Full text : 6.1928-1929 (0006)

Nr. 2hr

Skaar⸗-Sänger-Bund IIh

Seite 49
nisten durch zahlreiche Veranstaltungen den Zoll der Ver—
hrung darzubringen.

ebenso von der Schönheit der zur Verfügung stehenden
Stimmen als von der Gediegenheit der Arbeit zeugte. Die
zekannte Altistin Mimi Kind erwies sich in ihren Solo—
liedern wieder als feinsinnige Interpretin klassischer Kunst.
Wir hörten sie gerne öfter.

Der Gesangverein von Saarlonis konnte sein 70. Jubi—
äum nicht würdiger begehen und dabei nicht glücklicher an
eine künstlerische Tradition anknüpfen als durch die nach
instimmigem Urteil der gesamten Presse glänzend ver—
aufene Aufführung von dandn ewigschöner Schöpfung.
dr. Dadder hatte den wohlgeschulten Chor mit dem Saar—
ouiser Frauenchor und der verstärkten Röchling'schen Werks—
apelle aus Völklingen zu einem einheitkichen Klangkörper
erschmolzen. Die überaus eindrucksvollen Chöre bezeugten
ie verständnis- und liebevolle Hingabe an die köstliche
Aufgabe. Das Orchester entledigte sich ebenfalls der Schwie—
igkeiten seiner Partitur aufs beste. In Elly Mirkow
Sopran), Menno Arnolli (Tenor) und Fr. Aug. Starcke
Baß) waren Solisten gewonnen, die sich mit guten Stimm—
nitteln trefflich in den Rahmen der Veranstaltung ein—
ügten. Der Beifall des vollbesetztes Hauses war aufrichtig
ind dankbar, ihn können alle Mitglieder der Veranstaltung
ür sich in Anspruch nehmen, in erster Linie natürlich der
imsichtige Leiter, der durch einen Lorbeerkranz eine be—
ondere Ehrung erfuhr. Glückauf zu weiterem Schaffen!

Ganun 5qaarlouis.

Der Gau Saarlouis hielt in Wallerfangen seine dies—
ährige Hauptversammtung ab. Von den Gauvereinen waren
neun erschienen, einer fehlte entschuldigt und zwei unent—
schuldigt. Ein Männergesangverein ist im letzten Jahre
rus dem Bunde ausgetreten, weil er glaubte, von diesem
zu seinem geplanten Gesangwettstreite nicht genügend unter—
tützt worden zu sein. Der erste Vorsitzende des Gaues,
Banck, betonte, die Beurteilung der Gesangwettstreite durch
den Saar-Sängerbund sei immer noch unwiderleglich. Erstens
romme man bei Wettsingen in idealer Beziehung nicht zu
dem gewünschten Ergebnis und zweitens werde der erwar—
tete finanzielle Gewinn selten erzielt. Im Jahresbericht über
das verflossene Geschäftsjahr hob der erste Gauschriftführer
servor, daß innerhalb der Gauvereine ein zielbewußtes
Vorwärtsstreben zu beobachten gewesen sei. Der Gau habe
im Januar 1927 14 Vereine mit 798 aktiven und 858
mnaktiven Mitgliedern, zusammen mit 1642 Mitgliedern
gezählt. Der Bundesvorsitzende, Schulrat Bongard, Saar—
zrücken, griff die im Jahresbericht enthaltene Aeußerung,
daß sich im Geschäftsjahr 1927 im Gau Saarlouis keine
Vorgänge von wesentslicher Bedeutung ereignet haben, auf
und redete auf die Vertreter recht eindringsich ein zu
nachdrücklicher Arbeit in den einzelnen Vereinen. Der zweite
Bauvorsitzende, Herr J. Rupp, Fraulautern, berichtete über
die letzte Vorstandssitzung des Saar-Sängerbundes in Saar—
»rücken. Diese habe sich in der Hauptsache mit dem Bundes—
tag in Merzig beschäftigt. Bis zu der Vorstandssitzung
zätten 249 Vereine mit 12000 Sängern ihre Teilnahme
am Bundesfeste in Neunkirchen angemesdet gehabt. Bundes—
zeschäftsführer Rauchhotz machte Mitteilungen über die
jesanglichen Veranstaltungen auf dem Bundestage in Mer—
zig. Zur Unterstützung der Gesangvereine durch Zuwen—
zdungen der Gemeinden, genau in dem Verhältnis, wie ste
den Sportvereinen zuteil werden, werde man auch in Stadt
und Kreis Saarlouis Schritte unternehmen. Zur Beteili—
zung einzelner Sänger an der Fahrt zum deutschen Bundes—
sängerfeste in Wien wurde mitgeteilt, daß die Anmeldungen
unbedingt sofort erfolgen müßten, damit man an dem
Sonderzuüge, der von Zweibrücken aus fahre, teilnehmen
könne. Der Bundesvorsitzende verabschiedete sich von der
Beneralversammlung mit Worten der Aufmunterung, im
Franz-Schubert-Jahre dem ersten deutschen Liederkompo—

Gau Schwalbach.
Der Gan Schwalbach hatte am 25. März zum 2. Wer—
ungssingen eingeladen, und es beteiligten sich 5 Vereine
aran. ido Griesborn, 25 Sänger, Dirigent Müller,
nit den Ehören „Walderwachen“, „Der Kuckuck“; „Germania“
derlen, 50 Sänger, Dirigent Weyland, mit den Chören
‚Wie hab ich dich geliebt“, „Es haben zwei Blümlein ge—
»lüht“; Sänger-Vereinigung Schwalbach, 57 Sänger, Diri—
gent Schackmann, mit „Traum an der Siegfriedsquerle“,
„Die Heimat“; Saar-Quartett Hülzweiler, 35 Sänger, Diri—
zent Weißgerber, mit „Höhenfeuer“, „Schlafglöckchen“; Ver—
in der Kunstfreunde Schwalbach (Gem. Chor), 41 Sänger,
Dirigent Schackmann, mit „Frühzeitiger Frühling“, „Heim—
iche Liebe“. Der Gauvorsitzende Foß eröffnete das Wer—
ungssingen und hieß die Anwesenden herzrich willkom—
nen. Besonders herzeich begrüßte er den Bundesvertreter,
zchatzmeister Düren. Dieser dankte für die herzéiche Auf—
iahme und wünschte dem Singen einen guten Verrcauf.
Venn man das Programm betrachtet, so frägt man sich,
pie es möglich ist, daß die Dirigenten sich die Arbeit so
chwer machen und derartig schwierige Chöre auswählen,
zümal bei solch schwacher Sängerzahl. Ueber die Leistungen
var man angenehm überrascht. Es war eine Freude fest—
zustellen, wie in jedem einzelnen Verein mit Lust und
diebe fleißig gearbeitet worden war. Der Erfolg sollte

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