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Saar⸗Saänger⸗Bund Il
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oder Musik gegeben werden, denn Atmung und Herz—
schlag, von denen der Eigenrhythmus abhängig ist und
die verschiedenen seelischen Einfühlungen der Einzelnen
bedingt es, daß jeder Mensch hier anders arbeitet. Erst
aus der tiefsten Entspannung wächst langsam wieder die
Spannung; denn im Wechsel von Spanne und Lösen wird
Rhythmus erlebt. Besonders empfehlenswert sind von
Dora Menzler „Die Schönheit des Körpers, das
Ziel gesundheitlich-künstlerischer Körperschulung, mit pracht—
vollen Illustrationen, sehr instruktiv, dabei künstlerisch voll—
endet. Ebenso von derselben Verfasserin „ßFörperschu—
Fung der Frau“, ein Werk, das aus 5 Lehrtafeln,
Bildern und Merkworten besteht, beide Werke im Verlag
Dieck KeCo. in Stuttgart. Ein anderes, sehr feines
Büchlein über Gymnastik in der Schule ist herausgegeben
»on Hedwig Gärtner „Praxis der Gymnastik
In der Schule“, mit 35 photographischen Aufnahmen
pon —— Berlin. Verlag A. W. Zickseldt, Osterwieck
am Harz. —
Es ist nicht möglich, alle Systeme hier äanzuführen.
Alle haben das gleiche Ziel: die Erziehung zum Menschen.
Die Bestätigung für die Behauptung, daß es sich um
Erziehung handelt, bietet die Tatsache, daß eine Anzahl
von GEymnastiksystemen sich zur Gründung von Schulen
oder Gemeinschaftsgebilden genötigt fühlten, die dieses Er—
ziehungsideal haben. So die Duncan-Schule in Potsdam,
Schlaffhorst-Andersen-Schule in Rotenburg, Neue Schule
in Hellerau, Lohland-Seminar bei Dirlos, Kreis Fulda,
und andere. Es macht sich das Bedürfnis geltend, die
rhythmische Erziehung nicht an die übliche Schulung als
neues Fach anzuhängen; rhythmische Erziehung wendet
sich an den ganzen Menschen; demnach mußten Stätten
geschaffen werden, an denen der Rhythmus die Grund—
lage der Menschenbildung wird J. B.
And auf dem Hintergrunde dieses genial geschauten Zeit—
zildes die Schicksale Georg Forsters. Wie verfolgen ge—
pannt die Schicksalswege aus Göttingen zur Forschungs—
xpedition in die Südsee, nach Wilna, zurück nach Göttingen.
Zubtile psychologische Aufnahmen von Vater und Sohn.
Gewißzheit.
In mir ist das Herz des Vaterlandes
Und ich weiß es, Land, du wirst bestehn
Denn ein Herz so blütenvollen Standes
Kann nicht untergehn.
Anter deinen Sternen liegend,
Die die Sterne sind der ganzen Welt,
Mich an deinen Boden schmiegend.
der mich trägt und hält.—
Ina Seidel.
don Therese und wie sie alle heißen, für deren äußeres und
nneres Leben uns die Dichterin zu bannen weiß: Und
ebenso sicher konzipiert und ausgefeilt im Wort, getragen
oon hohem dichterischem Rhythmus der Roman Brömses—
hof, eine Familiengeschichte, Deutsche Verlagsanstalt Stutt—
jart. Konrad gelangt vom Krieg in sibirische Gefangenschaft,
iber es gelingt ihm durch Flucht Mexiko zu erreichen, wo
ex auf der Farm seiner landwirtschaftlichen Fähigkeiten
jemäß rasch Boden gewinnt. Der Kompaß aber zeigt nach
dause, zum Brömseshof, sein Erbe anzutreten, die Schwestern
zu entlasten, der greisen Mutter den Feierabend zu bringen.
MNeisterhaft schildert die Dichterin nun, wie ihm auf dem
dof seiner Väter alles verändert ist, daß er zu träumen
jlaubt, die rüstigen Schwestern wirtschaften, als ob er
ticht da sei, und die Mutter sieht schweigend zu: „Ich, ich
zin zu Hause, — trotzdem bin ich nicht da, das ist das
Furchtbare!“ Bis es ihm wie Schuppen von den Augen
ällt, weshalb er das Erbe nicht antreten kann und er
iun mit Christa, seiner jungen Frau, sich wieder aufmacht
n die Fremde, die seine Heimat werden wird. Auch hier
zewundern wir wieder, wie sicher und fein die Dichterin
nit psychologischem Scharfblick nicht nur den äußeren, son—
dern gerade den inneren Erlebnissen nachgegangen ist.
der klar gezeichneten, schaurig-schönen, balladesken Hand—
iung folgt der Leser mit steigender Spannung. W.S.
Junges Lieoö.
Weiß ich mich ins Ewige gerettet
leber Zeit und Raum.
Fühl ich unauflöslich mich verkettet
Zwischen Stern und Baum. —
Ina Seidel.
In Ina Seidel grüßen wir eine unserer geist- und
gemütvollsten Dichterinnen. Wir nennen nur ihre Vers—
zücher: Gedichte, Neben der Trommel her, Weltinnigkeit,
Neue Gedichte und ihre Werke erzählenden Inhalts: Hoch—
vasser, Das Labyrinth, Sterne der Heimkehr, Die Fürstin
reitet, Brömseshof, dazu: Das wunderbare Geißleinbuch,
Märchen für Kinder.
Die „Neuen Gedichte“, voll feingeschliffener Poesie,
iauschen der Schönheit der Welt. Alles spricht zu der
Dichterin in einer geheimnisvoll süßen Sprache magischer
Beseeltheit und kosmischer Verbundenheit: Bäume, Ge—
näuer, der Berg, Wiesenland, Beete voll Reseden, Alle
Straßen der hundertfältigen Erde sind ihr von Mutter—
ächeln umflossen, aus der Flucht vor der Stadt ist sie
zur Einheit mit der Natur heraufgewachsen, und mit
orpheischen Urklängen webt sich ihr gedenkvolles Lied ins
All. In diesen Dichtungen (in Leinen 8,50 RM.), denen
die Deutsche Verlags-Anstalt Stuttgart ein würdiges Ge—
vand gab, spricht sich ein wesentlicher Mensch aus, dem es
für der Seele Flucht und Wanderschaft nicht an Wind ge—
hrach und dem in seltener Reise aus Rätselfragen und
Märchensagen der steile, selbstsichere Weg ins Licht gelang.
In dem großangelegten Roman Das Labyrinth, ein
Lebensroman aus dem 18. Jahrhundert, Verlag Eugen
Diederichs in Jena, rollt die Dichterin ein feingeschautes
Zeit- und Kulturbild aus der Gelehrtenwelt Göttingens
zur Zeit der Klassik auf. Greifbar deutlich steht es vor
uns, nicht nur mit seinen von der Literatur her bekannten
Brößen und im Zeit- und Lokalkolorit, sondern im Er—
sißsen d Gsttaß däaJ tihernare inferessanton Ehnchoe
Bist du der Laut, der aus den Gräsern steigt,
Wenn Morgenwind in ihren Tauglanz bricht?
Bist du, wenn alles vor dem Aufgang schweigat.
Der Ruf
Der frühen Vögel in das Licht?
Bist du der Klang, der durch den Bergwald klirr—
In Rauhreifnacht, der Seufzer aus dem See,
Venn blind der Mond auf feinem Eise irrt?
Bist du
——