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Volkslieder, herausgegeben für Gesang und Klavier—
begleitung. Hier sprudeln die Quellen eines unge—
zeuren Reichtums: Lieder von Heimat und Vater—
land, Liebeslieder, Wald- und Jägerlieder, Erbauungs—
ieder und geistliches Volkslied, Soldatenlieder, Natur—
lieder, Studentenlieder, Lieder allgemeinen Inhalts.
Aus allen Lebensgebieten, allen Jahrhunderten, allen
deutschen Landschaften und Dialekten, weltliches und
geistliches Lied, Scherz und Ernst in reichster Auswahl
und reichstem Wechsel, mit allen wünschenswerten
Quellenangaben (Erck, Silcher, Fink), in prachtvollem,
recht deutlichem Notenstrich, mit sach- und sinngemäßer,
wohlklingender Klavierbegleitung, — so präsentieren
ich in diesen drei stattlichen Bänden die kostbarsten
Perlen der deutschen Volksliedliteratur, eine Samm—
ung. auf die wir Deutschen stolz sein dürfen!
Jeder Band dieser größten Volksliedersammlung
der Welt ist etwa 400 Seiten stark, 33 cm hoch und
25 em breit, gedruckt auf feinstem holzfreiem Papier,
in großem, schönem Notendruck. Die ansprechende
Klavierbegleitung ist leicht spielbar, so daß hier ein
Werk geschaffen wurde, das in jedem sanges- und
nusikfrohen Kreise Anklang finden wird. Wegen seiner
gut gewählten, dem Inhalt ebenbürtigen Ausstattung
eignet es sich besonders zum wertvollen Geschenk, das
in jedem Hause, in dem Musik und Gesang eine Heim—
stätte besitzt, Freude und Dankbarkeit hervorruft. Eine
Sammlung von solcher Reichhaltigkeit, wie die vor—
iegende, ist bisher noch nicht erschienen. Das
Deutsche Volkslied“ führt jedem Besitzer eine der—
artige Fülle von Noten zu, daß auch der Verwöhnteste
darin etwas findet; und zwar etwas findet von
Dauerwert, das nicht wie die „Schlager-Alben“ schon
im nächsten Jahr völlig veraltet ist, sondern ewig
zjung bleibt, wie das Volkslied selbst. Die Verlags—
anstalt teilt uns auf unsere Anfrage mit: „Wir
würden bereit sein, den sämtlichen Sängerbünden das
Werk statt für RM.. 45.—, für RM. 30.— zu liefern.
Bedingung dabei ist allerdings, daß sämtliche Be—
stellungen uns durch die einzelnen Bünde zugehen.
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Sollten die Bestellungen 1000 Exemplare im ganzen
überschreiten, so sind wir bereit, noch eine besondere
Stiftung für die Sängerbünde zu machen.“
Der Herausgeber war sich bewußt, daß er
hier einen außerordentlich bedeutsamen Beitrag zur
nneren Kultur leisten könne. In seinem gemüt—
»ollen Vorwort erinnert er an ein Bild in Ludwig
Richters Sammlung „Winter“: Draußen rauscht ein
Regen durch den schwarzen Abend; im Zimmer aber,
zur Seite des wärmenden Ofens, auf dem die Aepfel
chmoren, sitzt der Vater und spielt und singt sich
uind den Kindern alte, traute Melodien vor. Mehr
denn je brauchen wir solch stille, heimelige Stunden,
venn die rastlose Arbeit des Tages, wenn das Lärmen
und Treiben der Großstadt uns nicht mehr umklam—
nern. Jünglinge und Mädchen, die bändergezierte
Laute auf dem Rücken, ziehen hinaus in den deutschen
Wald ... Wir hoffen, daß die neue Auflage dazu bei—
ragen wird, mitzuschaffen an der deutschen Einigkeit.
Wenn am häuslichen Herd, in fröhlicher Gesellschaft
»der in Auen und Wäldern unser Volk seine Lieder
erklingen läßt, so sollen wir uns als Kinder eines
Beistes fühlen und unsern Vätern danken für das
östliche Erbe, das sie uns hinterlassen haben!
Wir können dem mit so viel feinem Verständnis
uind warmer Liebe geschaffenen Werk keinen besseren
Wunsch mit auf den Weg in unsere Häuser und in
insere Bundesvereine mitgeben, als jene Worte, die
Boethe einst „Des Knaben Wunderhorn“ wid—
nete: „Würden diese Lieder nach und nach
von Mund zu Mund getragen, kehrten sie
allmählich, belebt und verherrlicht, zum
Volhlke zurück, von dem sie zum Teil ge—
vissermaßen ausgegangen, so könnte
man sagen, das Büchlein habe seine Be—
stimmung erfüllt und könne nun wieder
als geschrieben und gedruckt verloren
gehen, weil es in Leben und Bildung der
Nation übergegangen. Walther Stein.
Das Volkslieͤsollwieder unterdas Volk..
Jmmer weitere Kreise erkennen, daß die Konzerttätigkeit
VNunserer Gesangvereine nur einen Teil der Kulturarbeit
darstellt, die das Lied in unserer Volksgemeinschaft zu
leisten hat. Gewiß soll der Chorgesang die Meisterwerke der
deutschen Musikliteratur, seien es Oratorien, Kantaten oder
I-cappella-LVieder, pflegen und der musikbegeisterten Ge—
neinde ihrer Zuhörer Stunden der Weihe und Erhebung
dermitteln. Darüber aber darf nicht die große Aufgabe
vergessen werden, dem ganzen Volke, also auch denen, die
der Musik und dem Liede insbesondere sernstehen, die
Schätze unserer alten Volkslieder wieder in die
Erinnerung zurückzurufen.
Das Volktslied, jene unerschöpfliche Fundgrube deut—
schen Gemütes, in der sich die Eigenart unseres Wesens
widerspiegelt, kämpft heute einen scharfen Kampf gegen die
Ueberfremdung des Volksgesangs, gegen die Auswüchse des
Schlagers und seichten Liedgutes. Schlager hat es immer
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keiner Epoche hat der Gassenhauer so verderblich auf das
Musikempfinden eingewirkt wie heute. Grammophon und
leider auch Radio sind die mächtigen Helfer des Schlagers.
Sie drohen dem Volkslied, soweit die wenigen Proben ver—
zangener Zeiten noch lebendig sind, das Vebenslicht ganz
auszublasen.
Da ist es Aufgabe des Deutschen Sängerbundes, der
roßen Roroeinioune der Mnuneresanavoreins- ihe 15000
Bereine zählen zu seinen Mitgliedern), alles zu tun, was
zjeeignet ist, den weiteren Rückgang des Volksliedes auf—
uhalten. Konzertmäßige Aufführungen bringen uns dem
ziele nicht näher. Die Vereine müssen ihr Tätigkeitsfeld
rweitern, sie müssen hinausziehen auf die Plätze der Städte
uind dort, ohne durch den Konzertsaal gehemmt zu jein,
hr Lied anstimmen. „Freikongerte im Freien“,
o lautet die Parole zu einer neuen Form der Liedpflege
Re der Deutsche Sängerbund plant.
Ansätze hierzu gehen schon viele Jahre zurück. Einzelne
Bünde veranstalten schon seit dangem regelmäßig „Platzzingen“
mit bestem Erfolge, doch hat sich bisher die
Zpitzenorganisation noch nicht grundsätzlich mit dieser Ein—
ichtung befaßt. Das große Wiener Sängerbundesfest im
Fuli 1928 brachte neben den Hauptaufführungen große
stundgebungen im Freien (so vom Hessischen Sängerbund).
der Erfolg war ein außerordentlicher, Tausende jubelten
den Darbietungen begeistert zu, hingerissen von der un—
nittelbaren Wirkung des Chorgesangs unter freiem Himmel.
Auch die in diesem Jahre stattfindenden Feste der großen
Bünde werden von der Idee aroker Kundgebungen im
Freien getragen sein.
Das große neue Projekt des D. S. B. geht zwar von der
Massenkundgebung aus, jedoch sollen die Vereine einer
Stadt sich keineswegs zu Sinem'gemeinsamen Singen ver
aijnoen Sndern an mädnfichstt viesen sähoen im Rroien Nsfe