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» Saar⸗Sänger-Bunde
dphhh Nr. 5
hurtstag gabs ein Ständchen, beim Tode erklang der
rauernde und erhebende Choral. Es ist die Welt, die
uns aus Ludwig Richters Bildern entgegenschaut, heimlich
lockend wie ein Wiegenlied aus ferner Jugendzeit.
Wir erleben ja oft'genug, daß man, zumal auf moderner
ZSeite, diese Zeit deutscher Gemütlichkeit als philiströs ver—
lästern möchte. Gewiß auch damals war der Aufschwung
zur Größe selten, aber war er etwa seltener als heute?
UÜnsere großen Dichter und Komponisten sind noch fast
alle aus dieser „gemütlichen“ Welt hervorgegangen. Und
nun für das breite Volk als Ganzes! Was sollen ihm
große Leidenschaft, überschwängliches Empfinden, titanischer
Trotz, Scharfgeistigkeit, und was alles wir an den gewal—
tigen Kunstwerken zu schätzen gewohnt sind. Als lohende
Feuerbrände verzehren sich die wenigen Heldennaturen,
die die Welt hervorbringt zum Heile oder Unheile der
Menschen. Diese aber hätten einst in deutschen Landen
ein Herdfeuer, an dem sie sich behaglich wärmen konnten:
heute ist dieses Herdfeuer erloschen. Wie wenig hat aber
duch das Volk von dem Großen in seiner Kunst; und wenn
es wirklich dazu hingeführt wird, wie wenig ist es im—
stande, diese Größe zu genießen. Es ist ja so völlig un—
oorbereitet. Denn sein Alltag ist von furchtbarer Nüchtern—
heit und Kälte, daß es auch für den Festtag nicht mehr
den feierlichen Aufschwung findet. Einst hatte unser Volk
eine Fülle kleiner Geselligkeitsfreuden, die sein Leben be—
haglich und friedlich gestalteten; heute hat man keine Zeit
mehr, sich das Leben behaglich zu machen, denn die scharfe
ätzende Kritik, die seit den Tagen des „jungen Deutsch—
land“ einsetzte, hat dem Volke seine Freuden verleidet.
Man hat all diese Bräuche mit dem herablassenden Spott
oder der überlegenen Vornehmtuerei, der aufgeklärten
Modernität dem Volke verdorben. Es hat ehedem kaum
ein Dörfschen gegeben, daß nicht irgendwelche Volks—
feste hatte, deren Vorhandensein sich gewiß nicht mit be—
sonders logischen Gründen stützen ließ. Aber die waren
tun einmal da und wurden von groß und klein mit warmer
Anteilnahme gefeiert. Nun kam plötzlich die Behörde und
oerbot Lehrern und Schulen die Mitwirkung oder verbot
auch, aus Gemeindemitteln die altgewohnten Zuschüsse zu
geben. Damit war natürlich dem Feste der Boden unter—
graben. was etwa noch blieb, wurde zum kümmerlichen Reste
Im gleichen Sinne hat die Geistlichkeit an der Beseitigung
ilter Dorffeste mitgewirkt. Sie hat hieraus, daß da wohl
zelegentlich über die Schnur gehauen wurde, die Unsitt—
ichkeit dieser Feste gefolgert und glaubte nun, an ihr
zZiel zu gelangen, wenn sie diese mit Stumpf und Stiel
tusrottete. Welch verhängnisvoller Irrtum! Was hat man
. B. gegen die Spinnstuben gekämpft, weil da die
Jünglinge und Mädchen eine so gute Gelegenheit zum
ztelldichein hatten. Es ist ja gewiß in mancher Spinn—
tube nicht zugegangen wie beim Bibelkränzchen, aber un—
ittlich doch wohl nur in ganz seltenen Ausnahmefällen;
»enn gerade die allgemeine Teilnahme des Volkes schützte
»or Ausschweifungen. Und ist es etwa seither besser ge—
vorden? Ist nicht im Gegenteil der Verkehr der Ge—
chlechter auf dem Lande bedeutend verroht; ganz abge—
ehen davon, daß das Wirtshausleben sich gegen früher in
ingeahnter Weise gesteigert hat. Nicht vernichten
und bekämpfen, sondern veredeln muß man
olche Einrichtungen. Das gilt auch von den
Lolksfesten. Es ist für jeden Dorfpfarrer ein leichtes,
olche Feste in den rechten Schranken zu halten, ja, zu
iner Stätte edelsten Vergnügens zu gestalten, wenn er
»afür sorgt, daß die guten Glieder der Gemeinde daran
eilnehmen.
Diese Darstellung der allgemeinen künstlerischen Ver—
irmung unseres Landvolkes gehört in diesem Zusammen—
zang, weil die Volksmusik am Schwersten darunter ge—
itten hat. Denn die Musik war sonst der schönste Schmuck
ill dieser Feste. Nicht nur, daß sich die Dorfmusi—
anten hierbei beteiligen konnten, hier war vor allen
dingen der Ort, wo das Volkslied lebendig aufblühte.
fssine Blume kann nur wachsen und gesund weiterblühen,
venn sie im Erdreich steht. Die abgeschnittene Blume, mag
nan sie noch so gut pflegen, hält sich nur kurze Zeit. So
ist es mit den Volksliedern. Sie bleiben nur dann leben—
zig, werden gern und frei gesungen, wenn sie mit Lebens—
zewohnheiten und Lebensbetätigungen verwachsen sind, Von
ziesen losgelöst, verlieren sie ihre Bedeutung und damit
ruch die Beliebtheit im Volke.
Dr. Karl Storck P.
Aus seinem Nachlasse
das Dundessesl in Meunkiꝛesien
mit Seĩ neor ewaltiq ⏑ α Kundaebung für
das deurtsche Lied wird 5en Tei nehnhmern und
a Uch AußenStehenden der enqgeren und weĩteren
deimat unmnvergeGlich BIeiben. PfIIcht der Gaue,
verei ne und Mitolieder des Saar-S5erbundes
ist ?s, die SànHhe weter 2zu Unterstuüũnræen
und sSu Die e ò᷑Ún ,n zulια
durch Verbunꝗqg von Anzeqen für die Bunddeszeit-SChrĩTT
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