Seite 246 P
nissj Saar⸗Sänger-Bund ssi
»VIU Nr. 11
Gau Beckingen.
Tie Sänger des Haustadter Tals haben sich zu einer Ar—
beitsgemeinschaft zusammengeschlossen: Duartettverein „Al⸗
nenrausch“ Haustadt, MeG.eV. „Liederkranz“ Honzrath,
Zänger-Quartettverein „Perle“, Erbringen und M.GV.
„Lyra“ Düppenweiler
vie sie die Pflege mit tieferen Gedanken erfassen sollen
Durch Pflege des deutschen Liedes in den einzelnen Ver—
inen und Verbänden soll Kleinarbeit für etwas Großes
gzeleistet werden, der Gemeinschaftsgedanke, ein einziges,
ꝛiniges, großes, deutsches Volk zu sein, muß mehr in den
Vordergrund treten, das uns Trennende, die allzugroße
zersplifterung in wirtschaftliche, konfessionelle, politische
ßarteien und Grüppchen, die uns auf den toten Punkt
ringen, muß durch das Lied überwunden werden. Der
zroße Gedanke der deutschen Bluts- und Volksgemeinschaft
zurch die deutsche Sprache, deutsche Kultur, deutsche Kunst
nuß durchs deutsche Lied gefördert werden, daß wir uns
zald wieder als einiges, geschlossenes Volk im einheitlichen
Laterlande finden und dadurch vor dem Untergang als
Lolk bewahrt werden und deutsche Kultur, Kunst und Sitte
u der Welt ihre Geltung behalten. Bongard streifte noch
zie unliebsamen geldlichen Vorkommnisse im Deutschen
Zängerbund. Es wurde überall Opferbereitschaft gezeigt
im die große deutsche Sängersache nicht durch die Schuld
iniger Unwürdiger leiden und in Mißkredit bringen zu
assen. Die Ansprache fand bei den Sängern lebhaften
Widerhall. Die Vertreter stimmten der Aufstellung eines
Jahresprogrammes zu. Die Veranstaltungen werden auf der
nächsten Gautagung, die am 9. März in Holz ist, festgesetzt
Es wurde noch berichtet über die letzte Bundesvorstands—
itzung in Saarbrücken und einige Bekanntmachungen des
Bundes vorgelesen. Gesangverein „Flora“ Heiligenwald
and „Konkordia“ Merchweiler erfreuten und verschönten
die Tagung durch guten Vortrag mehrerer Lieder.
In Quierschied kam erfreulicherweise ein Zusammenschluß
zustande mit dem Männergesangverein, dem Gesangverein
„Edelweiß“ und einigen Mitgliedern des Gesangbereins
„Flora“. Die Vereinigung führt den Namen „Sängerbund“
und stellt heute schon über 1850 aktive Sänger. Chöormeister
Ernst Kredteck wird es gewiß gelingen, den Chor recht
bald empor zu führen!
Gau Dillingen.
Ter Gau Dillingen hatte zu einem Gaukonzert geladen,
dessen Vorbereitung und Durchführung vollste Anerkennung
verdienen; sie wurde der Veranstaltung denn auch durch
die gesamte Presse zu teil. Eine besondere Note erhielt
das Gaukonzert durch den unter Leitung des Bundeschor—
meisters Schrimpf stehenden Kammerchor des Bundes, der
vertvollste Madrigal⸗ und Volksliedliteratur durch feinste
akustische und seelische Abstimmung den Herzen tiefinnerst
nahe brachte. Tie Geschlossenheit des Chorklangs und die
Zerzandringlichkeit und Wärme des Vortrags nahmen die
hörer in Bann. Erfreulicherweise hatten sich die Gau—
höre zu Gruppen zusammengefaßt, und so sicherten auch
sie sich ausnahmslos den nachhaltigsten Eindruck. Gruppeé
mit M.G.⸗V. „Eintracht“ Tällingen und Sängervereini—
zung „Concordia“ Pachten fand unter dem Stabe von Chor—
meister Robert Carl, die zweite Gruppe mit M.⸗G.V.
Fidelio“ Diefflen, Quartett Diefflen, „ armonie“ Körprich
Männerquartett Piesbach unter Chormeister Karl Schäfer
die dritte mit M.⸗-G.VB. „Sängerbund“ Taällingen und M.
G.⸗VB. „Liederkranz“ Nilbach unter Chormeister Gottlieb
— Knappe Kürze des Programms, Liedwahl und
Liedfolge, sowie die Turchführung war vorbildlich. Wir
zätten nur gewünscht: straffer diszipliniertes An- und Ab—
treten der Sänger uͤnd stärkere Werbung unter der doch so
liedfrohen, kunstbegeisterten Bürgerschaft Dillingens. Ter
Bau kann sich zu dem künstlerischen Erfolg beglückwünschen
M.⸗G.⸗B. „Eintracht“ Dillingen bezeugte seine kraft—
volle Aufwärtsentwickelung unter Chormeister Robert Carl
wieder durch sein 2. Konzert, das einen vortrefflichen Ein—
blich in zeitgenössisches Chorschaffen gab. In glänzender
Durcharbeitung brachte der Verein Tilmann Straters „Am
Abend“, drei Kaunchöre, „Hinaus“ von Thuille, „Primulqa
veris“ von Iaenberg José Berrs „Singspiel vom Rhein“
Trunks „Fidelitas“ ünd Fischers „Der Studenten Nacht—
zesang“ heraus, darunter drei Erstaufführungen! Wahrlich
zine Leistung! In der Sopranistin Lilly Juecckel, die der
Chormeister des Vereins am Flügel mit ausgezeichneter Ein—
fühlung begleitete, war eine Solistin gewonnen, die sich
mit ihrer aus der Tiefe schöpfenden Interpretation von
Brahms, Wolf und Leo Blech auf das Niveau des Kon—
zerts einzustellen vermochte und ihm noch ihrerseits eine
leuchtende Note verlieh
BGau Rischbachtal.
Zum Jahresgautag des Gaues Fischbachtal in Merchweiler
waren der Bundesvorsitzende, der Bundeschormeister und
der Bundesgeschäftsführer erschienen. „Konkordia“ sang zur
Eröffnung, zwei Volkslieder. Nach dem Geschäftsbericht ist
der Gau einer der kleinsten des Bundes, er zählt nur sechs
Vereine, doch ist zu hoffen, daß in diesem Jahre weitere
Vereine dazu kommen, Der Gau hatte mehrere Tagungen,
obeteiligte sich am Bundesfest in Neunkirchen, hatte in Hol,
ein Wertungssingen und machte eine Gauwanderung. Nach
dem Kassenbericht decken sich Einnahmen und Auͤsgaben
so ziemlich; es verbleibt ein kleiner Ueberschuß von 12560
Franken. Kassierer und Vorstand wurde Enktlastung erteilt
Bei der Vorstandswahl wurden fast alle Vorstandsmitglieder
wiedergewählt. 1. Gauvorsitzender Huwer (Flora“Fisch—
bach). Als Gauchormeister und in den Musikausschuß wurde
Chormeister J. Meiser (Merchweiler) gewählt. Vertreter
im Bundesvorstand sind der erste Gauvorsitzende und der
Bauchormeister. Für den Ehrenvorsitzenden des Gaues,
Sänger Georg Kipper („Flora“ Fischbach) wird die Ehren—
nitgliedschaft des Bundes beantragt. Der Bundesvorsitzende,
Stadtschulrat Bongard, Saarbrücken, entbot allen Sängern
dersönlich und den Vereinen ein Glückauf für ein gutes
Jahr und, gedeihliche, fruchtbringende Arbeit in Verein,
Bau und Bund. Mit ehrenden Worten überreichte er einem
treuen, alten Sänger, Phil. Michel, Fischbach, für 40jährige
aktive Tätigkeit die goldene Ehrennadel des D.S.B. Ein—
drucksvolle Worte richtete er an die alten und jungen
Sangesbrüder über die Aufgabe des deutschen Liedes uͤnd
Gau homburg.
Wir haben verschiedentlich auf die Laute als geeignetes
Instrument für Hausmusik und als Begleitinstrument für
das einstimmige Volkslied hingewiesen. In uneigennütziger
Weise hat nun der Chormeister J. Rosenlehner dem M.G.B
„Eintracht und „Harmonie“ Homburg einen Ausbildungs
kursus zustande gebracht, an dem bis jetzt 15 Damen und
derren, auch aus Bexbach, Beeden, Erbach, teilnehmen.
Wir halten das Unternehmen im Interesse volkstümlicher
kunstpflege recht verdienstlich.
In der Generalversammlung des M.G. V. „Liederkranz“
hßolz konnte dem Kassierer nach seinem Bericht mit Danlk
Entlastung erteilt werden. Die Vorstandswahl ergab: 1.
Vorsitzender: Peter Brück; 2. Vorsitzender: Karl Stein;
1. Schriftführer: Jakob Klein; 1. Kassierer: Heinxich Lauter
hach 1; Kassenrevisoren: Jakob Schoffärbel und Fritz Gräser.
Zu dem am 30. März 1930 in Heusweiler stattfindenden
Wertungssingen wurde jedem aktiven Mitglied die Teil—
nahme zur Pflicht gemacht. Zu dem Preisfingen in Trier
vurde beschlossen, vorläufig für jeden Sänger die Hälfte
der Fahrt aus der Vereinskasse zu bestreiten. Als neues
ꝛktives Mitglied wurde Karl Mühlhäufer jun. einstimmig
rufgenommen. Wilhelm Diehl stellte den Antrag auf An
fertigung neuer Quittungsbücher zwecks näherer Kontrolle
ezahlter Beiträge; diesem Antrag wurde auch stattgegeben.
Dieselben sollen für zwei Jahre gelten. Auch wurde von
ihm die Frage an den Vorstand gerichtet, in wieweit das
Vereinsvermögen versichert sei. Es wurde erklärt, daß diese
Angelegenheit geregelt wird.
M.G.V. Eintracht“ Lebach hat auch in der verflossenen
Silvesternacht wiederum ein Beispiel dafür erbracht, daß
die Jahreswende ein dankbares Betätigungsfeld für uͤnfereé
Männergesangvereine in sich birgt. Zusammen mit der
Feuerwehrkapelle Lebach konzertierte der Verein um die
mitternächtliche Stunde auf dem alten Marktplatze. Die
kapelle eröffnete die Feierstunde mit einem Chorale, M.G.V.
Eintracht“ folgte mit „Die Nacht“ von Schubert. So—
dann hörte man einen schneidigen Marsch, und im An—
chluß daran trug ein jüngeres Mitglied des Vereins das
. Limperts Sängertaschenkalender 1930 enthaltene Ge—
dicht „um neuen Jahre“ vor, dem voll Kraft und Schwung
das „Weihelied“ von Striegler folgte. Ein zweiter Marsa
der Feuerwehrkapelle beschloß die Weihestunde. Ein zahl
reiches und dankbares Publikum lauschie und spaärte nich