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uhhhl Saar⸗Sänger-Bund IIIIVIIIIPPIfPlulrprsreprueneruuzenztuprsunhihe Nr. 7
dazu und schlägt beim Schustern die Fehler an und bringt
mit seinem Schusterkontrapunkt den „Werber“ aus dem
Takt. Beckmesser hat in der Aufregung die D-Saite seiner
Gitarre einen Ton hinaufgedreht und muß sie wieder
herunterstimmen. Der ganze Chor der Vidolinen macht
ktrillernd mit: e — es — d! Dann wird er von dem eifer—
üchtigen Tavid arg verdroschen; als dieser am nächsten
Johannistagmorgen dem Meister Sachs sein Festsprüchlein
Jufsagen soll, gerät er damit — von dem nächtlichen Er—
lebnis noch ganz benommen — in die Melodie des Beck—
nesserschen Ständchens.
Um bei Wagner zu bleiben: Selbst in die Tragik seines
„Ringes der Nibelungen“ mischt sich stellenweise köstlicher
dumor: die Handlungen auf der Bühne werden vom
fOrchester wirklich illustriert. Wie kichern die Streicher, wenn
die Rheintöchter über das tappsige Werben Alberichts lachen!
Wie knixen die Holzbläser, wenn Mime, die „Memme“, der
„schäbige Schuft“, vor Jung-Siegfried knixt und dienert;
vie lacht die Musik über die Furcht des Zwerges, als Sieg—
fried ihm den Bären bringt und er in hinterhältigem Handel
den Helden um die Früchte seines Sieges über den Trachen
zu bringen versucht!
den der verliebte Mitgiftjäger mit dem als Zofe verkleideten
savalier erlebt. Und das „Lever“ der Märschallin! Was
da alles an grotesken Figuren erscheint, und wie fein die
Musik die dersdren. verpuderten Gestalten pointiert. Das
st mit guter Laune und geistreichem Witz gemacht und wirkt
inwiderstehlich auf die Lachmuskeln der Zuhörer.
Und doch wieder entfernt von klassischer Heiterkeit, von
der Anmut des ewig zu Scherzen bereiten Mozart. Mit ihm
acht man herzlicher, wenn er in der „Zauberflöte“ die
zeiden, sich voneinander fürchtenden, den buntgefiederten
bapoageno und den schwarzen Monostatos zittern und
ingen läßt: „Das ist — der Teu — fel si — cherlich!“ Vor
Ingst setehe und stottert die Musik mit. Oder wenn im
zextett des 3. Aktes aus „Figaros Hochzeit“ Marzelline den
ibrigen mitteilt, daß sie und Bartolo die Eltern Figaros
eien, und eins nach dem andern verdattert fragt: „Die
Nutter? — „die Mutter?“ — „Der Vater?“ — „der
Pater?“
Ja, Mozart! Da ist die musikaltsche Verkörperung himm—
ischer Heiterkeit, göttlichen Fronn Wer ihn durchs
Leben mitnimmt, der wird nie ohne lachende Musik sein
und ihre übernatürliche Kraft verspüren.
en Ta-ag sek i-ich erschei- einen
IRockmesser in den, Maisterssinæaern“
Ein entsetalicher Paukenschlag für die schläfrigen Hofdamen
des Haudnschen Konzert publikums
Was das Orchester an Heiterkeit und Schelmerei auf⸗
ubringen weiß, hat es eigentlich vom Papa Haydn gelernt.
Der hat es gelehrt, den Frohsinn des Lebens sinfonisch zu
schildern. Wenn sein Humor auch ein wenig zu spieß—
hürgerlich klingt, er ist doch echt und gesund. Uebrigens —
Einfälle hat der Haydn! Ta schleicht er her in einem trüb—
seligen Adagio, gebrechlich, als plage ihn ein saftiges
Zipperlein. Plötzlich schmeißt er Stock und Krücke weg
und hüpft im ausgelassenfsten Allegro davon. Einmal
läßt er in ein trudelndes Pianissimo einen entsetzlichen
Paukenschlag fallen. Ter war für die alten, schläfrigen
hofdamen seines Konzertpublikums. Ein andermal nimmt
er zu zwei Geigen und einem Kontrabaß nur Kinderinstru—
mente, wie Kuckuck. Nachtigall, Schnarre usw., und ——7*88*
den Frühlingsjubel einer Kinderfinfonie herbei. Als der
Braf Esterhazy vergaß, Haydn mit seinem Orchester in die
Ferien zu schicken, mahnte der ihn auf höchst lüstige Weise:
Im Schlußsatz einer Sinfonie packt plötzlich ein Musikant
nach dem anderen Noten und Instrument ein, löscht sein
Licht und verschwindet, so daß endlich nur zwei Geiger
und der Tirigent übrigbleiben. Der Spaß haätte Erfoig
Wer wissen will, was für „Fortschritte“ seit hundert
Jahren das Orchester auf humoreskem Gebiet gemacht hat,
muß sich Richard Strauß' „Till Eulenspiegel“ anhören,
diese tolle Groteske, diesen großartigen Ulk, der, selbst eine
zünftige Eulenspiegelei, alle nur erdenklichen melodischen,
chythmischen, harmonischen und technischen Mittel aufbringi
und ausnützt, um eine leibhaftige Schilderung der Streiche
dieses ausgemachten Schlingels zu erreichen.
Auch im „Rosenkavalier“ kommt musikalischer Humor zur
oollen Geltung. Die Partie des dicken Schlemmers und Ge—
Benießers Ochs von Lerchenau ist ein einziger Witz, den das
Achester in Verbindung mit der Buffo-Stimmé erzählt.
Erabtzlich wissen die Inftrumente den Reinfall zu schildern.
Sein Geist hat einen Carl Maria von Weber beseelt, vor
illem, als er den „Freischütz“ schuf.
Diese Lustigkeit trällert guͤch durch Lortzings Opern, an
deren Naivität sich noch Tausende erfrischen. Mozart ist der
zute Genius alles deutschen lustigen Musikantentums, das
on Wien aus erst Seele und Schwung erhalten hat.
Dhne ihn kein Schubert, ohne ihn auch kein Strauß.
Nennt man den Operetten-Strauß, Johann, den Walzer—
önig, so soll auch Offenbach dabei nicht vergessen werden.
zelbst in seinem einzigen tragischen Werk „Hoffmanns
kErzählungen“, über dem eine so düstere Atmosphäre lagert,
wingt oft lachende Musik, die einzelne Grotesk-Gestälten
zumorvolt begleitet, die Hörer in Bann. Gerade im Kon—
rast liegt hier die Wirkung, die in dem durch die geheim—
nisvpolle Handlung gespannsen Vublikum oft ein befretendes
rachen auslöst.
TDoch genug vom Theater, von Oper und Operette. über
ie noch unendlich viel zu sagen wäre!
Kommt mit in die Gesangvereine und Liedertafel, wo
tan noch etwa das „Setze mir nicht, du Grobian“ oder den
Blauen Montag“ singt, und nicht vor lauter Sucht nach der
Spitzenleistung“ vergessen hat, daß deutsche Maänner auch
ioch heitere Männer sind. Kommt mit zu deutschen Studen⸗
en, die beim herzhaften Trunke den Gesang pflegen und
uf.ihr Kommersbüch, diesen unvergleichlichen und unver—
velklichen Liederstrauß, schwören. Kommt mit zu Turnern
ind Wandervögeln und hört ihre Weisen, in die Schulen
uind Kinderstuben: da singen und klingen die lachenden
Reder! Ihr Musizi von Gottes Gnaden, ihr deuͤtschen
domponisten von heute, hört Beethovens Warnung: „O
zreunde, nicht diese Thne! Sondern laßt uns angenehmere
instimmen und freudenvollere!“ Unser Volk lechzt nach
zreude, nach Heiterkeit. Laßt es nicht verschmachten. Ver
geltt das gaute Lachen nichtk!
SRraneiscus Maaser