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Saar⸗Sünger⸗Band IIfslnenhnn
1 Nr. 3
»feilerausmauerung unter Antonio, Michelangelos neue
Frontengestaltung zum griechischen Kreuz, Madernas Um—
ildung mit Langhaus und Quervorhalle. Den Beschluß des
Werkes, das ein Hoheslied auf die Gründlichkeit deutscher
Wissenschaft darstellt, machen Verzeichnisse über Ortsnamen,
Personennamen, Zeitangaben und Sachliches Wir möchten
unsere herzlichste Empsehlung dem Werke nicht auf den
Weg gegeben haben, ohne auch der Verlagsanstalt gedacht
zu haben, die bei dieser herauegate ihr ganzes Können
eingesetzt hat und dadurch dem köstlichen Werke auch buch—
ꝛechnisch aufs glänzendste den Weg in die Oeffentlichkeit
zebahnt hat. Die Beschäftigung mit dem Werke gewährt
Bereicherung und Genuß, die weit über dem Alltag sent
Das Heilige Trier von Egid Beitz, Dr. Benno Filser
Verlag G. m. b. H. Augsburg, Köln, Wien. Preis
3 Mk., gebd. 7.50 Mk. Einzelne Familien, Schulen
und Vereine machen vom Saargebiet aus sehr
zäufig Ausflüge nach Trier. Meist fehlt es an der
richtigen Führung, um solche Fahrten auch geistig
ertragreich zu gestalten. Hier bietet sich ein lrestthig
Führer an. Er führt uns zunächst in das alte römische
Trier mit seinen reichen Erinnerungen: der Moselbrücke,
dem Amphitheater, den Barbarathermen und den Kaiser—
chermen, der Porta nigra und dann in das christlich-römische
Trier zur Basilika, dem Urbau des Domes und durch die
romanische, die gotische Epoche zur Renaissance, dem Barock,
Rokoko und Klassizismus bis ins 19. und 20. Jahrhundert.
der fachwissenschaftlich gediegene, dabei volkstümliche und
esselnde Text ist trefflich angeordnet, so daß hequemes
Rachschlagen möglich ist. Besonders nachdrücklich richtet der
Berfasser des „Heiligen Trier“ natürlich das Augenmerk
auf die kirchlichen Bauten, an denen die Moselstadt über—
reich ist. Wundervoll — übrigens auch in der technischen
Wiedergabe — sind die 124 Abbildungen auf Kunstdrüuück—
dapier, eine bleibende Erinnerung für jeden Besucher
Triers: Pläne, Grundrisse, Gesamtansichten, römische Alter—
tümer; Reliquien, Kirchenansichten, Sarkophage, Veschäge
Elfenbeinschnitzereien, Kodexseiten, Schreine, Reliefs, Weih—
rauchfaß und Taufkessel, Plastiken, Profanbauten, Kirchen⸗
fenster, Grabmäler, Brunnen, Porträts, endlich das heutige
Trier von der linken Moselseite aus. Verfasser und Ver—
leger verdienen Dank für dieses treffliche Werk, das hoffent⸗
lich recht vielen unter uns Anlaß ist, sich einmal gründ—
lich mit der reichen Kultur Triers in Vergangenheit und
Begenwart zu beschäftigen.
Ritter, Tod und Teufel, ein Bilderbuch aus dem 16.
zahrhundert. Roman von Hans Freiherrn von Hammer—
tein, Leipzig, C. F. Amelangs Verlag. Preis in Ganz—
einen 6 RM. — Wie ein Gesundbrunnen wirkt dieses
raftvoll gestaltete, geistvolle „Bilderbuch“, das seinen Titel
nit vollem Recht Dürers berühmtem Kupferstich entlehnt.
Wahrlich, ein buntes Bilderbuch voll scharf geschauter und
nit unbestechlichem Dürerstift gezeichneter Szenen von deut—
cher Landstraße, deutschen Ritterburgen, deutscher freier
Keichsstadt! Kulturhistorische Ausschnitte aus bewegter Zeit,
zon einem echten Poeten zusammengeschlossen zu einem
esselnden Roman voll dramatischer Höhen. Aber es fehlt
zuch nicht an feinster mittelalterlicher Lyrik und an stim—
nungsvoller Naturschilderung. Aus den Urkunden über
ie Fehde des Ritters Mangold von Eberstein gegen die
keichsstadt Nürnberg 1516-1522 schöpfte der Dichter den
Zztoff und erweckte aus ihr die Helden einer großen Zeit
‚um Leben, die Hutten, Sickingen und Berlichingen, die
dürer, Peter Vischer und Adam Kraft, alle psychologisch
lar geschnitten. Alles beseelt von hohem vaterländischem
5chwuüng! Wie sie in deutschen Landen alle gegeneinander
tehen: „Junker, Bürger, Bauern! Keiner will des anderen
vahr haben, jeder lebt, will leben, rennt den anderen
riieder, weil der auch leben möcht. Jeder verbohrt und
nertan in das, was ihm zunächst für der Nas steht, thöricht
ind rechthaberisch, und doch jeder ein Deutscher, ein Kerl,
vie's sonst keinen gibt auf der Welt, stark, echt, gut in sich,
vann man sie zusammenkriegte, aus ihren tausend Richtun—
gjen und Sonderweglein in einen hineinbrächte, ein großer,
nächtiger Strom wie der alte Rhein, welch ein Volk! Die
Velt müßte ihm untertan werden, und es wäre ihr Schaden
nit, es ging keiner zugrund dabei. Aber wo faßt man dies
Volk, um es zu einen? Spricht man dem einen Deutsch,
st's dem andern Spanisch, hat man den einen gewonnen,
pringt der andere aus, wird einem Feind, weil man dem
inderer greund sein möchte.“ Und so hat der prachtvolle
stoman, dem wir viele Leser wünschen, einen recht zeit—
jemäßen vaterländischen Grundton, der in tausend Herzen
peiterklingen möge!
Meyers Lexikon in 12 Bänden. Siebente, völlig neu—
bearbeitete Auflage. Ueber 160000 Artikel und Verwei—
sungen auf etwa 21000 Spalten Text mit rund 5000 Ab—
zildungen, Karten und Plänen im Text; dazu etwa 755
besondere Bildertafeln (darunter etwa 100 fsarbige) und
240 Kartenbeilagen, 40 Fwpline sowie 200 Text⸗ und
statistische Uebersichten. Band 7 (Korrektor bis Maruünke) in
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