chor hat in folgenden Orten außerhalb Wiens kon—
zertiert: Mürzzuschlag 1913, Preßburg 1913 und 1923,
Krems 1913, Baden 1921 und 1922, Berndorf 1921, 1922
und 1925, Steyr 1914, 1921 und 1926, Gloggnitz 1914,
St. Pölten 1921 und 1927, Admont 1921, Waidhofen
a. d. Ybbs 1921 und 1927 (3wei Konzerte), Passau 1922,
1923 und 1926, Regensburg 1922, Ingolstadt 1922 und

1923, Nürnberg 1922 und 1926, Wiener Neustadt 1923,
fsisenstadt 1923, Graz fünf Konzerte in den Jahren 1924
ind 1925, Kapfenberg 1924, Feldkirch drei Konzerte in
den Jahren 1923 und 1924, Konstanz 19283, München 1928,
dinz 1923 und 1924, Leoben 1924, Innsbruck 1924, Bre⸗—
genz 1924, in der Schweiz, Juli 1924: St. Gallen, Zürich,
zchaffhausen, Basel, Biel, Bern, Interlaken und Luzern;
diesing 1913, 1925 und 1927, Schwechat 1925, Fürsten—
eld zwei Konzerte 1925, Neunkirchen zwei Konzerte 1926,
ßottendorf 1926, Mariazell 1926, Gmünd 1926, Bud—
veis 1926, Freistadt 1926, Hinterbrühl 1927 und 1928,
Mauer 1927, Scheibbs 1927, Ybbs 1927 und Groß-Enzers—
dorf 1927. In Deutschland, April 1926: Dresden, Berlin,
damburg, Bremen, Braunschweig (zwei Konzerte), Magde—
zurg, Halle a. d. Saale, Leipzig, Nürnberg und Passau. In
der Tschechossowakei, November 1928: Prag, Brünn, Zeraine
und Tetschen. Zittau in Sachsen 1928.

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önkir
agner ch
nter den Chorkomponisten Oesterreichs nimmt Hans einem Repertoire eingefügt hatte — er
2 Wagner-Schönkirch einen ganz besonderen Han in 63 Erfolg! — iar dieser Chor doc
ir sich in Anspruch, denn er ist in dreifacher Eigenschaft in Das war vor nunmehr dreißig Jahren. Seither ist aus
Musikleben Fätig und leistet in jeder dieser drei Betäti- hem jungen Stürmer ein gd Prosessor und Re—
gungen so Außergewöhnliches, daß schon deren eine genügen zierungsrat geworden, der mehr als fünfzig Ehrenmitglied—
vürde, ihm seinen gebührenden Platz in der Musikgeschichte shaften in- und ausländischer musikalischer Körperschaften
zu sichern. ruͤfzuweisen hat, es ist aus ihm ein Meister geworden, auf
den insbesondere die deutsche Sängerschaft, ein Recht hat,
tolz zu sein, denn wenn Hans Wagner-Schönkirch auch auf
anderen Gebieten der Tonkunst, so insbesondere in der
diedkompositivn Außergewöhnliches leistet, so gehört doch
sein Hauptschaffen und seine Liebe dem deutschen
Männhnergesang, so verdankt doch dieser ihm und um—
gekehrt der Meister dem Männerchor seine stärksten und
nachhaltigsten Ersolge. Daß die „Gotentreue“ kein Zu—
fallserfolg war, beweist der Umstand, daß sie heute nach
dreißig Jahren noch immer ihre große und, tiefgehende
Wirkung ausübt — die beste Bestätigung für ein Werk von
dauerndem Werte. Bald darauf folgte der tiefergreifende
Chor „Werden“, ein tonmalerisches Gemälde von lebendiger
Färbe, dessen philosophischen Schlußworte: „Es gibt kein
Vergehen, nur immerwährendes Werden“, auf den Meister
selbst angewendet werden können, denn auch bei ihm gibt
es kein Vergehen, kein Stillestehen, sondern nur ein fort—
gesetztes Werden. Wagner-Schönkirch hat den Umformungs—
ßrozeß im deutschen Männerchor, der heute noch nicht ab—
zgeschloössen ist, ohne Schaden für sein künstlerisches Ich
mitgemacht. Er ging mit der Zeit mit, ohne ihre Torheiten
mitzumachen und so war er, blieb und wird er immer sein:
ein moderner Tondichter, wobei das Wort „modern“ in
einem besten Sinne, nämlich als „neuzeitlich“ vder „fort—
chrittlich“ zu verstehen ist. Modern sein, heißt nicht, um
eden Preis alles Alte über den Haufen werfen und mit
anem Achselzucken abtun. Es taucht jetzt eine b. G. o. H.
ruf, das ist eine „beschränkte Gesellschaft ohne Haftung“,
ie glaubt, auch im Männerchor müsse alles mit Putz und
Ztingel ausgemerzt werden, was an Melos erinnert; und
siese b. G. 6. 59. komponiert darauf los ohne Rücksicht auf
as Instrument das diese Machwerke ausführen soll. Dieses
Instrument ist aber die menschliche Stimme, nicht allein das
delste, sondern auch das subtilste Instrument, bei dem
ede Uebertreibung sich schädlich auswirkt. Wer diese ge—
suälten, einer geömétrischen Aufgabe gleichenden Tonstücke
zieser Neutönergruppe hört, die da dem Männerchor zuge—
nutet werden, der kann freilich in die Versuchung kommen,
nn das Horn derer zu stoßen, die behaupten, der Männer—
hor sei Teine entwicklungsfähige Kunstgattung, ja, er sei
Berhaupt keine Kunstgakftung mit dem Rechte der Selb—
tändigkeit.
Wenn es die Aufsgabe der modernen Tonkunst ist, für
den gesteigerten und reicheren Inhalt der ijetzigen Zeit und
der jetzigen Seelen einen diesem Inhalt entsprechenden,
reueun Ausdruck zu finden, was aber niemals Sache eines
kinzelnen sein kann, so gehört Wagner-Schönkirch unstreitig
u jenen 8 Auserwählten, die mit Erfolg an der
sung dieser Nufoaobe beteiligt find Dor Entwicklungsgano

Es war am 53. November 1898, als Adolf Kirchl mit
dem Wiener Schubertbunde das Erstlingswerk eines jungen,
unbekannten Tonkünstlers zur Aufführung brachte und da—
nit einen Erfolg erzielte, wie er selbst in den Analen dieses
erfolgverwöhnten und an sensationellen Erfolgen wahrlich
nicht'armen Gesangvereines noch nicht da war. Schon bei
den ersten Tönen sah man, daß die Hörer gepackt waren;
oon Takt zu Takt fteigerte sich die Spannung, und als die
geniale Tondichtung mit mächtigem Akkord, schloß, da
—VRO——
Paroxismus hatte die Leute t und erzwang eine
Wiederholung des Werkes, nach der sich die unbeschreib⸗
lichen Beifallsfzenen in verstärktem Maße wiederholten.
Das Werk hieß „G otentreue“, eine Ballade für vier—
timmigen Maännerchor nach einer Dichtung von Felix
dahn, der Komponist hieß Hans Wagnexr, Von diesem
Tage an waren der Tondichter und sein Werk in aller
Muͤnde. Es gab, in VOesterreich namentlich, bald keinen
Männergefäengherein nehr de nicht die Gotentreue“
            
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