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die Texte so geschrieben, daß sie jedem Laien verständlich
sind und auch dem Fachmann durch übersichtliche Dar—
tellung das Gesuchte bringen. Man kommt aus dem ehr—
lichen Staunen über die Fülle des Stoffes nicht heraus.
die Stichwörter, die mit „Blut“ zusammenhängen, umfassen
43 Textspalten und 4 Tafelseiten (davon 2 bunte). Be—
sonders interessieren werden die Angaben über „Erste
hdilfe bei Blutungen“ oder der Artikel „Blutgruppen⸗
uͤntersuchung“, der in kurzer und treffender Weise über
zine Frage unterrichtet, die gerade in den letzten Jahren
mmer mehr allgemeine Beachtung gefunden hat. Die
zahlreichen bunten Kunstdrucktafeln und Einklebebilder,
zie auch diesem Band wieder beigegeben sind, sind glän—
zende Beweise für die Höhe der modernen Druckkunst. Die
z Tafelseiten zu dem Stichwort „Buch“ werden jeden ent—
zücken, „Bühnenbild“ gibt eine eindringliche Uebersicht über
die Stilwandlungen auf der Schaubühne von der Urauf—
führungsdekoration zu Schillers Räubern in Mannheim
zis zu den modernen Entwürfen eines Ludwig Sievert
und den Inszenierungen Piscators. Zahlreiche bunte Land—
tarten schmücken den Band — als Musterbeispiel sei nur
die besonders instruktive Karte über Ausbau und Ent—
vicklung des Britischen Weltreichs genannt. Daneben far—
hige Stadtpläne mit Straßenverzeichnissen: Braunschweig,
Bremen, Breslau, Brüssel, Budapest, Buenos Aires,
Lhemnitz, im Text eingestreut viele Lagepläne (um nur
zinige wahllos aus der Menge herauszugreifen: Bonn,
Brünn, die neue Hauptstadt Australiens Canberra, Casa—
blanea, Charkow). Der heutigen Sportbegeisterung wird
der Artikel „Boxen“ gerecht, der neben zwei ganzseitigen
Abbildungstafeln eine Uebersicht über die Weltmeister seit
1897 bringt. Bodengymnastik, Buddhismus, Börse, Brannt-⸗
vpeinmonopol, Brotbéreitung, Chamberlain, Bürgerliches
Besetzbuch — man kann keine Stelle des Buches guf—
schlagen, ohne auf einen interessanten Artikel zu stoßen.
Rach Carmen Sylvas Ausspruch gehört ein Lexikon nicht
in den Bücherschrank, sondern ins Wohnzimmer, das heißt:
sttets zur Hand, in engstem Zusammenhang mit unserem
täglichen Leben. Gerade ein Werk wie „Der Große
Brockhaus“, das nicht nur — wie manche frühere Nachschlagewerke
— eine trockene Anhäufung von Wissensstoff
bringt, sondern sich durch bewußte Betonung der
praktischen Verwendbarkeit mitten hineinstellt
in die heutige Zeit, ist für jeden vorwärtsstrebenden
Menschen schlechthin unentbehrlich. Der vorliegende dritte
Band beweist dies von neuem und glänzend. D 3
Unser geistlich Lied, kleines Chorbuch für Kirchenchöre,
Schulen, Jugendverbände, Singkreise und Hausmusik, her—
rusgegeben von Ferdinand Saffe, Verlag Vandenhoed
und“ Ruprecht, Göltingen. Es handelt sich vorzugsweise
um Lieder der klassischen Zeit deutscher Kirchenmusik. Bach
ist allein mit 16 Sätzen vertreten! Alle Chöre sind leicht
his mittelschwer, also auch in einfachen Verhältnissen aquf
wansisshh Saar-⸗-Sänger-Bund liun—
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Seite 179
»erwendbar, dabei von hoher Klangschönheit. Der neu—
zeitlichen Jugend- und gemeindlichen Musikbewegung ent—
prechend sind die Sätze vielfach leicht instrumentiert —
rgel allein, Geige allein, Orgel und Geige. Wir sind
iberzeugt, daß mit diesem feinen Werkchen Kirchen- und
—„chulchören, Singkreisen und — darauf möchte ich nach—
rücklichst hinweisen — Hausmusikfreunden ein wertvoller
dienst geleistet ist.
Ter Sport im Altertunt von Brund Schröder, mit 45
Abbildungen im Text und 110 Taseln. Verlag Hans Schötz
cCo. Gam. b. H. Berlin. Von außerordentlichem In—
eresse ist die im ersten Kapitel gegebene Aufzeigung einer
zsohen Kultur, die nach und neben der ägyptischen und
sethitischen auf dem Boden der homerischen Welt, in
Troja, Tiryns, Mykenai, Phaistos, Knossos aus zahlreichen
zjunden bezeugt wurde. Reicher natürlich ist das Anu—
hauungsmaterial aus Literatur, Architektonik, Plastik
ind Gebrauchssunden, durch das uns die Kultur im alten
ßriechenland vergegenwärtigt wird. In geistvoller Weise
zat der Verfasser die Gedankenwelt aufgedeckt, die hinter
er gymnastischen Betätigung der Griechen stand: Gym—
astik und Religion, Gymnastik und Staat, Gymnastik und
ziidung, Gymnastik und Kunst. Und so erleben wir denn,
ndem wir unter seiner ausgezeichneten Führung die
zymnasien, Palaistren und Stadien durchichreiten und
»ie wundervollen Szenen hellenischer Körperkultur auf das
chönheitstrunkene Auge wirken lassen, zugleich auch die
zesamte geistige Sendung, zu der das Griechenvolk von
zer Vorsehung berusen war. Schillers Wort vergegen—
värtigte sich uns bei der Lektüre dieses geistvollen Werkes:
Nur durch das Morgentor des Schönen dringst du in der
Erkenntnis Land!
Eduard Wedekind, Studentenleben in der Biedermeier—
eit, ein Tagebuch aus dem Jahre 1824, herausgegeben
»on H. H. Houben, Verlag Vandenhoeck und Ruprecht,
ßöttingen. Ein trefflich itlustrativ ausgestattetes Werk
»oll höhen kulturgeschichtlichen Interesses, ein wesentlicher
Abschnikt aus dem Tagebuch eines neunzehnjährigen Ju—
risten aus Osnabrück, der mit klugen Augen in Welt und
ꝛeben schaute und das Bedeutende vom Zufälligen, zu
interscheiden wußte. Selbst erfolgreich literarisch tätig,
teht er in engster Verbindung mit den jungen Literaten
eiher Zeit, so mit seinem etwas älteren Kommilitonen
deinrich Heine, dessen Bild er in feinem Spiegel auffängt.
AÄber auch zu dem Romantiker Ludwig Tieck in Dresden
uind zu dem Unnahbaren, dem Olympier Goethe dringt der
ungeé Student vor. Nach einem Semester in Berlin, in
em er sich fleißig im Theater umgesehen, kehrt er wieder
iach Göttingen zürück. Die lebendig geschriebenen Tage—
zuchblätter geben nicht nur einen trefflichen Ausschnitt
rus der Geschichte des deutschen Studententums und aus
der Literaturgeschichte, sondern auch aus dem volitischen
Deutschland der Demagpbagenhetze.
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