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Sehr viel schwmieriger ist die andere Seite des Vomblatte hythmisch richtig machen, aber es wird zuletzt nicht klingen
ingens, nämlich das Treffen der Töne, also zum Beispiel die und keinen guten Vortrag geben, — ich werde das sogleich
Intervalle dOf und d-fis unterscheiden und beide wirklich äher begründen.
reffen können. Alle Intervalle treffen können, ist nicht möglich Man kann hier den Sängern jedes gewünschte, ich möchte
ind auch nicht nötig, denn schließlich wird ja geprobt. Aber agen, jedes geduldete Quantum von gesanglichem Können geben,
die Tonleitern zu kennen, ist nötig, damit der Sänger nicht sier kann man monatelang, aber auch jahrelaug mit einem Chor
eitlebens im Dunkeln tappt. Es ist doch ein unmöglicher irbeiten. Aber anders, ohne die gesangtechnischen Dinge, mit
Iustand, daß einer, der sprechen lernt, das Lesen nicht lernt, »inem Chor zu studieren, hat heutzutage, bei den großen
daß einer, der musizieren lernt, ein Notenanalphabet bleibt. leistungen unserer ersten Chöre, die alle so studieren, gar
Nun kann man es so machen: Man sagt zu den Sängern: „Ge⸗- einen Zweck, gar kein Interesse mehr. Dies sei besonders den
wöhnen Sie sich bitte, nicht nur aufs Ungefähr ins Notenblatt leineren, nicht sehr stimmstarken Chören gesagt.
zu blicken, nicht auf eine ganze Gruppe von Noten, sondern Der wilde, unkultivierte Gesang einer beliebigen Menschen—
bdersuchen Sie, die Note, die Sie gerade singen, in dem Augenblick nenge charakterisiert sich vornehmlich dadurch, daß, selbst bei
scharf anzusehen.“ Daran, erinnert man immer wieder, und wenn ichtigen Tönen das Ganze nicht zusammenstimmen will; man
man dann noch Gelegenheiten benutzt, die Noten beim Namen zört gewissermaßen lauter einzelne Stimmen. Das Heraushören
zu nennen, daß es also zum Beispiel in GDur fis heißt ünzelner Sänger ist das Keunzeichen eines schlechten. Chores
uiind nicht f, wie es nach dem Notenbilde bisweilen scheinen dad heißt es zunächst, möglichst heraus aus dem Chor mit
möchte, so wird mit der Zeit viel gewonnen und das Vom⸗ een aͤlten hartgesungenen en Sodann heißt es, die von
blattsingen bis zu einem gewissen Grade gefördert. sNatur fast immer harte und flachklingende Stimme aller Sänger
Aber auch dies ist eigentlich durchaus nur eine halbe Sache. xrauszuarbeiten, sie wirklich klingend zu machen.
Will man es richtig machen, so benutzt man, nachdem man Zweierlei gibt es hier:
die Notenwerte und Takteinteilung vorläufig erledigt hat, jene l. Die Tonentwicklung, durch richtiges Atmen.
zehn Minuten in der Mitte der Chorstunde zum Erlernen der 2. Die Entwicklung der verschiedenen Sprachlaute, die nachher
Tonleitern. Dabei aber nun ganz untheoretisch, ohne jede asselbe sind wie die Gesangslaute, das heißt Konfonanten und
Erläuterung: Die C-Dur-Tonleiter heißt deganhc gokale.
Dann langsam diese Töne singen, auf Notennamen, herauf, Die beiden Dinge — nochmals — sind:
ene 55 cupedinge gön⸗ k 83 — e Ie l. Der eigentliche Ton, den der Kehlkopf erzeugt.
onleiter i g a c e fis g, ohne j nä
ẽrläuterung Sigen auf *58 herauf und — derund zrugt ier ant das Heise
serunter, langsam, damit das Bewußtsein der verschiedenen 6 ephe —— engo du n r
roden der Sasen entsieht. nd so, Hig allmahlich atte dure zete ttder gue giut pren dustruent. n
und Moll⸗Tonleitern bekannt und vertraut sind. Alles in * Mund def ze ——— ne ein Iindurchgehen, sarg
kleinen Portionen, homöopathisch und schmerzlos. Man ver— ehlkopf 5 ung An on Fgen a— ig m
ucht gleich bet der ften Touleter die man durchnimimt, die rhlnepf unt ein gugemeiner Ton gus gem Munde tomm
Tonleiter, zum Beispiel C-Dur, statt nur von der ersten Stufe c * 3 3 i 23 muen noch nanen
auch zum Beispiel von der zweiten Stufe d aus beginnen auch wicht. gus dem Kehlkopf tommen, sondern mit dem
zu lassen. Die Sänger singen dann: d eFga heod und Munde gebildet werden, das heißt mit Lippen, Zähnen, Zunge
vieder zurück, unter Nennung der Notennamen. Das ist schon ind Gaumen. Wie kommen wir an diese Schwierigkeit herän?
hwer; wmanche werden wahrscheinlich fig und ecis singen, weit Ein Drittes wäre. die Kombination vongh, Und 2. Es er—
ie hel Ianfangen und daher DeDur im Ohr haben. Ruch Drdert nämlich viel Uebung, auf allein Vokalen und Konso—
diese Uebungen ur minutenkaug, das heißt aber monatelang; zdanten gute Töne zu singen, oder: trotz guter Bildung aller
es hat keinen Zweck, dies zu forcieren. Es ist eine Sache, Inne und Konsonanten immer auten, klanavollen Ton zu
in die sich der noch nicht musikalisch erzogene Mensch doch etst lden. 9— V
ganz langsam We 8— ist n ee —A— Man mimmt, aus tieser liegenden Gründen, die ich, später
leb ungen beherrschi eben auch schon bei den letzten Schwierige doch andeuten werde, zuerst die Sprachlaute vor. Das ist eine
ilen des Vomdlattsingens augelangt ist. Zache, bei der man ohne jede Voraussetzung anfangen darf,
Ich betone nur nod umne daß Anfang und Ende aller veil der Gebrauch der Sprachlaute jedem Menschen von Kindheit
um Vomblattsingen notigen Kelntuse in den Tonleitern üegt. an schon bekaunt ist und nur noch für den Gesang ausgearbeitet,
das Treffen der Intervalle, womm man in Alter Zeit die lustrainiert zu werden hraucht. Ich bekämpfe hiermit aus—
dernenden quälte, vnt sonst ein ungefähres Herumralen rüclich die alte falsche Mettzode, die von den meisten Gesang⸗
Zur Vervollständigung nimmt man dann die Dreiklänge. Auch 2 esere in singende Fublikum Hineingetragen
* bg * vurde, nämlich ahnungslos über die Sprachlautentwicklüng
hierbei ohne jede nähere Erklärung: Beispiel BDur. Der V
Dreiklang auf der ersten Stufe heißt budu, sofort auf Noten— poughen und lcih uit dem ———
namen singen, erst aufwärts p def dann aAbwärisfanb honen Idnen * zu versuchen. was motürlich zu michts führt,
Ebenso zweite Stufe, dritte Stufe usw. Später in Harmonisch-) Ne e hode die cc * noch, ich will Vildlich danene au
Moll. Dies ist nebenbei, da es natürlich immer gleich gesungen Mis 8 eht.
wird, eine sehr gute Gehörbildung, wird übrigens erstaunlich Ae prachlautbildung beim Chor macht man es so:
chnell begriffen, sogar die verminderten und übermäßigen — elt zind ohne die Schwierigkeit heim Namen zu nennen,
Dreiklänge. Die Dreiklänge dann auch, wieder ohne theoretische agt man Bitte singen Sie, vie mehr prechen Sie auf,einen
Frläuterungen, in ümfeheungen, zum' Beispiel als Sertattorde, on: Wennaich inmal soll scheiden“ oder irgendwelche andere
in BDur dg, atte den it pot 57* —3 derxworte, Die Konsonanten nicht übermäßig herausdrücken,
iamen singen. * iber deutlich klingen lassen und sich dazu Zeit nehmen: „Wenn
So lernen die Sänger das Tonsystem kennen. Bei Chören, Hfeeinmal sohl scheiden“. Bei ieder Silbe bitte den Unter—
mit denen man große diterur zu Petreiben ebentt, ist vieses iefer abm arte bewegen, zu diesem Zwecke ganz langsam: wenn —
heoretische Nebenstudium ganz unentbehrlich und eg zeigt ene . T einmal , soll — scheiden. Das ist bei manchen Vokalen
Früchte schon nach kurzer Zeit. chwer auszuführen, davon später·
HMan darf sofocttige Erfolge nicht erwarten, man tut sogar Die Sprachlaute sind nichts anderes als die Gesangslaute.
zgut, die jedesmaligen zehn Rinuten einfach zu erledigen, ohne Neben diese praktischen Uebungen will ich hier die theoretische
nach sofortigem Erfolge zu fragen. Alles regelmäßige syfte- Auseinandersetzung stellen.
matische Arbeiten an einer Sache bringt den schließlichen Erfolg. Ich beginne die Sprachlaute mit den Konsonanten und gehe
Deshalb kann ein Chormeister, wenn ers durchaus will, auch dann zu den Vokalen über.
das Eitz'sche Tonwort oder die Tonika⸗Do-Methode benutzen. Unter den Konsonanten haben wir zunächst eine Gruppe,
Sie sind in ihrer Art vorzüglich. Daß ich sie hier, beim dei der wir uns nicht lange aufhalten, das sind die kurzen.
Erlernen des Vomblattsingens, nicht benutze, hat nur den Grund, durz, weil sie im Moment des Exklingens schon wieder vder—
daß sie das Notenbild nicht in den Vordergrund stellen. chwinden. Es sind beged und pöt. Die ersten drei, Berta,
Wir, kommen nun zu der gesangtechnischen Weiterbildung sustav, Daniel, sind stimmhaft, die letzten drei, Paul, Karl,
»es Chores. Hier ist die eigentliche Arbeit zu leisten, sie ent— kTherese, sind stimmlos. Beiin Gesange bildet man sie einfach
cheidet darüber, ob ein Chor zu Leistungen kommt, Hier gibt eutlich, hütet sich aber vor dem Stoß, der die melodische
xr Dirigent das Entscheidende, er muß Gesanglehrer sein. dinie verunzieren kann. Zu den kurzen Konsonanten gehört
Ist er nur Musiker und kennt die Gesangtechnik nicht, so kanm ioch z, Zahnarzt, c, Cacsar, und h, Heimat. Von sihnen
» dem Chor die veinen und richtigen Fäne einvaunfen, alles mist dassosshor mioe nhoan don anderor —