Full text : 6.1928-1929 (0006)

A

Saar⸗Saänger⸗Bund

Ir

Nr. 3

A!s Meisterwerke psychoslogischer Darstellungs—
runst nenne ich die Romane: Der krasse Fuchs, der uns
das innere Aufstreben eines jungen Marburger Studenten
aus Oberflächlichkeit und sittlicher Haltlosigkeit zu echter
Mannheit ins Licht rückt, dann: Das lockende Spiel, in
dem zwei Geschiedene, am Leben Zerbrochene sich wieder—
finden und endtich: Sonnenland, das uns die 10tägige
Drientreise ganz verschieden veranlagter Menschen, ihr Lie—
hen und Leiden mitereben läßt. Interessante Typen werden
dergegenwärtigt: Der füntzigiährige ideace Gymnastaldirek—
tor, dem sich mit dieser Reise ein Jugendtraum verwirklicht,
seine humorvorle Tochter Dorothea, die eben den Doktor—
zrad erworben hat, der junge weltverneinende Dichter
dans Jörg Wolfram und seine verstehende Mutter, die
don der Reise seelische Genesung für ihren Sohn erhofft,
der verwöhnte Doktor Erchinger, die berückende Tänzerin..
Wahr!ich, eine Musterkarte psychologischer Differenzen! Man
ist begückt, zu sehen, wie dann der Dichter auch die schrill—
tten Dissonanzen in reine Harmonie lföst!
Wenn ich dem Dichter an der Schwelle des sechzigsten
debensjahres etwas wünschen möchte, so wäre es, daß seine

Werke immer mehr gelesen werden möchten! Gewiß gehen die
Auflagenziffern seiner Romane längst in die Zigtausende.
Zie gehören nicht nur in jedes deutsche Haus, sondern auch
n unsere Volks- und Jugendbüchereien. Freunde erwerben
ie sich dort schon sebbst. Wesentlich erleichtert ist die Be—
chaffung durch eine sehr gut ausgestattete, überaus wohl—
eile zehnbändige Volksausgabe, von der die erste Auflage
»von 25000 Bänden innerhabb eines halben Jahres bereits
zergriffen war. Der rührige Verlag H. Fikentscher,
deipzig Col, hat aber bereits eine ebenso hohe Neu—
uflage herausgebracht, die unter dem Namen Hafis-Aus—
zabe in den Buchhandel gelangt ist. Möchte der Dichter sich
eines wohlverdienten Erfolges noch recht, recht lange er—
reuen! Möchte uns seine fteißige Feder noch viel Wert—
volles bescheren! Möge der Bericht aus Java, den uns der
»erehrte Jubilar für diese Nummer unserer Bundeszeitschrift
reundlichst zur Verfügung gestellt hat, den Wunsch nach
veiterer, eindringlicher Beschäftigung mit seinen Werken
ruch in unsern Kreisen wecken!

Walter Stein.

Dder Bundestag in Merzig.

Ourq die frisch ergrünenden, in klarstem Frühlingssonnen-MA
 schein prangenden Fluren trugen die Morgenzüge am
Sonntag, den 22. April, tausende von Sängern aus allen
Richtungen der Windrose in das gastliche, mit Ehrenbogen,
Zuirlanden und Fahnen geschmückte Merzig. Hier gaben
ich die Delegierten des Saar-Sänger-Bundes zum
JL.drdentlichen Bundestag ein Treffen, das sich zu

Dank widmete er dem Deutschen Sängerbund, der zu diesem
ßzundestag seinen Geschäftsführer Poppe-Berlin und dem
Rheinischen Sängerbund, der als Vertreter den Sanges—
ruder Horchemer-Trier entsandt habe. Sein Dank
zalt ferner dem engeren Bundesvorstand einschließlich des
ßundesgeschäftsführers, sowie dem erweiterten Bundesvor—
tand, der mit dem engeren zusammen in treuer Arbeit das

Bundestag in Merzig. Phot. Bergmann, Merzig.
Massenchor der Gaue Merzia. Beckingen und Mettlach unter Leitung des Bundeschormeisters O. Schrimpf.

ziner festlichen Heerschau der deutschen Sängerschaft an der
Saar gestaltete. Nach dem Deutschen Sängergruß entbot
Bauvorsitzender Griebler im Saal des katholischen Ge—
sellenhauses namens der an der Vorbereitung beteiligten
Baue Merzig, Beckingen und Mettlach dem Bundestag
herzlichen Willkommengruß. Bundesvorsitzender Stadtschul—
zat Bongard gab ebenfalls der Freude Ausdruck, daß seit
rinigen Jahren auch die Behörden Anteil an unseren Ta—
gungen nehmen. Mit seinem Gruß an die Vertreter der
zeistlichen und weltlichen Behörden, der verschiedenen Stände
und Organisationen, an die Presse und an die gesamte
Sängerschaft verband er den Dank an die Gauvorstände,
die den Bundestag vorbereitet haben und an die Sänger,
vie ihn mit ihren Chören verschönen Besonders herzlichen

Schicksal des Bundes wieder ein Jahr lang auf seinen
Schultern getragen habe, all den Sängern, die als lebendige
Mitglieder in der Organisation stehen und mitarbeiten
wollen am äußeren und inneren Wachsstum des Bundes!
Als erster der Ehrengäste ergriff Landrat Klein-Merzig
das Wort, um zunächst Rückschau zu halten über die
Pflege des deutschen Liedes vor und während des Krieges,
ind um den gewaltigen Aufschwung zu kennzeichnen, den die
Männergesangvereine seines Verwaltungsbezirks durch den
tarken Impuls des Saar-Sänger-Bundes genommen haben.
ßesondere Anerkennung zollte er den Vereinen, die stets
ich bereit gefunden haben, öffentliche Veranstaltungen durch
hr Lied zu verschönen. Bürgermeister Scheuren-Merzig,
æ»Afhoft den Grun dor GGemeinde und der Bürgerscheft. &—
            
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.