Full text : 7.1929-1930 (0007)

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ü

Saar⸗Sänger⸗eBund

—WVWV

Nr. 8

Lustige musikalische Ecke.

Mahler als Gewerkschaftler. Als Gustav Mahler Hof—
»perndirektor in Wien war, ging er eine halbe Stunde vor
Beginn seiner ersten Antrittsprobe immer hinter der Bühne
auf und ob, seine Zigarette dabei rauchend. Ein Theater—
arbeiter, welcher Mahler noch nicht kannte, trat an ihn
heran und sagte: „Mein Herr, hier darf nicht geraucht
verden!“ Mahler in seiner bekannten Ruhe sah den Mann
an, ließ sich nicht stören und rauchte weiter. Der Theater—
arbeiter wurde nun energischer und sagte noch heftiger:
„Mein Herr, hier wird nicht geraucht!“ Mahler antworteto
ruhig: „Lassen Sie mich zufrieden! Ich bin Mahler!“ Der
Mann antwortete dann sehr heftig und grob: „Meinet—
wegen sind Sie Lackierer, aber das Rauchen ist hier streng
derboten!“
Stoßsenszer. Ehemann: „Mein Gott, was ist das bloß
zeute für ein Tag? Draußen heult der Sturm, hier heulen
die Kinder, nebenan heult die Frau am Klavier, und der
dund heult auch ... es ist zum Heulen!“
Beim Frühlingsfest eines — soll Wilh. Bergers
Gänselied“ vorgetragen werden. Vom Vorstand wird der
Dirigent gebeten, den Vortrag anzufangen. Dieser lehnt
ab mit dem Bemerken: „Das hört man schon an dem Ge—
schnatter, daß jetzt das Gänselied kommt!“ Eine etwas un—
höfliche, caber wahre Begebenheit!
Verwechslung. Der Schriftleitung einer Zeitung war eine
schreckliche Verwechssung unterlaufen, sie hatte statt des
zünftigen Herrn ihren Sportredakteur mit der Kritisierung
eines Konzertes beauftragt. Dabei war nun folgendes
herausgekommen:
Die Geiger stellten sich an der Innenseite, dicht bei den
Lampen auf. Mit einem kleinen Stöckchen fungierte der
* Schiedsrichter auch gleichzeitig als Starter. Zu diesem
Zweck stellte er sich auf eine kleine Kiste und hielt durch
dochhalten des Stöckchens die Konkurrenten in Ordnung.
Ddann schickte er sie mit der Rienzi-Ouvertüre auf die
Reise. Sie sprangen ziemlich gleichmäßig ab. Bald lag einer
der Geiger in Führung, aber auch der Mann mit dem
Waldhorn kam auf. So ging es in windender Fahrt weiter.
Der Kontrabaß lag bald im Hintertreffen. Auf der Hälfte
des Kurses brach die kleine schwarze Pikkoloflöte weg.
Noch immer hielten die Geiger an der' Innenseite guͤt
zueinander und legten eine mörderische Pace vor. —*
zeigten die Posaunen Zeichen der Ermüdung. Eine kleine
Klarinette kämofte scharf mit dem Fagott, fiel aber bald

rusgepumpt zurück. Auch die Oboe, die furchtbar gerohrt
satte, mußte, als ihr die Celli ihre Eisen zeigten, aus dem
Kennen genommen, werden. So kam der Rest in guter
Irdnung am Zielpfosten vorbei. Der Richter entschieb auf
otes Rennen. Die Teilnehmer gingen dann von der Bahn
zur Wage, um für Beethoven-Handikap zu satteln.
(Taghorn, Breslau.)
Anläßlich einer Cründungsfeier ist auch der Gesang—
erein „Immer vorne weg“ mit seiner neuͤen Fahne an⸗
getreten. In zwei Gliedern und schön ausgerichtet stehen
die wackeren Sänger und warten der Dinge, die da kommen
ollen. Da ritt der Bürgermeister an den Vorsitzenden
seran und flüstert ihm ins Ohr: „Nehmen Sie doch den
inken Flügelmann lieber, zurück ins zweite Glied, er wirft
ins mit seinem Schmeerbauch die gaänze Front um.“ Da
rwidert der Sängerhauptmann gänz geknickt: „Unmdg—
——J Bürgermeister, der Mann steht schon im zweiten
iede.“
Kritik. In einem pommerschen Dorf war der Organist.
der seit langen Jahren in der Kirche die Orgel gespielt hatte,
zestorben. An seine Stelle sollte ein junñger salentvolles
Mann, kommen. Kürzlich spielte der neue Organist sein
Probespiel in der Kirche. In einem großangelegten, nicht
indenwollenden Präludium phantasiert der Künstler, padt
eine Zuhörer durch die schöne Melodien und reißt die ein—
achen Dorfbewohner mit. Schließlich spielt er mit vollen
Akkorden den Choral „Lobe den Herren“. In der Dorf—
irche hatte man noch nie solch schönes Orgelspiel gehört,
»enn der alte Organist hatte es sich immer sehr bequem
zemacht und ohne große Umwege sosort den Choral ge—
pielt. Nach diesem Probespiel setzten sich die Dorfältesten
usammen und bexieten, ob sie den neuen Organisten an—
tellen wollten. Der alte Dorfschäfer schüttelte bedenklich
»en Kopf und, war sehr energisch gegen die Anstellung.
ẽr meinte: „Wat dat mit de heutige Organiste is, dat
veet ick üwerhaupt nich mehr. Wat dat for een falsch
gjespill war. Un der Kerl hat so lang brüdt, bet hi den
ichtigen Takt und die richtige Melodie funden hat. Da
var doch unser oller Küster een annerer Kerk. Dem
assierte sowat nich. Der fund die richtige Melodie sofort
Aber der Neue, der mußt erst hier probieren und dannm
am hi mit de Piep dazwischen und denn mußt er da
ersuchen und dat Spill wart immer verkehrter. Ick hat
chon nich mehr glöwt. dat hi noch en richtigen Taki
innen wird“

RGäGtlelleche.

Auflösung. Nachträglich gingen noch folgende richtige
oösungen ein: Adolf Meder, Schriftführer des M. G. V.
Eintracht Dillingen; Wilhelm Brihtz, Maybach Nr. 6
Silben⸗Rätsel.
Aus den Silben:
a — ar — as — car — dart — de — doche — ed —
eh — fel — gross — hol — hon — il — im — ka —
ke — ko — sach — land — ler — lo — ma — mac —
men — mi — mouth — mut — na — na — ni —
10 — noo — pis — raach — re — rei — ri — se —
sme — ta — ta — ter tiv — tron — ur — va—
vic — vil
sind 20, Wörter zu bilden, deren Anfangs- und Endbuch—
staben. beide von oben nach unten delésen. den Nnfand

zines Liedes und dessen Komponisten ergibt. Dasselbe wird
zum Bundesfest in Neunkirchen als Kreismassenchor zu
Behör gebracht.
Bedeutung der einzelnen Wörter: 1. Gute Eigenschaft, 2.
Drama von Sudermann, 38. Verwandter, 4. Schreibutensil,
5. Opernkomponist, 6. Oper von Bizet, 7. europäisches
znigreich, 8. grammatische Form, 9 italienischer Fluß,
10. Salz, 11. englische Küstenstadt, 12. Stadt in Palästinad
13. Fluß im Harz, 14. italienische Hafenstadt, 15. Ober—
efehlshaber unter Napoleon II., 16. Rang für Adlige, 17
Bienenfarm, 18. serbischer Staatsmann und Dichter, 19
Ztadt in Oesterreich, 20. ägyptische Brillenschlange.
Otty Bypnaune.

Ilu

Passsust-hausnaus A G. ar 28Ser
            
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