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Zaar⸗Sänger⸗Bund
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ziner Zeit, die vielfach materielle Güter höher als geistige
schätzt, führen die Gesangvereine durch die Kunst zu hohem
Menschentum und ermöglichen, aus der äußeren Welt in
die innere zu schauen. So begrüße er in dem Saar-Sänger—
Bunde, besonders wegen seiner Pflege des deutschen Volks—
liedes, den Bannerträger echter, hoher Volkskultur! Sanges—
bruder Horchemer-Trier überbrachte die Grüße des
Rheinischen Sängerbundes und seines Vorsitzenden und gab
der Freude Ausdruck, daß was vor 17 Jahren einst unter
einer Anteilnahme hier gesät worden sei, nun im Saar—
Sänger-Bund so treffliche Früchte zeitige.
Bundesschriftführer Steien verlas eine Reihe der ein—
zegangenen Tankschreiben, Kundgebungen und Telegramme,
des Präsidenten der Regierungs-Kommission Wilton, der
dandräte, Bürgermeister, Behörden, der Teutschen Turner—
schaft, des Arbeiter-Sängerbundes und des Deutschen Saar—
dereins. Der Bundesvorsitzende gedachte der verstorbenen
Sänger, insbesondere des stellvertretenden Bundesbvorsitzen⸗
den Stoll-Uchtelfangen, des 2. Gauvorsitzenden von Hom—
hburg, Bürgermeister Welter-Oberberbach und des Jubilars
der „Cäcilia“, Auersmacher, Sangesbruder Nikolaus Thiel.
Alsdann wies der Redner auf die Tradition der Sängerschaft
an der Saar hin, die es ermöglichte, zum Vorbild für die
Jugend heute eine stattliche Zahl Sängerveteranen zu
ehren, die nach Schopenhauers Wort ihre Kräfte in der
Jugend an ein Werk gesetzt haben, das nicht mit ihnen ge—
altert ist, an das deutsche Lied. Der Bundestag beschloß
einstimmig die nachfolgenden Ehrungen: 1. Professor Georg
Rolle⸗-Berlin; 2. Professor Hugo Kaun-Berlin; 3. Musik—
direktor Max Wiedemann-Berlin; 4. Wilhelm Müller, 2.
Ehrenvorsitzender des Halberger Sängerbundes Brebach; 5.
dudwig Müller, Ehrenmitglied des Gaues Saarbrüuücken.
Der Ehrenbrief des Deutschen Sängerbundes und die Sän—
zgerehrennadel des S.S.«B. für 50 Jahre Aktivität wurde
olgenden Sangesbrüdern verliehen: 1. Ludwig Reichert,
Flora-Sangeslust Völklingen (nur Ehrenbrief); 2. Johann
Colling, Städtischer M.⸗«G.«V. St. Wendel; Nikolaus Thiel,
M.«G.⸗V. Auersmacher, soeben verstorben; 3. Friedrich Kopp,
M.⸗G.-V. Eintracht Fenne; 4. Peter Bard, MG.⸗V. Lieder—
kranz Theley; 5. Nikolaus Backes, M.G.V. Liederkranz
Theley; 6. Nikolaus Dewes, M.«G.V. Liederkranz Theley;
7. Michel Schäfer, M.⸗G.⸗V. Liederkranz Theley; 8. Paul
Brosette, Sängervereinigung Rehlingen; 9. Matthias Henkes,
M.⸗G.⸗«V. Harmonie Hasborn; 10. Matthias Tinkler, M.G.⸗
V. Harmonie Hasborn; 11. Christian Adam, M.⸗G.⸗V.
Frohsinn St. Ingbert; 12. Jakob Schmidt, Sängerchor Bisch—
misheim; 13. Christian Feß, M.G.«V. Limbach; 14. Fritz
Bradel, Sängervereinigung Homburg; 15. Peter Willeke,
Zur Einigkeit Schwalbach; 16. Peter Schorr, M.«G.WB
Edelweiß Bildstock; 17. Michel Schwarz, M.«G.-V. Froh—
sinn Bliesen; 18. Christian Bormann, M.⸗G.V. Eintracht;
19. Johann Dörr, M.G.-P. Cäcilia Altenkessel; 20. Jakob
Siegwart sen., M.⸗G.⸗V. Eintracht Fenne.
Nunmehr eröffnete der Bundesvorsitzende die Verhand—
ungen mit seinem Bericht über die kulturelle Entwicklung
des Bundes. Er schilderte den inneren Wert der verschie—
denen Beethoven-Gedächtnisfeiern des verflossenen Jahres,
die Bedeutsamkeit des 1. Bundessingens mit Musikdirektor
Wiedemann und des Saarbrücker Gauwertungssingens mit
Professor Rolle als Sachverständigen. Besondere Aufmerk—
samkeit widmete der Sprecher der Wertungsrichterfrage,
die eine der bedeutsamsten in unserer Bundesarbeit ist,
vegen der hohen künstlerischen und menschlichen Eigen—
schaften, die gefordert werden müssen, aber guch als eine
der schwierigsien bezeichnet werden muß. Der Bundes—
vorsitzende erörterte die Bezuschussung unserer Arbeit durch
die Städte und Gemeinden nach dem Vorbild Saarbrückens
Er gedachte des Besuches der Berliner Liedertafel unter
Musitdirektor Wiedemann und des bevorstehenden Konzert—
— Pro⸗
essor Rüdel und der Bildungsmöglichkeit, die Vereine durch
dören geben können. Der Redner richtete das Augenmerk
zuf das Bundesfest in Neunkirchen 1929 und gab dann An—
regung zur Werbung der Jugend und der Frauen für unsere
edle Sache. Unser Ziel muß sein: Allgemeine musikalische
Bildung zur Lebenderhöhung des Einzelnen und der Ge—
neinschaft. Seine Anregungen richteten sich ferner auf
Dirigentenkurse, Platzkonzerte und, die Pflege des ein—
immigen Liedes, damit unser Volk wieder singen lerne.
Zeine Ausführungen gipfelten in der Verurteilung aller
deMiftteoudehbesffehrngen und doer Färderund nach Q2u—
ammenschluß aller Kräfte! Bundesschriftführer Stein er—
tattete den Bericht über die Bundeszeitschrift, die nun ins
3. Jahr gehe und erohen eine Herzkammer dar—
telle, von der das Blut durch den ganzen Körper unserer
Irganisation gepumpt werde. Er überblickte den Inhalt
des letzten Jahres an gesangstechnischen, musikhistorischen
uind das edhe Leben überhaupt erörternden Aufsätzen,
owie die Bedeutungen der Mitteilungen aus Bund, Gauen
und Vereinen. Er bat um Anzeigenwerbung und um
Interstützung durch Berichte, die sofort, kurz, klar, mög—
ichst mit Programm an die Schriftleitung gesandt werden
nögen. Seine Ausführungen betrafen fernerhin die Ge—
vinnung der saarländischen und der deutschen Tages- und
Fachpresse, die bereits mit viel Verständnis unsere Ar—
zeit widerspiegelte. Bundesschatzmeister Dürer erstattete
»en Kassenbericht, der am 1. April 1928 in Einnahmen
uind Ausgaben folgendermaßen abschließt: Einnahmen: Bun—
»eskasse 69 409,95 Fr., Sängerheimkasse 55 359,80 Fr., zu—
ammen 124 760,5 Fr.; Ausgaben: Bundeskasse 6333739
Franken, Sängerheimkasse 54692,65 Fr., Gesamtausgabe
20029,95 Fr.; Kassenbestand vom 1. April 1927 2341,95 Fr.,
Sesamteinnahme 127608,70 Fr., Gesamtausgabe ab 120029,95
Franken, Kassenbestand 7512,75 Fr. — Auf Antrag der
dassenprüfer des Gaues St.Ingbert: Hermann Ziegler und
Jakob Gehring wurde dem Bundesschatzmeicher mit Dank
ür die gewissenhafte Kassenführung Entlastung erteilt.
Dem Geschäftsbericht des Bundesgeschäftsführers Rauchholz
ꝛntnehmen wir über die Mitgliederbewegung eine Zu—
rahme von 34 Vereinen, 598 aktiven und 1156 passiven
Zängern, also einen Bestand von 313 Vereinen mit ins—
zgesamt 36 236 Mitgliedern. Die stärkste Zunahme hat der
vau —X mit 17 Prozent, die stärkste Abnahme der
vBau Fischbachtal mit 30 Prozent. Im Laufe des Ge—
chäftsjahres wurden 18 Sitzungen des geschäftsführenden
ind 6 Sitzungen des erweiterten Bundesvorstandes ab—
jehalten. Vertreter des Bundesvorstandes besuchten 67
Tagungen und 162 Festlichkeiten von Gauen und Bundes—
»ereinen. Die Zahl der Eingänge im Schriftverkehr be—
ief sich auf 2647, die der Ausgänge auf 40996. An Rund—
chreiben wurden von der Geschäftsstelle vervielfältigt 112
Ztück mit 12272 Blättern. Um Erlaß der Lustbarkeits—
teuer für Konzertveranstaltungen haben im Laufe des
Beschäftsjahres nachgesucht 134 Vereine und 14 Gaue. Die
Besfuche wurden bis auf zwei, die Formfehler enthielten,
zon der Regierungskommission genehmigt. Zum Sammel-—
zertrag des D.«S.«B. mit den Tonsetzergenossenschaften waren
m Geschäftsjahre freiwillig beigetreten 183 Vereine mit
667 Mitgliedern.
Bundeschormeister Schrimpf erstattete den Bericht des
Musikausschusses. Das im Jahre 1926,27 vorbereitete
l. Bundessingen hat am 8. Mai mit vollem Erfolg stattge—
unden. DTas Jahr 1927/28 stand im Zeichen der Vor—
irbeiten für unser 2. Bundesfest. Eingehend verbreitete
ich der Bundeschormeister über die Liederfolge der für
Neunkirchen vorgesehenen Konzerte. Die zwei abgehaltenen
Dirigententagungen in Homburg (Vortrag Wiedemann) und
Zaarbrücken (Vortrag Stein), erfreuten sich eines sehr guten
tesuches. Unsere Liederblattsammlung umfaßt heute: Saar—
änder Liederblätter 4 Nummern, deutsches Liederblatt 22
ummern. Die Lieferpreise konnten auf alter Höhe gehalten
verden. Die Bundesbücherei ist erheblich gewachsen, sie
ꝛnthält jetzt rund 1500 Partituren. Die augen—
zlicklich im Vordergrund stehenden Komponisten Schubert
uind Hegar sind fast vollständig mit ihren Männergesangs—
verken vorhanden. Bedeutsame Anregungen gab der Bun—
»eschormeister hinsichtlich eines Chormeisterchvres und in
»ezug auf die Pilichtchöre.
Eine imposante Kundgebung für das deutsche Lied ging
dem gemeinsamen Mittagessen voran. Tausende hatten sich
ruf dem Marktplatz vor der historischen Kirche eingefunden,
vo die Sänger der drei Gaue Beckingen, Merzig und Mett—
ach unter dem Stabe des Bundeschormeisters Schrimpf neben
»em deutschen Sängerspruch Marschners „Und hörst du das
nächtige Klingen“ und Mendelssohns „Wem Gott will rechte
Bunst erweisen“ zum Vortrag brachten. Bundesschriftführer
Ztein gab im begeisterten Bekenntnis zu deutschem Volk und
Vaterländ, zu deutschem Wort und Lied den gehobenen Ge—
ühlen der vieltausendköpfigen Versammlung Ausdruck.
Die Wahlen nach dem Mittagessen ergaben die Wiederwahl
»es Bundesschriftführers und die Wahl von Taniel Hussong—
Neunkirchen zum stellvertretenden Bundesvorsitzenden. Mit
der näckstiäpigen Kassenvrüfunga wurde der Gau Wadaassen