Full text : 7.1929-1930 (0007)

Nr. 2 I

ASaareSanuger⸗und epe

Seite 49

Verein durch Mitwirkung in einem großen Konzert vor
eine schöne und —8 Aufgabe gestellt. Mit den besten Hoff—
nungen und frischem Mute ist der Verein bereits an die
Arbeit gegangen. Der Vorsitzende erntete nach Beendi—
gung seiner Rede den begeisterten Beifall aller Sanges—
zrüder, Aus der Tätigkeit des Vereins im abgelaufenen
deleasienhe ist besonders hervorzuheben die Mitwirkung
hei den Gaukonzerten in Fraulautern und Saarwellingen
und die Gedenktafel-Einweihung am 21. Oktober 1928.
Gau Sulzbachtal.
Die Gautagung des Gaues Sulzbachtal in Friedrichs—
hal stand im Zeichen eines zeitgemäßen Vortrages „Zu—
unftsfragen des deutschen Chorgesanges“, gehalten von Dr.
Raskin. Demgemäß waren auch alle Sänger, Sängerinnen,
Freunde und Anhänger der Bewegung eingeladen. Die
dereinigten Chöre, MG. V. 1867 und Frohsinn Friedrichs—
hal, sangen als Willkommengruß Strieglers „Weihelied“
unter Jank. Wenn auch hier die Sängerzahl durch Teil—
rahme einer größeren Anzahl Sänger an einer Beerdigung
geschwächt war, so verdient doch die vorbildliche Haltung
der Friedrichsthaler Sänger, einiges und geschlossenes 3u—
sammenwirken, ein unbedingtes Lob. Die Feststellung der
Anwesenheitsliste ergab das Fehlen des Quartettvereins
„Saargold“ Neuweiler. Gegen die Niederschrift der letzten
Bautagung wurden Einwendungen nicht erhoben. Der
Ueberschreibung der Sängervereinigung 1877 Jägersfreude
zu Gau Sulzbachtal wurde zugestimmt. Möge es dem rüh—
rigen Vorstand gelingen, seine Mitglieder fuͤr die Bundes—
arbeit zu gewinnen und den Verein zu einem lebendigen
und arbeitsfreudigen Glied unserer Bewegung zu machen.
Kleinere Anträge für den Bundestag Bous wurden nach
kurzer Aussprache gutgeheißen. Zu Punkt Mitteilungen
bat der Vorsitzende die Vereinsvorstände, doch dahin zu
wirken, daß sich alle Vereine an dem Bundesfest in Neun—
kirchen beteiligen. Auch wenn ein Verein durch augenblick—
ciche Krisen geschwächt ist, soll gerade die Teilnahme an
dem Bundesfest die Stimmung wieder auffrischen und
reues Leben in allen Vereinen erwecken. Er wies die
Vereine ferner auf die vom Bund vorgesehene Vortrags—
serie hin. Sodann ergriff Dr. Raskin das Wort. Veran—
laßt durch einen vom Gauvorstand gestellten, aber bei der
Abstimmung abgelehnten Antrag, betr. Gesangwettstreite,
streifte er in kurzen Umrissen den Wert und Unwert dieser
Veranstaltungen. Wenn auch der Antrag abgelehnt worden
sei, so habe er doch den Eindruck gewonnen, daß die Gau—
yereine im allgemeinen Gegner der Gesangwettstreite seien.
Wenn einzelne Vereine durch Freundschaftsbeziehungen ge—
wisse moralische Verpflichtungen hätten, so sei hiergegen
nichts einzuwenden und liege im Wesen der Sängerfreund—
ichaften begründet. Jedoch sei es begrüßenswert, wenn
LBereine und Bund diesbezüglich bald zu einer klaren
Stellungnahme kommen würden. Es solle endlich Schluß
gemacht werden mit diesen längst überholten Veranstaltungen,
die den einzelnen Sänger geldlich schwer belasten und
außerdem Zwietracht und Zersplitterung in die Vereine
dringen wurden. Bezugnehmend auf, den Chorkongreß in
Essen, wies der Redner in klaren Ausführungen auf die
Krebsschäden im deutschen Chorgesangwesen hin. An Hand
von Zählenmaterial legte er die unselige Zersplitterung
der Kräfte dar, die in der immer noch nicht üͤberwundenen
Vereinsmeierei (Festhalten an der Tradition, Lokalfragen,
Thorleiterwahl, Pofstenjägerei von Vorstandsmitgliedern
usw.) begründet sei, hin. Die Sängerschaft müsse endlich
erkennen, wo sie das Uebel an der Wurzel fassen könne.
Ueberleitend zeigte er verschiedene Wege, die einen zu⸗
sammenschluß der Kräfte und damit eine Gesundung des
Chorgesanges sichern könnten. Arbeisgemeinschaften, Ver—
einigung schwacher Chöre, VBildung oon gemischten Chören
seien einzuschlagende Wege, die zur Belebung der Gesang—
bereine beitragen würden. In der Tagesvresse, sowie in

der Dezembernummer der Danr Sumgergestung kann
iäheres hierüber nachgelesen werden. Lebhafter Beifall
vurde dem Vortragenden für seine klardurchdachten Aus—
ührungen zuteil. Hoffen wir, daß seine wertvollen An—
egungen auf fruchtbaren Boden gefallen sind und bald
ichtbare Ersolge zeitigen werden. Der offizielle Teil der
kagung wurde mit dem Chorvortrag „Und hörst du das
nächtige Klingen“ geschlossen. Die Delegierten und Chor—
eiter versammelten sich sodann in dem kleinen Saal, um
zie Wahl der ausgeschiedenen Gauvorstandsmitglieder vor—
unehmen. Die beiden Gauchormeister Henschel und Mayer
zuliüs legten ihr Amt aus persönlichen Gründen nieder.
stachdem ein Versuch, sie zur Beibehaltung ihrer Aemter zu
»ewegen, nicht gelang, dankte der Vorsitzende beiden für ihre
angjährige opferfreudige Tätigkeit, die sie stets in selbst—
oser Weise und mit gutem Geschick erledigt hätten. In der
darauf getätigten Neuwahl wurden gewählt: zum 1. Gau—
hormeister Ludwig Jank, Friedrichsthal, zum 2. Gauchor—
neister Oberlehrer, Häber, Sulzbach, zum Vertreter im
„chlichtungsausschuß Franz Schneider, Bildstock. Um 7 Uhr
ibends schloß der Vorsitzende die anregend und harmonisch
»erlaufene Tagung.
Gau 5t. Ingbert.
Auf dem letzten Gautag des Gaues St. Ingbert in
Webenheim begrüßte Vorsitzender Schunk die Bundesver—
reter, Bundesvorsitzenden Stadtschulrat Bongard und
Bundesgeschäftsführer Rauchholz, sowie die Delegierten und
Zangesbrüder. Von den Vereinen Sängerklub Hochscheid—
RKeichenbrunn, Liedertafel Rentrich, Männer-Quartett-Verein
5t. Ingbert war die Tagung nicht beschickt. Der letzte
Tagungsbericht wurde genehmigt. Gauchormeister Wilker
rstattete Bericht über die letzte Bundesvorstandssitzung.
Er gab bekannt, daß für das Bundesfest in Neunkirchen der
Bau St. Ingbert zu dem Saar-Ost-Kreis gehört, mit ihm
die Gaue Homburg, Neunkirchen und Sulzbachtal. Ebenso
zjab er den Festbeitrag bekannt, der für aktive Sänger
inkl. Fest- resp. Bundesbuch 3 Fr. betragen wird. Ferner,
»aß am 5. Main d. J. nachmittags 254 Uhr, zu Neunkirchen
m Schulhof Schulstraße eine Kreischorprobe stattfindet. Es
zrfolgte dann Jahresbericht des Vorsitzenden und des Gau—
chriftführers. Vom Schriftführer wurde eine schön de—
aillierte Jahresstatistik für das Rechnungsjahr 1928 ge—
zeben. So über den Besuch der Tagungen, Vertreterbesuch
zes Bundesvorstandes bei den Tagungen, Austritt von
Vereinen aus dem Gau, Aufnahme neuer Vereine, Ehrungen
»on Sangesbrüdern, Mitgliedschaft des Tonsetzerverbandes
inserer Gauvereine, Bezug der Sängerzeitung, Veran—
taltungen des Gaues, Vertretungen des Gaues nach außen,
Vahl der Vorstandschaft und des Gauchormeisters, Mit—
zliederstand und Schriftverkehr. Bundesvorsitzender Stadt—
chulrat Bongard und Geschäftsführer Rauchholz legten in
urzen Umrissen die Arbeit des Bundes dar, bezgl. der
Verbetage des Saar-Sänger-Bundes, des Bundesfestes für
steunkirchen und die gepflogenen Verhandlungen mit den
andrats- und Kreisämtern und Bürgermeistereien des
Zaargebietes betr. geldliche Bezuschussung, wie sie von
eiten dieser den Turn- und Sportverbänden schon Jange
zjewährt werden. Bezüglich des Bundesfestes gab Bundes—
jeschäftsführer Rauchholz bekannt, daß bis zum 1. Mai
. J. den Gauvereinen das Bundesfestbuch für die aktiven
Zänger per Nachnahme zugehen wird, um so auf diese
Veise die Garantiesumme für das Bundesfest sicherzustellen,
Ferner gab er bekannt, daß jetzt den Gauen Gelegenheit
segeben ist, durch lehrreiche Vorträge mit Lichtbildern ihre
Zautagungen zu vertiefen, und er bittet die Gauvorstand—
schaft, bei erster Gelegenheit davon Gebrauch zu machen,
dä diese den Gauen unentgeltlich zur Verfügung ständen.
Bezüglich der Konzerte des Wiener Lehrer-A-cappella-Chores
virdder Gau, da voraussichtlich in St. Ingbert kein Kon—
zert gegeben werden wird, nach Mittel-Bexbach oder Saar—
zrücken zugeteilt, ijedoch soll bei der nächsten Bundosknor

8 für das Bundesfest in Neunkirchen! Kein Sänger
6 P darf fehlen! Es kommt bei dieser Heerschau der
⏑ ⏑ v deutschen Sänger an der Saar auf jeden an!
            
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