Full text : 7.1929-1930 (0007)

cchlief ich wie ein Ratz und schnarchte wie ein, Bär!
und (ohne mir fiel darauf einzubilden) wollte ich fast
darauf wetten, daß es Ew. Gnaden 2à — eben auch
d ging! — Sie lächeln? — werden rot? — v ja — ich
hin“ glücklich! — mein Glück ist gemacht! — Doch ach,
ver schlägt mich auf die Achseln? wer guckt mir in mein
Schreiben? — 4auweh, auweh, auweh! — mein Weib! —
Run in Gottes Namen, ich hab sie einmal und muß sie
behalten! — Was ist zu tun? — Ich muß sie loben — und
mir einbilden, es sei wahr! — Glücklich bin ich, weil
sch keine Aurnhammer brauche, um Ew. Gnaden zu schreiben,
vie Herr v. Taisen oder wie er heißt (ich wollte, er hätte
gar keinen Namen!) denn ich hatte an Ew. Gnaden selbst
etwas zu schicken. — Und außerdem hätte ich Ursach gehabt,
Ew. Gunaden zu schreiben; doch das traue ich mir, nicht zu
sagen; — doch wärum nicht ?—9 Also, Courage! — Ich
noöoͤchte Ew. Gnaden bitten, daß — pfui Teufel, das wär
— A propos: kennen Ew. Gnaden das Liedchen
—

Seite 262 pr“

ull Saar⸗Sänger⸗Vunde

unuhs Ne. 18

mentalwerke, darunter ein Zyklus Klaviervariationen, eine
I-Moll-Sonate für Viola (Cello) und Klavier, ein Streich—
trio in A, eine Suite für Streichquartett in C- und ein
Streichquartett in A-Moll geben Zeugnis von seinem Fleiß,
feinem Talent, seinem erstaunlichen Können. Er war ein
Schüler von Rinkens, Wolfrum, Humperdinck, Robert Kahn
und studierte an den Universitäten München und Heidelberg
Seine künstlerische Einstellung war die denkbar günstigste,
so daß nach menschlichem Ermessen Großes von ihm zu
⸗e»rwarten wär. Seine Werke zeigen technisches Können, be—
vondere kontrapunktische Begabung, musikalischen Fluß, Ge—
taltungsgabe, Sinn für Melodie, Sicherheit in der Form,
zute Stimmführung, Uebereinstimmung von Inhalt, und
Form: frühreife Meisterschaft! Dauernden Wert dürften
dehalten: die Chorwerke „Herzog Ulrichs Jagdgesang“ und
„CErueifixus“, beide wiederholt aufgeführt; Steingräber—
Verlag, Leipzig; die „Klaviervariationen über ein altes
Minnelied“, gespielt von Paul Schramm, Walter Gieseking,
Emmi Knoche, Fritz Dettmann, Fr. Blume usw.; die
„H-Moll-Sonate“, aufgeführt in Berlin, Breslau, Stettin,
Magdeburg, Chemnitz, Halle, Kassel usw.; das „Streichtrio“,
rufgeführt in Berlin, Eisenach, Leipzig usw.; die „Suite für
Streichquartett“, aufgeführt in Eisenach usw.; das „Streich
juartett in A-Moll“, aufgeführt in Berlin, Eisenach usw
Ist sein Streichquartett sein reifstes Werk, so ist die H-Moll
Sonate das ergreifsendste; sie dürfte den Titel tragen: „Au
den Tod eines jungen Helden“.
Prof. Jos. Achtelik.
Im Rahmen einer Veranstaltung moderner Chormusik in
Mainz, fand die Uraufführung der „sechs alten deutschen
dieder“ für Männerchor mit kleinen Vorspielen für 5
Solobläser von Franuz Willms mit durchschlagendem Erfolg
statt. Auch der Willmssche Liederzyklus „Pastorale“ für
eine Singstimme und 5 Solobläser wurde mit großem
Beifall aufgenommen. Das Programm dieses weit über
dem Niveau rer Chordarbietungen stehenden Abendé
enthielt noch Werke von Hindemith und Lendvai, die unter
der Leitung des Dirigenten Hans Betz eine vorbildliche
Wiedergabe erfuhren.

Ein Frauenzimmer und ein Bier
Wie reimt sich das zusammen? —
Das Frauenzimmer besitzt ein Bier,
Doch schickt sie einen Bluzer mir —
So reimt es sich zusammen.
Nicht wahr, das hätte ich recht fein angebracht? Nun
aber senza burle. Wenn mir Ew. Gnaden auf heute abends
einen Bluzer zukommen lassen könnten, so würden Sie
nir wohl eine große Gnade erweisen. — Denn meine
Frau ist — ist — ist und hat Gelüste — und aber nur
zu einem Bier, welches auf englische Art zugerichtet ist!
— Nun brav Weiberl; — ich sehe endlich, daß du doch
zu etwas nütze bist! — Meine Frau, die ein Engel von einem
Weibe ist, und ich, der ich ein Muster von einem Ehemann
bin, küssen beide Ew. Gnaden tausendmal die Hände und
sind ewig dero getreue Vasallen.
Mozart Magnus, corpore parvus
et
Constantia omnium uxorum pulcherrima
et prudentissima.
Wien, den 2. Oktober 1782.
An die Aurnhammer bitte kein Kompliment.
Klingt das nicht wie Mozartsche Musik? — In voller
üäbermüt'ger Laune, tänzelnder Geistigkeit. Nicht immer
sind die Briefe des Meisters so leicht, in anderen spricht
tiefe Gottverehrung, warmes Innenleben aus den Zeilen.
180 an der Zaähl hat Karl Storck gesammelt.“) Seine Aus—
wahl liest sich wie ein „in wirkungsvollen Tönen gehaltener
Lebensabriß und gibt ein getreues Bild Mozarts in allen
Stadien seiner Entwicklung. (Tägl. Rundschau.)
Siegfried Kuhn zum Gedächtnis. Am 15. Juli 1915 fiel
er auf den polnischen Schlachtfeldern als 22jähriger Leut—
nant. Ein junges Musikantenherz, in des Wortes tiefster
Bedeutung, war bei seiner „Schlußsermate“, bei seinem
„Fine“ angelangt. Hatte Jung-Siegfried sein frühes Ende
odrausgefühlt, daß er in knapp vier Jahren eine so erstaun—
liche Menge der verschiedensten doneie schaffen
mußte? 23 Sololieder, 20 Chorwerke aller Art, 10 Instru—

Von Max Meyer⸗-Olbersleben, von dem wir in voriger
Nummer aus berufener Feder ein Bild seines Lebens und
Schaffens brachten, besitzt unser Bundes-Archiv zur Ein—
ichtnahme für alle Chormeister folgende Chöre: Das
Zaarlied, Text von Ernst Noeldechen, dem Sängerbund
diederkranz⸗Concordia Fraulautern gewidmet, als Saar—
änder Liederblatt Nr. 3 im Bundesvertrag erschienen.
Ferner aus dem Verlag J. V. Blatz, Ludwigshafen a. Rh.
Das deutsche Gemuüt, Text von Julius Hammer,
Wüchsen mäür Flügel, Text von Julius Wolf
Dämmerweben, Text von Julius Gersdorff, Lied
zines fahrenden Schülers, Text von Rudolf
Baumbach, Der Waldseeé, Terxt von Heinrich Leuthold.
Endlich aus dem Verlag Heinrichshofens in Magdeburg die
Volksweise: Im Garten blühen und duften die roten
Röselein.
Sursum Corda! Hymnen an die Kirche von Artur
Piechler, Verlag Adolk — Berlin W. Komponiert
nach tief empfundenen orten von Gertrud le Fort für
Gemischten Chor, Solo-Quartett, Orchester und Orgel. Es
erschien im gleichen Verlag auch ein Klavierauszug mit
Text. Die Hymnen stellen einen Dialog zwischen der
zrübelnden, ringenden Seele mit der Kirche dar. In hohem
Glanze und erschütternder Erhabenheit aber schaut die
Seele alsbald die Geheimnisse von Advent und Weihnacht,
oon Passion und Ostern und vom Pfingstfest und ftimmt
nun voll tiefster Ergriffenheit in den Lobpreis der Kirche

*) Frau Dr. Karl Storck, Köln, Teutoburgerstraße 1,
stellt unseren Lesern eine Restauflage dieser Sammlung
195. Seiten) zum herabgesetzten Preis von 1,75 RM.
n Ganzleinen und 1,50 RM. in gut ausgestatetem Ge—
schenkband zur Verfügung, Wir empfehlen allen Freunden
Mozarts und seiner Musik, von diesem günstigen Angebot
Gebrauch zu machen.

—— das daus für
Passage⸗Kaufhaus AG 73.
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