Full text : 7.1929-1930 (0007)

Seite 188 Ihruee rurunutshhhhhhh Saar⸗Sänger-Bund IIIIIPPPPUssssscsse Ne. 9
und Haus, Berufswahl und Doppelberuf der Frau, Woh- drüben auf der Landskrone, jenseits der Ahr. Und nun
353 — und Wohnungskultur, Dienstbotenfrage und Gast- ingen auf allen Kuppen die Flammenstöße an zu brennen.
ichbeit, soziale und positische Mitarbeit der Frau. Und so Im weiten Umkreise leuchteten Feuer an Feuer. Und so
chließt sich unmittelbar aus gleicher Grundhaltung heraus m Weiterfahren am, ganzen Rheinstrom entlang. Ueberall
hr köstliches Buch an: Die Exrziehung des Kindes Freudenfeuer, überall schmetternde Weisen. Das Herz wurde
zur Gesundhéit und Arbeitsfreudigkeit. Die— beit. Das Herz wurde still und ernst und schwer. Feierlich
es mit 39 Bildern vortrefflich ausgestattete Werk gehört vurde es allen zumute, die diese Flammenberge lodern
in die Hand jeder Mutter. Es ist ein aus göttlicher Mütter⸗ ahen, die diese hinreißenden Klänge vernahmen.
— verfaßter Ratgeber für alle üußeren und in— In Rolandseck, in Königswinter füllte sich das Schiff fast
neren Belange der Kindererziehung. Die Bildungsfaktoren zis zum Sinken Und nun auf dem Deck selbst Fanfaren,
or der Geburt, das frühe Kindesalter, das schulpflichtige ine? Musitkkapelle, Vaterbandslieder, von absen gemeinsam
Alter, die schulentlassene Jugend werden hier ins Licht zesungen. Vom Ufer böllerten sie, die Schüfse blitzten quf
gerückt. Auch hier ist alles gestellt auf Achtung vor des neder Racht. Auf der Bismarcksäule bei Bonn braunte eine
Kindes Eigenart als einem Gedanken Gottes. Erziehen dernde Schale von hochauffbackerndem Pech. Und da: am
heißt der Verfasserin nicht, Fremdartiges aufpropfen, son- Rhein entlang zogen fich Hunderte und wieder Hunderte
dern das, was im Kinde an Entwicklungsmöglichkeiten ruht, hon Fackeln. Die Stadentenschaft hielt ihren ümzug. Musit
zur Entfaltung bringen. Ausbildung der Frau als Haus— ind wieder Mufik. Und dazwischen unabsehbare Rehen von
an Muee don nicht diner egeeehe für 598 — zackelträgern. Und ein Winken und Rufen.
Ausbildung zurücktreten. Das Werk ist reich an trefflichen 5 zufJ da üher
ürteilen über wesentliche Kulturfragen: sexuerle Aufkä— — ingen von Deutscland, Fen ocen bher
7 ikles“ ldegte das Schiff in stolzem Bogen an der Landungs
rung, Jugendbewegung, Alboholfrage, Nacktkustur, Turnen, rüde am dihenea an
Zport, Erziehung durch Arbeit zur Arbeit, Charakterschu— Ernft und Hertha hatten kaum gesprochen auf dieser
ung. Frommigleit. Berussethos nr 3 Fahrt. Vorn am Bug dicht nebeneinanderstehend, hatten sie
Lon hohem Interesse sind guch Elsbeth Krutenbergs, so, desen Tag schweigend in“ mrein effleu udcen teebt
,alpotitigege und ngoztalehischer Werte . Dur hac! De diefen Tag eohe Srolzes auf dad inige bahe sihe er
Frauenbewegung, ihre Ziele und, Bedeutung“ er nachuget dubbehnende Veutschland
halten wir Einblick in die geheimen Triebkräfte der Bewe— * —
zung, Mittel und Werkzeuge zu finden, unser Volk auf— .4818 GRüdtʒzug der Truppen):
värse, zu neuer Kraft und zur Veredelung zu führen. In „„Waren sie müde, todmüde nach heldenhaftem vierlährigen
geschichtlicher Folge wird uns vergegenwärtigt, was die Kingen?
Verfasserin miterleöt, mitzuerkümpfen versucht hat. Daß die
Frauenfrage zunächst Brot- und Notfrage war, Hundert
dausende von arbeitslosen Händen nutzbringend einzusetzen,
dem Mädchen für den Lebenskampf gleichwertiges Rüstzeug
zu geben wie dem Knaben und dadurch auch festen sittlichen
dalt. Auch das junge Mädchen der höher gestellten Kreise
bor Zeitvergeudung zu bewahren und für wesentliche Auf—
gaben, für neue, lebenskräftigere Ideale in Anspruch zu
nehmen. Das öffentliche Werturteill über die schaffende
Frau zu berichtigen. Und dann läßt uns die Verfasserin
oon der Gründung des Allggemeinen Deutschen Frauen—
bereins und des Berliner Lette-Vereins 1865 an bis in
die Gegenwart hinein Kämpfe und Siege um die Gleich—
berechtigung der Frau im privaten, öffentlichen, Bildungs—
ind Rechtsleben miterleben, besonders interessant die Kämpfe
uim die Neuordnung des weiblichen Bildungswesens. Auch
dieses Werk läßt uns das hohe Ethos spüren, das hinter den
Forderungen steht; man greife nur einmal die Abschnitte
Sittlichkeitsfrage“ oder „Alkoholmißbrauch“ heraus. Auch
hier wird heute die Verfasserin mit Genugtuung auf zahl—
reiche entscheidende Erfolge des gesunden Frauenbewegung
»licken. In „Fugenderzrehung und Voltswohl?
ahrt“ sind wertvolle Vorträge zusammengefaßt, in denen
Elsbeth Krukenberg auf dem Grunde der Familie Auf—
klärungsarbeit leistet über Fragen der Erziehung und der
ozialen Nöte: Selbstsucht, Berufsbildung, uedde
unserer Mädchen, Aufkläürung über sexuelde Dinge und vor—
deugende Wohlfahrtspflege — alles getragen von dem
Wunsche, dem jungen Mädchen in seinem Werden und Wach—
en rechtzeitig zu helfen, es nicht der Not oder gar der
Schuld in die Arme zu treiben. Und so ist auch dieses
ↄrachtvolle Werk nicht eine beliebige Aufklärungsschrift,
sondern ein Werk bewahrender Liebe! Ihr ist es mit zu
danken, daß manches Abwegige in gesunde Bahnen zurück
gebogen wurde. In diesem verantwörtungsbewuͤßten Geiste
hat Elsbeth Krukenberg bis zu dieser Stunde entscheidend
an der Lösung der Frauenfrage mitgearbeitet. Ihr Name
wird immer genannt werden, wenn man die weisesten und
besten Krauen in der Frauenbewegung nennt! H. H.
Aus „Von Sehnfucht und Reichtum“.
1896 (25jähriges Bestehen des Deutschen Reiches):
Immer stärker dunkelte der Abend.
—* auf einmal blitzte es auf aus der Dämmerung. Am
Minderhera hohen sich hohe Leuchtfeuer empor. Und ebenso

„Sie mußten alle Völker
z1 Totengräbern haben,
h Deutschland in sich selber
Sie bonnten ganz begraben“
So klang es in Hertha.
Nun nahten sie, die draußen bis aufs äußerste helden—
aft standgehalten. Geräumt wurde alles Feindesgebiet, ge—
äumt wurden aber auch weite deutsche Landstrecken. In
iberstürzender Hast flutete alles zurück. Und doch in eiserner
disziplin. Deutschlands Frontheer hielt zusammen wmee eine
ae auch jetzt bei dem unsaabar traurigen, schmachvollen
lusgang.
Sie standen alle auf der Straße von früh bis spät, die
deimkehrenden zu begrüßen. Blumen und grüne Zweige
yoten sie ihnen dar, Zigarren, Zigaretten, Tabak. Sie wur—
)en in den Häusern nach Möglichkeit gut und reichlich ver—
flegt trotz aller Armut und Hungerblockade. Hatten sie
ticht einer Welt von Feinden eisern die Stirne gezeigt? War
s nicht ihnen allein zu danken, daß deutscher Boden frei
reblieben war vom Feind?
Nicht wie ein erzwungener Rückzug, wie ein Siegeszug
virkte trotz aller tiefen Trauer der Durchmarsch der Trup—
»en. Nun kehrten, sie heim. Anders wie sie es einstmals
zeträumt. Aber in voller Waffenrüstung, unbezwungen.
In so müde waren sie, innerlich wie betäubt, wie zer
zrochen.
Und viele, viele hatten diesen Blick: „Augen, überfüllt
nit Tod.“
1921 Gesatzungszeit):
Die alte Frau trat ans Fenster und sah der Davoneilen—
den nach. „Idealistin“, sagde sie leise, den Kopf schüttelnd.
Sie wird, neue Enttäuschungen erleben. Aber“ — sie sah
u dem Bilde ihres Mannes empor — „warst du nicht auch
alch unverbesserlicher, weltentrückter, menschenbeglückendet
Idealist?“
Es wurde ihr plötzlich in ihrem alten Herzen ganz jugend—
ich warm zu Mute:
„Wer um sie sein und mit ihnen leben darf, der weiß,
daß sie wie helle Flammen leuchten. Durch sie alsein wird
das Dunkel der Welt erhellt. Gsaube, Liebe und Hoffnung:
laube an den Aufstieg der Menschheit, Liebe zu den
Menschen, auch zu den ewig irrenden, und Hoffnung, daß
Bott stark wird in uns und uns die vechten Wege weisen
wird, diese drei bleiben immer die Stärksten. Die Weli—
üherwinder sind fie. Und die Ideglisten find ihre Träger“

* —— 8 —* 26 ⸗
ve Se
—— —2 —
J — —⏑—— S e“ t angagbert sulzbaeh
            
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.