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unt/ Saar⸗Sängere Bund fe
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5Sch ldacchhtfelt.
Wahrhaftig dort klapperte die Kutsche an, und Kaspar
WVepeitschte die Pferde, um noch rechtzeitig den Bahn—
hof zu erreichen.
Wenn das mit richtigen Dingen zugeht!“ rief Illa.
Der Baron war aber schoön aus dem haltenden Zug ge—
sprungen und mit beeilten Schritten auf das Stations—
zebäude zu, ohne ihr behilflich zu sein. Dem Manne
mußte sie erst beibringen, daß er jetzt hinter sich fseine
Frau herzuschleppen hatte.
Am Ausgang des Bahnhofs stand ein untersetzter alter
hderr, kurzes schlohweißes Haar, im gesundroten Gesicht
zrauer stacheliger Schnurrbart. Schmiß aufgeregt den
Staubmantel von einem Arm auf den andern, schmetterte
Kaspar an, eine halbe Stunde warte er schon, er sei doch
schon mit dem Frankfurter Zug gekommen, nicht mit dem
blner, ausdrücklich geschrieben häbe er doch, daß er nach
den Mannheimer Flugtagen herüberkommen würde.
Mit dummem Gesicht blieb Kaspar auf dem Bokk sitzen
and starrte den Baron an, der hinter dem schneidigen
derrn auftauchte, ihm auf die Schulter klopfte, sagte:
Na, General, hast du es denn so besonders eilig, auf
den Mauskopf zu kommen?“
General Rosenbaum-Solemacher schüttelte dem Vetter
herzhaft die Hand. „Sieh da, die Segler der Lüfte!
Schon retour? So so, Kaspar hat also auch den Kölner
Zug abwarten müssen? Zwei Fliegen mit einer Klappe,
vas? Kaspar, mein Sohn, ein aändres Mal 's Maul auf—
machen.“
„Nee, nee, der Kaspar hat's schon richtig gemacht. Die
Kutsche ist nicht für mich geschickt, aber mitnehmen wirst
du uns doch wohl?“
Langte hinter sich und holte Kamilla her, die laut-fröh—
liche Begrüßung mit dem alten Herrn austauschte. Die
dand küßte er ihr, legte sie jetzt schon mit Beschlag für
den Wintersport in Schreinerhaus, half ihr in den Wagen.
Na, aber wieso denn der Wagen nicht für sie beide ge—
schickt sei? Wie, sapperment! Die Baronessen wüßten nichts
bon ihrem Kommen? Ob sie denn nicht zum Schlachtfest
zrwartet seien?
„Noin,“ sagte Kaspar vom Bock her, „und am Tisch isch
dach kei Platz mehr.“
Zum Schlachtfest?“ wiederholte der Baron scharf, „na,
da kommen wir ja eben recht.“
Illa Lanz blickte geradeaus. Zerstoben ihr Wolken—
baradies; die Erde hat sie wieder. Die Herrn sprechen
pon dem Süddeutschlandflug. Sie konnte stillsitzen und
nachdenken.
Als die Kutsche in den Feldweg einbog, sah man die
dichter des Mauskopferhofs. Der Remter war beleuchtet.
die Hunde schlugen an. Der General sagte zu Overstolz:
„Nimm mich in dein Schlafzimmer mit, muß in eine
anständige Kluft hinein, sonst bin ich bei der Liskirchen
erledigt.“
Musik tönte aus dem „Jungfersälchen“, Klavier und
Beigenspiel. In der Kellerküche stritt sich Gritt mit der
Köchin der Gräfin Liskirchen, die aushalf. Dazwischen
die Stimme des Ortsschlächters, der die Kesselwurst vor⸗
bereitete.
Als dann Gritt mit den Wasserschälchen für die Finger
— Kesselwurst muß aus der Hand gegessen werden — in
den Remter hinaufgeschickt wurde, um sie auf den bereits
gedeckten Tisch zu berteilen, kam Emma hinzu und legte
die von ihr gemalten Tischkarten auf. Va machte Gritt
geheimnisvolle Zeichen.
Der gnädsch Herr is komme mit's Freileinche!“
Emmas ersier Gedanke war: „Dann habe ich zwei Tisch—
arken zu wenig,“ ihr zweiter: „Wenn ich das Berta sage,
kriegt sie einen Schlagfluß.“ Ihr dritter: „Ich stelle mich
dumm.“
Petrissa war von dem hohen altmodischen Klavier auf—
gestanden und suchte mit dem jungen Kantor in den Mu—
sikalien. Wie die beiden nebeneinander standen, hätte die
sagere burschikose Petrissa mit dem an der Seite ge—
scheitelten, in die Stirn getollten Bubenkopf der männ—
liche Teil sein können, Eli Sanktus mit seinem Musiker—
haar und blanken Augen der weibliche.
Die Damen, die um Gräfin Liskirchen den Cerele bil—
deten, erbaten noch etwas von Beethoven. Berta winkte
Emma heran und flüsterte:
„Ist denn der General noch nicht gekommen?“
„On ja“, platzte Emma andeutend heraus, „mit noch
undern!“ Da erschien Kaspar in der Zwischentür in zimt—
arbener Livree, hielt den Kopf steif und meldete:
„Das Essen ist serviert.“
Das war der Augenblick, wo sich die Tür zum Flur
zffnete und die zwei Herren mit Illa Lanz eintraten.
Aufsehenerregend insofern, als Overstolz schon als „leider
»erhindert“ angekündigt worden war. Trat also in feier—
ichem Schwarz an, nicht ganz Herrenschnitt „Prinz of
Wales“, aber er hat bei den Konsulatsfesten in Konstan—
inopel und Bombay bestanden, bei dem Gesandtschaftsfest
don Eduardos, dessen Besitz sy groß war wie die Rhein—
ande zusammengenommen — also wird er auch noch dieser
Familiensimpelei standhalten.
Geht geradewegs auf die in ehrfürchtig ergebene Frauen—
unde thronende Gräfin Liskirchen zu und begrüßt sie.
Die vor allem, um in dem erlauchten Kreis überhaupt
noch lebensfähig zu sein.
Trotz ihres greisen Hauptes, dem blutleeren Gesicht mit
den schlaffen Hängebacken war Gräfin Liskirchen noch die
interessante Frau, der die Herren nicht nur pflichtgemäß
ihre Reverenz machten. Freilich ein Bild ohne Gnade.
Jetzt ruhte ihr glaskalter Blick prüfend auf Illa Lanz,
die unentschlossen an der Tür stehen blieb, den Ober—
örper leicht vorgeneigt, wie schöne, scheue Tiere, die flüchtig
am Waldrand auftauchen.
Befriedigt musterte die Gräfin ab: klug und bescheiden,
vie sie ehemals zu ihren Füßen gesessen, die Modellmamsell
jat also nicht auf sie abgefärbt, einfaches Kleidchen, aber
schick auf ihrem schlankgerundeten Körper; leise Nuance
ins Altmodische hinein hätte die vornehme Linie noch mehr
zjewahrt. Als Dame von Stand konnte man sich aus
ziesem Warenhausstil doch nur in eine Zeit passé zurück—
retten. Resultat der Abmusterung. Und winkte das Mädchen
zu sich heran, gestattete ihm, ihre Hand zu küssen
Das war für die Damenrunde ein Wink des Himmels,
ie reichten nun auch ihrerseits ihre gepflegten Hände dem
Mädchen hin. Aber diese gentile Beschäftigung stockte jäh,
als die markig, traditionelle Overstolzenstimme laut wurde,
zuchstäblich laut, wo doch schon in normaler Verfassung
der Baron nicht leise sprach. Also er sprach:
„Einen Augenblick zwischen Tür und Angel! Oder meinet—
vegen: zwischen Lipp' und Kelchesrand. Ich, müßte ja
eigentlich warten bis zum Schweinsbraten, so um den
dritten Gang rum, aber ich möchte keinen meiner lieben
Verwandten mitten im Vergnügen den Appetit verderben,
zarum sollen sie es jetzt schon wissen: Ich alter Knopp
jabe mich mit der Kamilla Lanz verlobt und werde sie
Jeute in vier Wochen heiraten“
Nanny Lambrecht.
Aus: Overstolz
Verlag Köhler K Amelana
Leipzig.
4 für das Bundesfest in Neunkirchen! Kein Sänger
77 I darf fehlen! Es kommt bei dieser Heerschau der
—* deutschen Sänger an der Saar auf ieden an!