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Wilhelm Freudenberg do Jahre alt.
Seit dem, Tode Max Bruchs ist Wilhelm Freuden—
herg, Professor und Chordirigent an der Kaiser-Wilhelm—
Bedächtniskirche in Berlin, der älteste lebende Komponist.
Am 11. März 1838 wurde Freudenberg auf der Rau—
bacher Hütte bei Neuwied geboren, vollendet somit sein 90.
debensjahr. Nach Absolvierung der Gymnasien in Duis—
durg und Wiesbaden studierte er zunächst zwei Jahre
Theologie an der Universität Heidelberg, widmele sich dann
gänzlich der, Musik und studierte am Leipziger Konser—
vatorium bei Moscheles, Richter, Hauptmann und anderen
nusikalischen Größen.
Seine musikalische Laufbahn führte ihn als Kapellmeister
an namhafte Bühnen und als Chordirigent in die ver—
schiedensten Städte Deutschlands. In Wiesbaden gründete
er ein Konservatorium und den Cäeilienverein, welche noch
zeute bestehen, und in die Zeit seines Wiesbadener Auf—
enthalts fällt die Schöpfung seiner zehn Opern, von welchen
ieben zur Aufführung gelaängten.
reißen: nicht nur durch ihr feingeschultes, sympathisches
Organ, ihre meisterhafte Handhabung der Laute, sondern
zdurch ihre einfachen, unaufdringslichen Gesten. Die Herbheit
und Innigkeit, wie auch das düster-überragende der Gotik
zmpfand man bei diesen Balladen und Liedern, von denen
»esonders das Mysterium „Jesus und die Nonnen“ hervor—
Jgehoben sei.
„Vossische Zeitung“:
Eine seltsame Erotik ist in den alten Kloster- und
Marienliedern versponnen, die Olga Schwind zur Laute
hortrug. Bei aller Weltabkehr klingt zartestes menschliches
Zehnen auf — es gibt sich kund in archaistisch einfacher Me—
odik; dann wieder in überraschend süßen, tänzerisch hin—
getupften Refrainzeislen. Man bekam eine Ahnung von
dem wunderbaren Eigenleben dieser Weisen.
„Körcner Stadt-Anzeiger“:
Spiel und Gesang, dem sie ältere Volkslieder zugrunde
egte, zeigte tiefste Harmonie und seelenvolles Eingehen auf
die Absichten der Vertoner... Der Beifall, den die Sänge—
rin fand, steigerte sich im Schlußteil zu regem Ausdruck und
ebhafter Anerkennung.
„Kafsecer Neueste Nachrichten“:
Ihre helle, volle Stimme schien wie geschaffen für Lauten—
zgesang und Volkslied, in ihr liegt ein Teil der Innigkeit
und Tiefe, die dem deutschen Volkslied eigen sind.
Deutsche Musik in Frankreich.
Das Theatre Graslin in Nantes meldet eine glanzvolle
Aufführung des „Rosenkavaliers“ von Richard Strauß. Zu
schauer, die die Oper in Wien und in Paris sahen, meinen,
die Aufführung von Nantes hätte keinen Vergleich zu
scheuen. Die Begeisterung war so groß, daß nach der
Aufführung der Gemeinderat von Nantes der Direktion
und den Sängern einen Ehrenwein kredenzte und der
städtische Dezernent für schöne Künste den Tag als einen
zesonders denkwürdigen feierte.
Bordeaux sah auf seinem Grand Theatre zum ersten
Male den „Fliegenden Holländer“. Die Lokalzeitungen
bringen spaltenlange Berichte. Großer Erfolg bei Publikum
und Presse.
Die Oper Marseille endlich brachte in erstklassiger Be—
setzung die „Walküre“ heraus. Lokale Berichte melden
die Erschütterung des VPublikums.
Olga Schwind.
Wir entnehmen der „Saarbrücker Zeitung“: Olga Schwind
st heute eine geschlofsene künstlerische Persönlichkeit. Und
schließlich nicht erst seit heute ist sie das. Ein Kreis, der
eine Mitgrieder in vielen Städten unseres Vaterlandes, vor
allem des Rheinlandes, hat, schätzt sie schon lange so ein.
Wie schwer es ist, in unserer unruhevollen Zeit, die wie
kaum eine frühere Kampf ist um Existenz und Anschauung,
auf dem Konzertpodiam Erfolg zu erringen, das weiß vor
allem das ringende Talent. Wenn es nicht zufällig einen
Vater als Bankier hat oder wenigstens gute Freunde mit
guten Finanzen. Der Lautensang zwar hat schon vor dem
Krieg eine Wiederauferstehung erlebt. Wirkliche künstlerische
Anerkennung in der großen Welt zu finden, ist aber bei
dieser intimen Kunst vielleicht trotzdem noch schwerer als
hei einem andern Konzertfach — zumal, wenn man in dem
abgelegenen und noch nicht über allzuviel musikalische Tra—
dition“ verfügenden Sgarbrücken wohnt. Hier eine kleine
Blütenlese aus Kritiken über Olga-Schwind-Konzerte in
zerschiedenen Städten in der neueren Zeit.
„Berliner Börsenzeitung“:
Wie eine Botin aus längst vergangenen Jahrhunderten
vußte die Künstlerin ihre Zuhörer der Gegenwart zu ent—
Snarkassenpolitik und Wirtschaft.
Mit Recht sieht der Sparer in erster Linie darauf, daß er
eine Spargelder unbedingt sicher und gut verzinst unterbringt
Weil die Sparkasse diese beiden Forderungen erfüllt, ist sie
»on jeher das Hauptbecken für die kleinen und kleinsten Kapital—
»eträge der Wirtschaft. Aber neben der privatwirtschaftlichen
SZicherheits- und Rentabilitätsüberlegung muß doch gerade in
»er Gegenwart für den Sparer die Frage von größter Be—
»eutung sein, in welcher Weise seine Spargelder Verwendung
inden, welchen Wirtschaftsgruppen sie zufließen. Da ist es eine
uur natürliche Forderung der wirtschastlichen Gerechtigkeit, daß
zie Einlagen den gleichen Kreisen zugeführt werden, aus denen
ie stammen. Nur so läßt sich auch erreichen, daß alle die—
enigen kleineren und mittleren Betriebe mit dem notwendigen
kreditkapital versorgt werden, denen im allgemeinen sehr viel
veniger Kreditquellen zur Verfügung stehen als den Groß—
zetrieben. Letztere können sich durch Auslandskredit, durch
ẽmissionen von Aktien und Obligationen, durch Beanspruchung
»er Großbanken verhältnismäßig leicht Kapital beschaffen. Die
Förderung der Kleinwirtschaft und demgemäß der Kleinkredit
st unbestritten die besonders verdienstvolle Aufgabe der Spar—
assen und Genossenschaften. Bei den Sparkassen beträgt nach
»en letzten Erhebungen der durchschnittliche Einzelkredit 2200
Mark. Die Förderung der Kleinwirtschaft ist den Sparkassen
etzt noch mehr als bisher zur Gegenwartsauigabe auierleat
vorden.
Kleine Mitteilung.
Von Hugo Herrmann, der mit seiner Chor-Suite zum
58. Tonkünstlerfest des Allgemeinen Deutschen Musikvereins
in Schwerin einen großen Erfolg erzielte, sind soeben „Zwei
Madrigale nach alten deutschen Texten“ für Männerchor
cappella im Verlag Ernst Eulenburg, Leipzig, erschienen.
In Vorbereitung befindet sich eine Suite für gemischten
Fhor „Tanzliederspiel“ ebenfalls nach alten Texten.
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erstens: coffeinfrei
zweitens: Sanz vorzũügdlieh