Full text : 7.1929-1930 (0007)

Der 10 BRundestag in

Nr. 3 IIn

Seite 57

Sous.

By schönstem Frühlingssonnenschein am 21.. April im
2 flaggengeschmückten Bous eine gewaltige Heer-—
schau der deutschen Sängerschaft an der Saar!
Zu den legitimierten Vertretern der Bundesvereine aller
RHaue gesellen sich Tausende von Sangesbrüdern aus nah
und fern. Herzerhebend eröffnet der deutsche Sängerspruch
 machtvoll die Tagung im festlich geschmückten
Luxemburger Hof. Dann erklingen Heinrichs „Volk“ des
M. G. V. Wadgassen unter dem Stabe von Chormeister
Groß, und Ploners „Klage“ des M. G. V. Bous unter
Thormeister Ballhaus, beides künstlerisch gesehen konzert—
reife Leistungen, die tiefen Eindruck hinterlassen. Gau⸗—
porsitzender Frantz, Wadgassen, begrüßt in warmen
Worten den Bundestag:? Bundesvorstand, Delegierte, Be—
hörden, Presse, Sänger und, Sangesfreundel! Bürgermeister
 Neiy, Bous, dankt für den freundlichen Will—
svommsgruß des Bundes- und Gauvorstandes, heißt den
Bundestag namens der Verwaltung und der gesamten
Bürgerschäft herzlich willkommen und wünscht den Ver—
handluugen rechten Erfolg! Die Bouser Zeitung be—
zrüßte den Bundestag mit einer prachtvollen Festnummer!
Nun eröffnet der Bundesvorsitzende Stadtschulrat
 Bongard die Tagung mit einem Wort
ehrenden Gedenkens an die im letzten Jahre verstorbenen
aktiven und inaktiven Mitglieder, insbespndere an den
heimgegangenen stellvertr. Bundesvorsitzenden Daniel!l
Zufssong aus Neunkirchen. Dem Gedächtnis der ver—
wigten Sänger widmete M. G. V. Bous unter Leitung des
Gauchormeisters Ballhaus Erwin Lendwais herzandring—
liches „Der Mensch lebt und bestehet nur kurze Zeit“. Nun
entbot der Vorsitzende Willkommen, Gruß und Dank an
alle, die der Bundestag hier zusammengeführt habe, nach—
drücklichsten Dank besonders an die Sänger-Veteranen, die
in 30jähriger treuster Pflichterfüllung spüren durften, wie
sich das Leben kreisend im Leben vollendet. Unter den
Fhrungen stand an der Spitze die Ernennung von
Jakob Edinger, Fürstenhausen, auf Grund einstimmigen Be—
schlusses zum Ehrenmitglied des Bundes. Den Ehrenbrief
des Deutschen Sängerbündes und, die goldene Ehrennadel
des S. S. B. für 80jährige Aktivität erhielten: 1. Joh. Adt,
diederkranz Ensheim; 2. Pet. Wilhelm, Liederkranz Ens—
sjeim; 3.S8Sudw. Schellenberg, Quart.⸗Ver. Saarlouis;
4. Fror. Günther, M. G. V. Flora Neunkirchen; 5. Jak.
ere M. G. V. Güchenbach: 6. Pet. Steimer, M.G.V.
Büchenbach; 7. Rud. Buch, M.G.V. Liedertafel Mettlach
8. Pet. Lang, Cäeilia Auersmacher; 9. Nikl. Gitzhofer,
Cäcilia Nuersinacher; 10. Jos. Brandstetter, Cäcilia Auers—
macher; 11. Vet. Groß, Zur Einigkeit Reisweiler: 12. Nikl.
Klingler, Cäciliga-Eintracht Geislautern; 13. Ludw. Kling—
mann, M.G. V. Altstadt; 14. Jak. Minnich, Flora Fischbach:
15. Fror. Wonn, Frohsinn Holz; 16. Jak. Dorst, Männer—
hor Wellesweiler; 17. Jak. Weingardt, Männerchor Welles—
weiler. M.G.V. Germania Saarbrücken erhielt die Zelter—
Plakette für 75jähriges, E2.G. V. Fidelio Püttlingen eine
Ehren-Urkunde des D.S.B. für 56jähriges Bestehen.
In seinem Jahresbericht würdigte der Bundes—
borsitzende zunächst den inneren Ertrag des Schubertjahres
für unfere Bundesarbeit. Dann vergegenwärtigte der
Redner noch einmal in großen Zügen Höhepunkte des
Bundeslebens im abgelaufenen Jahr: die Heidelberger
Zängerfahrt mit 12 Vereinen, die 8 Konzerte des Berliner
Staats- und Domchors im Saargebiet, die 10000 Menschen
unter den Eindruck dieser hohen Kunst gestellt hatten, den
Werbetag und das Werbeblätt, das in einer Auflagen—
höhe von über 180000 Exemplaren khergestellt, in jedes Haus
des Saargebiets gelangt und dessen Erfolg für die Fleißi—
gen, die hernach auch Anmeldungen gesammelt haben,
außerordentlich groß gewesen sei. Einzelne Vereine hahen
über 200 Mitgleder gewonnen! Erfolgreich war auch der
dirigentenkursus in Völklingen. Nunmehr sei ein bedeut—
samer Schritt zur Förderung unserer Arbeit geschehen:
der Bund sei an Kreise und Gemeinden herangetreten,
um auch unsere Kulturarbeit bezuschußt zu erhalten, wie
es bei den körperpflegenden Vereinen längst der Fall sei.
leberall sei der Buͤnd feinstem Verständnis begegnet,
Allerdings müssen auch die Gaue und Vereine selbst uinit
uf dom“ Näfteu sein och halte nichts von Glagorn nus

»on Arbeit!“ Dem Jahresbericht folgte ein bedeutsamer
Ausblick: Die Bedeutung des aus etwa 18 Damen und
derren bestehenden Kammerchors, Dirigentenkurse in
*ppelborn, Illingen und ev. im Primstal, ein staatlicher
dirigentenkursus im Herbst unter Prof. Georg Rolle, regel—
zäßige Dirigententagungen, Konzerte des Wiener A-cappella—
Lhors. Vor allen Dingen: das große Bundesfest in Neun—
irchen, dessen organisatorische und kulturelle Bedeutung
inverkennbar seien. Der Beschluß des Homburger Bundes—
—0
irchen teilnehmen sollen, fand einstimmig Bekräftigung in
dem heutigen Beschluß: „Nach nochmaligen Verhandlungen
nit dem betr. Verein wird der erweiterte Bundesvorstand
»ꝛrmächtigt, Vereine, die aus nicht genügenden Gründen bei
»em Bundesfest in Neunkirchen fehlen, aus dem Bunde
uszuschließen.“ Anschließend verbreitete sich Bundeshormeister
 Schrimpf über die musikalische Seite des
Bundesfestes. Recht eingehend referierte Gauvorsitzen—
der Steeg, Neunkirchen, über den gesamten Ausbau
des Bundesfestes vom Eintreffen der Verwaltungszüge an
zis zum Einbringen der Bundesfahne in das Rathaus
Neunkirchen. Neunkirchen will den Sängern bieten, was
rgend zu bieten ist. Herzliches Willkommen! Auf nach
Neunkirchen!
Bundesschriftführer Stein erstattete den
Lressebericht: 1921 schlossen sich im Saarland die
Zängervereinigungen und Einzelvereine zum Saar-Sänger—
ßund zusammen. Gau Saar-Ost (Neunkirchen) brachte seine
Zängerzeitung mit, die dann als Bundeszeitschrift vom
Bßunde übernommen wurde. Der Bund sorgte für
iröbßeres Format, erweiterten Umfang, Vertiefung des
zInhalts, Ausdehnung des Mitarbeiterkreises, Schmuck mit
ßildern, Organisation des Bezuges. Am 1. April 1929
ritt die Bundeszeitschrift in den 9. Jahrgang. Der
zundesschriftführer erörterte ihre Bedeutung als Mit—
eilungsblatt, als Maßstab der Gaue und Vereine unter—
inander, als Werbemittel für die Bundesarbeit, als
Bildungsmittel für musikalische Weiterarbeit und als
Ztätte geistiger Anregung und Erholung. Der 8. Jahr—
gang stand im Zeichen Schuberts. Daneben brachten
vir Musiktheoretisches vom Bundeschormeister:
„Was jeder Sänger wissen sollte“, aus der Chorpraxis
»on Anschützt „Drei Abschiedslieder aus dem 16. Jahr—
zundert“, aus der Musikgeschichte neben Schubert:
Fror. Hegar, Max von Schillings, Heinr. Kaspar Schmid,
zugo Kaun, Waldemar von Baußnern, Heinr. Zöllner,
Valther Moldenhauer, aus der Musikphilosophie:
Vom Wesen der Musik“ von Karl Stork, und „Das abso—
ute Tonbewußtsein“ von Rosenkaimer. Das literarische
diveau hielten: Wilh. Müller-Rüdersdorf, Heinz Stegu—
veit, Jak. Kneip, Walther Bloem, Pet. Dörfler, Rud.
Presber, Rud. Herzog, Karl Ettlinger. Redner verbreitet
sich weiter über die Werbetätigkeit in der ge—
samten Presse: der saarländischen, der deutschen und
der Fachpresse und dankte aufs herzlichste für das ver—
tändnisvolle Entgegenkommen, das der Bund stets ge—
unden habe.
Bundesschatzmeister Düren gab den Kassen—
ericht. Er schließt ab: Einnahme 388 4174,70 Fr. Aus—
jabe 382 116,95 Fr., Bestand 6357,75 Fe. Die Bundes-—
asse, die der Bundesvorstand vorher durch den vereidigten
Bücherrevisor Zollinger hatte prüfen lassen, war dann
zum Bundestag satzungsgemäß von Kassenprüfern des
vaues Wadgassen revidiert worden. Sie fanden die Kassen—
zücher kaufmännisch geführt, die Belege ordnungsmäßig
geheftet, die Kasse nach jeder Richtung hin musterhaft ge—
eitet, und so beantragte ihr Sprecher Sangesbruder Thiel
Bous) Entlastung, die einstimmig erteilt wurde.
Bundeschormeister Schrimpf gab den Bericht
iber die künstlerische Arbeit des Bundes. Wie
das Jahr 1927,28, so stand auch 1928,29 im Zeichen der
Borbereitungen für unser 2,Bundesfest. Am
22. 10. 28 tagten in gesonderten Sitzungen: 1, Die
dreischorleiter, 2. der Gesamt-Musik-Ausschuß Gesucher
'1,4005. Der Musikausschuß zur Vorberei—
ungdes 2. Bundesfestes konnte seine Arbeiten (abge—
aßetr “on ine Resprechupa dueeh Rriefmochsos (6onn
            
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