Full text : 7.1929-1930 (0007)

Nr. 1 (msnin

it,

Saar⸗Sänger⸗Bund isl

Seite 11

vas sie durch Denkarbeit und purd Vertiefung des per—
önlichen Lebens exrang ließ ihre Kunst erkennen.
1909 trat Eleonora Duse von der Bühne zurück. Körper—
liche und seelische Leiden zwangen sie dazu. Sie lebte ganz
als Frau in steter Arbeit an sich selbst und Aufopferung
für andere 12 Jahre lang in Zurückgezogenheit. Nach dem
Weltkrieg, der sie wirtschaftlich ruinierte, kehrt sie zur
Bühne zurück. Die letzten Kräfte nahm sie zusammen.
Ihr Spiel schien innerlicher — reifer als zuvor. Den
Typus der ersehnten neuen Kunst „Cosi Sia“ brachte sie
zur Bühne. Der 21. April 1924 löschte das Leben dieses
großen Menschen, fern von der Heimat in ——
aus. H. 3.
Der Letteverein in Berlin.
Die Treue und Standhaftigkeit der Saardeutschen
ist mir ein Beweis dafür, daß Bande des Blutes und
kulturelle Bindungen stärker sind als äußere Macht—
berhältnisse. Mögen die saarländischen Frauen immer—⸗
dar ein wahrhaft deutsches Geschlecht heranbilden.
Dr. Lilly Hauff.

verbliche, künstlerische und wissenschaftliche Beruse hat er
en Ien erschlossen. Schneiderinnen-, Putzmacherinnen-,
Bzuchbinderwerkstätten, Haushaltungsschulen, Wasch- und
—
erteilt für Kochen und Hauswirtschaft, Handärbeit, Putz
und Kunsthandarbeiten. Handels- und Gewerbeschulen
verden gegründet und erweitert. Den heutigen Bedürf—
rissen entsprechend wurden Abteilungen eingerichtet für
Photographie, Röntgenographie, Metallographie usw. Das
st nur ein Ausschnitt dessen, was der Letteberein an
Berufsmöglichkeiten bietet.
Bis 1916 zeigte seine Entwickelung eine aufsteigende
durve. Die nun folgenden schicksalschweren Perioden be—
eichnet Dr. Lilli Hauff als „Behauptung und Wieder—
rufbau“. Es ist ihr und ihren treuen Mitarbeiterinnen
gelungen, das Werk Lettes als Ganzes zu retten, aber nur
unter Einsetzung der ganzen Persönlichkeit.
Der Letteverein, der so vielseitige Möglichkeiten der Er—
ernung von wichtigen und aussichtsreichen Berufen bietet,
ist zu einem Kulturgut Deutschlands geworden, das der
Sorge und des Interesses der Besten wert ist. W. Sch.

Zukunst.
Es gibt wohl nichts, was mir so wenig liegt, wie
eine Autobiographie zu schreiben, denn es war stets
die Zukunft mehr als die Vergangenheit, der mein
Interesse galt. Vielleicht bin ich nicht alt genug, um
gerne rückwärts zu schauen. Jedenfalls denke ich lieber
an das, was noch zu tun ist, als an das, was ich
bereits geleistet, erlebt habe. Wenn jetzt der Tod vor
mir stände und ließe mir die Wahl, dann würde ich
das Leben wählen, weil noch soviel vor mir liegt,
vas ich noch erreichen, noch schaffen möchte; habe ich doch
bisher meine kompositorische Kraft nur wenig be—
aützen können. Elisabeth Kuyper.
Elisabeth Kuyper hat sich als Komponistin, Diri—
gentin, Gründerin und Leiterin eines Symphonie-Orchesters
in Deutschland (Berlin, 1911), Holland (Haag, 1922),
England (London, 1923) und Amerika (New VYork, 1924)
einen internationalen Ruf erworben. Sie ist in vieler
Hinsicht bahnbrechend. Sie war als erste Frau zur Meister—
schule für Komposition der Stagtlichen Akademie der
Künste in Berlin zugelassen. Sie ist die erste und einzige
Frau, welche den Mendelssohn-Staatspreis für Kompo—
ition in Deutschland errang. Sie war vom Kultusmini—
terium als erste weibliche Lehrkraft für Komposition und
Theoris an die Staatliche Hochschule für Musik Char—

Dr. Lilli Hauff, Direktorin des Lettevereins.
Wer in Deutschland, sei es in Ost oder West, hat nicht
schon von dem Lettevevein gehört! Ja, bis über die
Brenzen unseres Vaterlandes hinaus hat er sich Aner—
kennung errungen.
„Ein günstiger Stern, der seit seiner Geburtsstunde
über ihm seine Bahnen zieht, hat es gewollt, daß auch in
späteren Jahren an seine Spitze immer Persönlichkeiten
herufen wurden, deren Optimismus und Vertrauen in
das Ethos der Arbeit über alle Abgründe und Klippen
hinweg den Verein aufwärts führten.“ Schon über ein
Jahrzehnt ist Dr. Lilli Hauff Direktorin des Lettevereins.
In ihrem Buch „Der Vetteverein in der Geschichte der
Frauenbewegung“, erschienen 1928, Verlagsbuchhandlung
Fos. Jastrow, Berlin W. 30, zeigt sie uns, daß die Be—
Arebungen des von dem preußischen Staatsmann Lette
1865 gegründeten Lettevereins den Bestrebungen der Ge—
samtheit der Frauen aufs engste verbunden sind, daß der
n auf praktischem Wedé den gemeinsamen Zielen
zuführt.
Welche praktischen und lohnenden Berufe, die der Nei—
Jung und Veranlagung der Frau entsprechen, können ihr
—D
der Letteverein immer wieder in Erkenntnis der soaialen
Lage untersucht.
Aus den kleinen Anfängen, Arbeitsnachweisbüro und
Anstellung und Verkauf vöon weiblichen Handarbeiten ist
»xeim Laufe der Jahre, dank der Arbeit seiner bewährten
in a 33. B“eücden ve —r Gente ist Ro⸗

“ F Pionohcus
—
Sacurbrũcken 3, Maisersstrasse 7To

Nehen allerersten WVeltmarken führen
wir audi Pianos mittlerer und hilliqer
Dreisloouen. 3J

Verlaonqen Sie hitte qenanestes Annebo

—2
Korbwarenhaus Johann Ries
Saarbrücken 1, Neumardbct 6
Korbmöbel/ kinderwagen oss
Kindermöbel/ Leitern⸗ Bürstenwaren
            
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.