Zeite 18 IIM.
Saar⸗Sänuger⸗Band
Nr
Bist du der Sturmwind, der die Erde minnt,
Und Meer und Firmament erfüllt mit Klang?
Bist du, was über alle Himmel rinnt,
Der Ton
In der Gestirne ewgem Liebesgang?
Bist du der Ruf, der fremd und nie gehört
Auf meine stummen Echowände fällt,
daß meine Seele aufsingt, glückverstört?
A
Wer bist du, süße Melodie der Welt?
Ilse Reicke.
höchst lebendiger Schilderungen aus deutscher Landschaft
uind von ea Reisen bereichert worden; es wurde
sleichzeitig vertieft durch zahlreiche fein durchdachte welt—
inschaäuliche und lebenskuͤndliche Kapitel; schließlich aber ist
sein Werk als praktisches Nachschlage- und Orientierungs—
verk durch eine ganze Reihe sorgfältig ausgearbeiteter
Berufsartikel und durch die Schilderung und Zusammen—
tellung bekannter Ausbildungsstätten noch außerordent—
ich geftiegen. Der ganze Umkreis der Fragen, die das
unge Mädchen bewegen, sind hier von hoher Warte qus
rörtert: Wandlung der Frau. Zopf und Bart. Alte
Zßriefe. Das junge Mädchen in der hohen Politik. Land
ind Leute. Das Ideal des jungen Mädchens. Jugend
uind Alter. Das junge Mädchen und die Dame. Das
unge Mädchen und der junge Mann. Das Gänschem
ind die Pute. Zimmer der jungen Tochter. Jung—
nädchen-Geselligkeit. Tanzen. Berufskleid, Trachten—
kleid, Stilkleid. Zeitunglesen. Verlorenes Land. Lichter
an der Grenze. Unterwegs. Fremde Sprachen. Rat—
schläge Maria Theresias. Die gräßliche Politik. Die Frau
rüs dem Volke. Das schüchterne Mädchen und die große
Frau. Frauen neben berühmten Männern. Die Schwester.
Mädchenftreiche einer Kaiserin. Weg zu einem Dichter.
Ein Besuch bei Selma Lagerlöf. Flammen im Kamin.
Einfahrt in New York. Am
wildesten Wasser der Welt.
Die Negerin von heute. Prin—
zessin Chinquilla. Organi—
siertes Jungmädchentum. Das
Wochenende. Das Werk un—
serer Hände. Selbstverdientes
Beld. Zwei kleine Lebens—
regeln. Soziale Arbeit. Die
Blumenfreundin im Beruf.
Die junge Landwirtin. Um—
zgesattelt. An der Schreib—
naschine und hinter dem
Verkaufstisch. Die Postbe—
imtin. Die Studentin. Das
P. F.hH. Das Lettehaus. Die
eutschen Schulen für Körper
ultur. Was will ich werden,
Ausbildungsstätten. Liste der
virtschaftlichen Frauenschulen
ändlichen Hausfrauenschulen
ind verwandten Anstalten.
Wohlfahrtsschulen. Verzeichnis
der Landes- und Provinzial—
»erufsämter. Sowohl für das
unge Mädchen selbst, als für
Eltern und Erzieher steckt
das fesselnd geschriebene Werfk
»oller lebenswichtiger Anre,
tungen, Winke, Führungen.
Zelten wohl hat sich das
Lositive, Gesunde, Werte—
schaffende der „Moderne“ so
rein und so ernst heraus—
ristallisiert wie in diesem
Buche. Es ist erfüllt von
zerrlicher Lebenswachheit und
virklicher Jugendkraft.
Praktisch von höchster
Brauchbarkeit und Umsicht,
geistig von ernster, weltan—
chaulicher Vornehmheit, Reife
uind Tiefe, verdient es wahr—
jaft seinen Untertitel „Ein
Buch der Lebensgestaltung“
Der Verlag hat durch eine
sehr reizvolle Ausstaättung
und durch 61 Zeichnungen
der begabten kapriziösen Liese—
lotte Friedländer das seine
»azu beigetragen, die äußere
Bestalt des Buches seinem
nneren Gehalt würdig an—
uvassen J. B.
Aus: Reicke,
Doæ MMnnho—
Dr. Ilse von Hülsen-Reicke.
Ilse Reicke als Tochter des Berliner Oberbürger—
meisters und der Porträtmalerin Sabine Kolscher geboren,
Studentin in Berlin, Heidelberg, Greifswald, promovierte
zum Dr. mit einer Dissertation über das Dichten in psycho—
ogischer Betrachtung, Chefredakteurin der ersten Frauen—
Taägeszeitung „Neue Frauen-Zeitung“, vertiefte Welt- und
Menschenkenntnis auf ausgedehnten Reisen durch Skandi—
navien, Finnland, Italien, Frankreich, Amerika und ent—
wickelte eine starke publizistische und literarische Tätigkeit,
die ihrem Namen bald einen bedeutenden Ruf sicherten.
Wir nennen die Versbücher: Das schmerzliche Wunder,
ẽswige Legenden, Gesänge, die Romane: Der Weg nach
Ldohde, Boote im Strom, Das unbeweinte Ehemals, und
ihre Frauenbücher: Frauenbewegung und Erziehung, Die
neue Lebensform, Das junge Mädchen. Ihr seélenvolles,
farbenreiches Versbuch Ewige Legende, ein Kreis
oon sechzehn Gesängen, Verlag Erich Lichtenstein in
Weimar, läßt uns erlauschen, wie die festgebaute Burg,
das stolze, ftürmesichere Herz nun doch erliegt, als „Du
kamst mit deines Sanges Zither, mit deiner Stimms
Windschalmeien“. Und wie nun dem Strom nichts bleibt,
als „ewig in deinem Meer“ zu münden. Ilse Reickes
Dichtungen sind voll hochgestimmter Musik. Der Gedicht-—
zyklus Ewige Legende ist von Professor Ludwig Heß für
Sopran und Tenorstimme, begleitet von Geige, Cello und
Klavier, vertont worden. Vielleicht holen wir demnächst
einmal die Wiedergabe wenigstens eines Ausschnittes nach.
Einen tiefen Eindruck in die Welt der Dichterin gibt
uns ihr zeitgemnäßes Werk Das junge Mädchen, ein
Buch der Lebensgestaltung, mit 61 Illustrationen von
dieselotte Friedländer, 10. Auflage 1928. In ganz, neuer
orgfältigster Ausstattung auf bestem holzfreiem Papier.
Broschiert RM. 6,—, kostbarer Geschenkband in Ganz-—
zallonleinen RM. 8,-. Rudolf Mosse, Buchverlag, Berlin.
In vollkommen neuer Durcharbeitung tritt dieses erfolg—
reichste, allseitig glänzend beurteilte Jungmädchenbuch vor
»as Publikum. Das resolute, lebenskluge, frische und dich—
erisch feinfühlige Brevier des heutigen jungen Mädchens
c Inn der Morftoasforin um oino Aiisfo unfterRostsiomor un