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Nr.7
Aus der MWMWusikwelt.
gdunstbegeisterung, wie sie in der deutschen Musik nicht
zum Schweigen zu bringen ist, solange Männer wie
Ziegfried Ochs am Werke sind.
Als er sich im Jahre 1884 einen Chor in Berlin grün—
dete, der als Philharmonischer Chor bis 1920 einer der
tärksten künstlerischen Faktoren der Reichshauptstadt war,
onnte ihm bei der Durchführung seiner Ideale nur der
ierschütterliche Glaube an das Vorhandensein eines
Funkens Kunst in jedem Menschen helfen, denn die Leute
rachten damals nichts mit als ihren guten Willen. Und
ils die Ungunst der Nachkriegszeit diesen Chor zertrüm—
nerte, und er die Reste dem sjungen Hochschulchor einglie—
derte, der nun unter seiner Führung zu nie geahnter
döhe emporwuchs, auch da half ihm sein geniales Wollen,
diesen von Grund auf neugeschaffenen Klangkörper mis
deben und Begeisterung zu durchdringen. Und was leistete
der rastlos Tätige, Nimmermüde auf anderen Gebieten.
Wenn er auch auf seine Kompositionen selbst keinen Wert
egt, manch anderer füllt mit solchen Gaben und Erfolgen
ein Leben aus. Seine Bearbeitungen deutscher Volks—
ieder sind Kostbarkeiten; wir finden ihn am Rednerpult
als den in seiner eignen geistvollen Art Vortragendenm.
In seinen Werken „Gesehenes — Geschehenes““ „Der
deutsche Gesangverein“ und „Ueber die Art, Puse zu
hören“ spricht der praktische Musiker, was der Schriftsteller
allein nicht zu sagen weiß. Seine Tätigkeit als Lehrer
weist ihm die kommende Generation zur Ausbildung von
Thordirigenten und Sängern zu.
An Siegfried Ochs zerschellt der Flug des Reichtums.
Als Sohn eines reichen Hauses setzte der Chemiestudent
das Musikstudium gegen den Willen seiner Eltern durch.
Das Wohlleben vermochte nichts über seine genialen Gaben
und sein Künstlertum. Ehrenamtlich tat er die ungeheuere
Arbeit am Philharmonischen Chor, und als die Nachkriegs—
zeit dem über Sechzigjährigen die wirtschaftliche Sorg—
losigkeit nahm, da triumphierte seine Arbeitskraft über
die Ungunst der Verhältnisse und fand ihn mit unver—
ninderter Kraft am Werke.
Möge sein ungebrochener Widerspruchsgeist dem Alter
ruch fernerhin siegreich standhalten, damit wir ihn noch
ange behalten dürfen, schöpferisch tätig und unbeirrbar
rusrecht und treu. K. Schurzmann, Berlin.
Der Sinn des 10. Deutschen Sängerbundfestes.
Wir entnehmen den Mitteilungen des Wiener Männer—
zjesangvereins: Mit gespannter Erwartung sieht das ganze
deutsche Volk dem 10. Deutschen Sängerbundfest entgegen.
Wien, die Stadt uralter deutscher Gesangskultur, ist aus—
»rkoren worden, der Schauplatz dieser imposanten Mani—
estation deutscher Musikpflege zu sein. Ist das Verständnis
ind die liebevolle Pflege des Liedes in hervorragendem Maße
Zinnbild deutscher Eigenart und deutschen Geisteswesens
n deutschen Stämmen, so dürfte wohl kaum eine Stadt
nehr Anrecht haben, für die große Jubiläumstagung der
»eutschen Sängerschaften gewählt zu werden, als Wien,
nit dessen Namen sich außerhalb der österreichischen Grenze
inwillkürlich die Gedankenverbindung Musik, Mélodie und
died verknüpft. Ich sage dies ohne zu befürchten, als
krähwinkler österreichischer Heimatliebe gelten zu müssen,
im so rückhaltsloser, als ich weiß, wie unsere österreichische
dauptstadt schon jetzt in den Riesenvorbereitungen steckt,
durch welche die Donaustadt dem großen deutschen Sänger—
est ein Gelingen zu sichern hofft, das beweisen soll, wie
soch sie die Ehre schätzt, unzählige Tausende von deutschen
Stammesbrüdern aus allen Teilen der Welt in ihren
Mauern als Gäste aufnehmen zu können.
Wenn in unseren Tagen einer gewissen kulturellen Ver—
lachung und eines vielleicht ungesund gesteigerten ober—
lächlichen Vergnügungsbetriebes, der da ünd dort zu einer
abstoßenden Amüsierindustrie gusgeartet ist, ein Fest ge—
feiert werden kann, bei dem sich ein beträchtlicher Volks—
isftn ehrlichem Refennen zu den unverrückbaren Idealen
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ßi Dr. Axelross Joghuert.