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Zaar⸗Saänger-Bund
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Schauspieler und Schauspielkunst, von Julius Bab, mit
32 Tafeln, Berlin. Verlag Osterheld K Co. Preis 6,50
Mark. — Es ist ein wahrhaft Kundiger, der hier von
Bühnenkunst und Bühnenkünstlern spricht. Ein köstlicheres
und den Versasser selbst feiner verdeutlichendes Vorspiel
konnte Julius Bab seinem Werk nicht geben als durch den
warmen Nekrolog auf seinen „Kameraden“, den Wiener
Theaterkritiker Willi Handl, der aus dem Grundwillen zur
Sachlichkeit und Wahrhaftigkeit heraus deutscher Bühnen—
kunst so wertvolle Anregungen gegeben hat. Und dann
treten sie alle ins Licht, die Meister des Schauspiels von
Albert Bassermann bis zur jüngsten Gegenwart, dem
Nachwuchs“. Klug in Kategorien geschaut — der ewige
Typus, eine Familie spielt, Geschwister spielen, Eheleute
spielen, die ethische Kraft, der östliche Einschlag, die Ent—
fesselten, Stoff, Form, Meisterschaft, Gestalt und Stimme,
Leib und Seele usw. — so werden sie uns sesselnd und
anschaulich vergegenwärtigt: Lehmann, Höflich, Dorsch, die
Thimigs, Rosa Valetti und Hermann Vallentin, Friedrich
Kayßler und Helene Fehdmer, Lina Lossen, Theodor Loos,
Wegener und Durieux, Agnes Straub und Gerda Müller,
Orska, Bergner und Massary, Krauß und Kortner, Jannings
und Klöpfer, Steinrück und George, Paul Hartmann und
Ernst Deutsch, Schildkrant und Cranach, Goetz, Adalbert,
Braetz, Tiedtke und Etlinger, Pallenberg und dann die be—
rühmten Gäste Eleonore Duse, Sarah Bernhardt, Yvette
Guilbert! Das vorliegende Werk ist der geistvolle kritische
und psychologische Niederschlag dreißigjährigen Theater—
lebens. Wer irgend den Blick sich weiten will für Bühne
und Bühnenkunst, der sei auf dieses Werk hingewiesen,
das wahrlich mehr ist als ein Nachschlagebuch neuzeitlicher
Bühnengrößen.
und Mehemed streiten und lieber den Untergang wählen als
Unterwürfigkeit. Das wehe Schicksal opferbereiter Frauen
nollendet sich im Wandel dieser wilden, von Zwist und
berrat durchgellten Zeiten. Sanfina verläßt ihren Ge—
nahl um der Heimat willen, und Skanderbegs Schwester
erbricht ihren eigenen Willen, um das Opfer der edlen
Zanfina Thopia zu vollenden. Den Kämpfenden und Ent—
agenden stehen die mythendunkle Gestalt des greisen Sehers
bardhok und der ruhige Mönch Marius zur Seite, hilfe—
ereit. Das hier erzählte Schicksal der Skipetarier bildet
ine Parallele zu unseren Tagen und fesselt, wie Lichten—
zerg vom guten Buche fordert, jeden Leser „vom Schüler
zjinauf bis zum Weltmann“
Des Freiherrn Knote von Knöterichshansen Europäischer
sarneval oder der Tychonische Stern, Roman von Wolfgang
. Ludwig Stein, dem heiter-trauernden Erben des Barons.
deutsche Verlagsanstalt Stuttgart, Berlin und Leipzig. In
vanzleinen 7,80 Mk. Eine der ersten deutschen Verlags—
instalten gibt diesem grotesken Roman des soeben in die
steihe der berühmten Sechzigjährigen eingerückten deutsch—
ömischen Politikers und Volkswirtschaftlers das Geleit in
die deutsche Oeffentlichkeit. In diesem literarisch vielleicht
vertvollsten Roman der jüngsten Zeit spiegelt sich nicht
iur eine völlig abgeklärte Persönlichkeit von außeroördent—
ichem Ausmaß wieder, sondern auch das Zeitgeschehen der
etzten Jahrzehnte, insbesondere der Kriegs- und Nach—
riegszeit, die der Dichter auf dem Beobachtungsposten einer
»ohen Warte als glühender Patriot und deshalb erfüllt
»on unsagbarer Bitterkeit über zahllose Mißgriffe unserer
Bolitik verfolgen konnte. Benommen von den Gluten süd—
icher Erotik, die den Roman durchweht, bezaubert von so
iel Hellsehertum und Hellhörigkeit gegen die feinsten
Ztimmen in der Natur, und dann wieder getroffen von
»en Peitschenschlägen eines unerbittlichen Sarkasmus er—
eben wir den Taumel des „Europäischen Karnevals“, von
Zeite zu Seite immer tiefer erkennend, daß sich hinter seinen
innbetörenden phantastischen Masken die Tragik einer
erzerschütternden nationalen Wirklichkeit verschléiert hält.
An dem vom Verlag gut ausgestatteten Roman wird
nicht vorübergehen wollen, wer seine Zeit erschöpfend mit—
erleben, und wer dem literarischen Schaffen der Zeit ver
unden bleiben will—
JFambo watu! Das Kolonialbuch der Deutschen, heraus—
gegeben von Willy Bolsinger und Hans Rauschnabel unter
Mitwirkung zahlreicher erfahrener Kolonialpioniere, Bild—
schmuck nach Originalradierungen der Herausgeber, wohl—
feile Ausgabe. Preis steif brosch. 5,50, Leinen 7,50, Ge—
schenkausgabe 14 RM. Verlag Christoph Steffen, Stutt—
gart-Gablenberg. Diesem echt volkstümlich geschriebenen,
brachtvoll illustrierten Werk braucht man kein besonderes
Empfehlungswort mit auf den Weg zu geben. Es empfiehlt
sich selbst. Aus allen Berichten und Aufsätzen — erste
Federn wie Major Rothmaler, Werner von Rentzel, Joseph
Viera, Oberst Willecke, Freiherr von Stein, Maisor
Schwandnes, Offiziere, Farmer, Gelehrte, Missionare, Lehrer
stellen sich in den Dienst des vaterländischen Unter—
iehmens — spricht es deutlich und beweiskräftig zu uns
bon den hohen Kulturleistungen des deutschen Volkes in
seinen ehemaligen Kolonien. Im Sinne Hindenburgs: „Die
Wachhaltung des Gedankens an unsern Ueberseebesitz ge—
hört mit zu den wichtigsten vaterländischen Aufsgaben!“
vünschen wir dem lehrreichen und überaus interessanten
Tek die weiteste Verbrei ung in allen deutshen Häusern,
Schulen und Vereinen!
Fritz Müller, Partenkirchen: Debitorenkonto Fol. 1347
ind audere Geschichten. Ein Lesebuch für den jungen
daufmann. In Künstlerleinenband RM. 5.50. Stüttgart
1927. C. Es Poeschel Verlag. — Fritz Müller, Parten—
irchen — ja, ja, man weiß schon. Das ist doch dieser Fritz
Müller, der uns die vielen lustigen — und auch die
nancherlei ernsten, nachdenklich machenden Geschichten ge—
chenkt hat. Was trägt sein neuestes Buch doch für einen
chnurrigen Titel? Debitorenkonto Folio 13477 Was ver—
irgt sich dahinter? Fritz Müller hat es diesmä auf den
ungen Kaufmann abgesehen. Ihm widmet er das gut
tusgestattete Bändchen. Mit Schmiß sind die einzelnen
veschichten hingesetzt, das sprudelt, blitzt und zuckt nur so
ius den Seiten. Viele Berufs- und Lebensweisheit aus
röhlichem Herzen und aus einem beweglichen Geist ge—
geben. Wer möchte da nicht gerne Kaufmann sein, um
ich solchermaßen „die Wahrheit sagen lassen“ zu dürfen?
zunger Kaufmann, greife zu. So etwas kannst du nicht
ille Tage kaufen! Eltern, schenkt das Buch euern Söhnen
ind Töchtern zum Lustmachen am Beruf. In den Handelsz—
chulen möge es als Lesebuch und als Prämie froh be—
jehrt sein. — Doch was rede ich da nur vom jungen Kauf—
nann? Fritz Müller spricht zwar ausdrücklich zu ihm —
zu bescheiden wohl — einem jeden Kaufmann geht dies
Züchlein an, aber auch jeden, nur muß er sich jung fühlen
önnen, und das kann auch ein Weißkopf mit 60 Jahren.
detzten Endes entscheidet auch hier der Geist, der lebendig
— und jung macht Sebastian Brant
Herwig Hartner, Erotik und Rasse eine Untersuchung
über gesellschaftliche, sittliche und geschlechtliche Fragen,
mit Textillustraätionen. Deutscher Volksverlag Dr. C.
Boepple, München. An Hand von scharf gesehen
Ausschnitten aus dem Gesellschaftsleben der Gegen—
wart, insbesondere Wiens, sowie von tiefen Einblicken in
die Geistesrichtung unserer zeitgenössischen Literatur weist
der Verfasser die Bedrohung deutschen Lebens, deutschen
Wesens deutscher Art nach und fordert von allen Wohl—
gesinnten tätige Mithilfe zum Schutze deutscher Kultur,
zum Schutze der deutschen Familie, der deutschen Jugend.
Der Verfasser will einmal wieder nachdenklich machen über
Polt und Volkheit.
Gertrud von Wenckstern, Sanfinas Opfer. Wilhelm Meister
Verlag, G. m. b. H. Berlin SW. Preis 8,50 Mtk., Halb—
leinen 5 Mẽ., Geschenkband 6 Mk. Die Verfasserim ist
durch andere historische Erzählungen bereits bekannt. Ihre
früheren Werke sind „Unspunnen“, historische Erzählung
rus dem Berner Oberland, und dann aus dem Verlage
des vorliegenden Buches „Feyn gülden Zierrat“, eine Er—
zählung aus dem alten Berlin zür Zeit der Hexenprozesse.
Sanfina's Opfer ist ein dunkelauftönender Sang von
dem heldenhaften Kampf der, zerspaltenen Stämme der
Skipetaren, die unter ihrem langerwarteten Führer Skander
zon garnint gegen die mächtigen Demanenfürsten Murgad
Der lachende Rhein. Tausend Jahre rheinischen Humors
n Wort und Bild. Gesammelt und herausgegeben von
Jörg Ritzel. Mit über 450 Text-Illustrationen, sowie
14 bunten und 18 einfarbigen Kunstdrucken, nach Ge—
nälden, Radierungen und Zeichnungen berühmter Meister
des rheinischen Humors. Format 22 28 em: Juhalt 376
Text- und Bilderseiten; Gewicht 1800 Gramm. In Ganz—
einen gebunden RM. 25.—2: in Halbleder gebunden
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