SZeite 268 Mh.
Saar⸗Säünger⸗VBund I.
sppotr. 14
M.G.e⸗B. Kirkel veranstaltete zu Ehren seiner —
Sangesbrüder eine schlichte, aber ergreifende Gedenkfeier.
Wir marschierten geschlossen zur Kirche. Düster und regen—
chwer stieg der Totensonntag herauf, der im Gotteshaus
eine ernst andächtige Gemeinde versammelt sieht. Aber
nicht nur von Sterben und Todestrauer wollte die Predigt
künden, sondern hinführen zu Ewigkeitshoffnung und Un—
terblichkeitsglauben. DBer M.«G.«V. sang „Wie selig sind
die Toten“ von Mendelssohn, der Kirchenchor den wunder—
bharen Schluß aus der Johannespassion von Bach. Zum
Friedhof bewegt sich nun unter Vorantritt der Feuerwehr—
kapelle ein Janger Zug. Hier am Ruheort der Toten ge—
denkt man ihrer mit Choralmusik, Chorgesang, Schriftwöort
und Gebet, während der Sturmwind die Regenschauer
über die Landschaft jagt. Am Nachmittag sammelt sich
im Saale von Herzog der M.G.⸗V. mit seinen akttiven
und passiven Mitgliedern zur Weihe der Gefallenengedenk—
cafel, die der Küuünstlerhand des Holzbildhauers Riemann
aus Kirkel-Neuhäusel entstammt, der es verstand, eine
vürdige, künstlerisch wertvolle Ehrung zu schaffen. Die
Weiherede hielt Pfarrer Stepp mit dem Leitwort: „Die
auf den Herrn harren, kriegen neue Kraft.“ Ein Gedächtnis—
mal von Treu und Liebe bis zum Tod, ein Ehrenmal für
die gefallenen Sangesbrüder, ein Mahnmal für kommende
Geschlechter soll die Tafel sein. Unter Leitung des Diri—
gjenten Denne sang der Chor: „Stumm schläft der Sänger“
yon Fr. Silcher, „Wie selig sind die Toten“ von Mendels—
pohn, und „Die Glocken“ von Fleischer. Vorsitzender Müller
chloß seine Ansprache: „Wir stehen heute vor einer Ge—
denktafel unserer gefallenen Helden und Sangesbrüder,
die vor 14 Jahren hinauszogen, um mitzuhelfen, die Hei—
nat vor den Schrecknissen des Krieges zu schützen. Wenn
es für Sie, meine lieben Angehörigen, duch nur ein ganz
schwacher Trost ist, so ist es doch der, daß Sie Ihre treuen
Toten hier in der Heimat gebettet wissen, während die
anderen Gefallenen draußen in weiter, fremder Erde
cuhen und ihren Angehörigen es nicht vergönnt ist, an
ihren Gräbern zu verweilen, Ihrer wollen wir heute auch
zganz besonders gedenken.“ Bürgermeister Adam legte einen
Kranz an der Tafel nieder und gedachte der zwei Mil—
lionen Gefallener, während der Vorsitzende Müller die
Fhrentafel in die Obhut des Vereins übernahm. Am
Schlusse sang die ganze Versammlung der Teilnehmer:
Ich hatt'‘ einen Kameraden“
M.G.⸗V. Websweiler hielt am 830. Dezember seine
sveneralversammlung ab. Nach der Begrüßungsrede des
l. Vorsitzenden Bernhard Schmidt erstattete er den Jahres—
zericht und anschließend der Kassierer Otto Bungart den
dassenbericht. Die Vorstandswahl haäatte folgendes Er—
gebnis: 1. Vorsitzender: Bernhard Schmidt; 2. Vors.:
Alfred Hebel; Schriftführer: Ernst Bungart; Kassierer:
Otto Bungart; Vereinsdiener: Ernst Eckselder; Beisitzer,
aktiv: Franz Hebel; Oswald Cullemann; Alois Weber;
Jakob Becker; Beisitzer, passiv: Jakob Steiner; Revisor:
Ernst Ruffing und Ludwig Steiner. Dirigent ist ab
1. 11. 28 Albert Maus
und „Großmutter will tanzen“ von Baumann. Die Dar—
bietungen wurden beifällig aufgenommen. Anschließend
fand eine Chorprobe sämtlicher Vereine unter der Leitung
des Bundeschormeisters Schrimpf statt. Zu dem starken Be—
such des Konzerts hatte das angekündigte „Hohner Mund—
harmonika-Orchester“, zirka 80 Knaben und Mädchen vor
2213 Jahren, unter Leitung des Lehrers Ewen, wesent
ich beigetragen. Es war ein glücklicher Gedanke der Gau
eitung, dieses Orchester mit dem Gausingen zu verbinden
das Spiel der Märsche und Volkslieder war sehr schön
Die schlichte Mundharfe hat der Schule hier neue Wege
für die musikalische Erziehung der Jugend gezeigt. Da
die Uebungen auf dem Instrument, im engsten Zusammen—
hang mit dem Gesangunterricht, zum Singen und Spielen
nach Noten führen, haben gerade die Lehrerdirigenten es
in der Hand, hier einen Stamm Sänger heranzubilden.
bei denen es später ein leichtes ist, sie zu schönem, be—
vußten und selbständigen Singen heranzübilden. Schon
dvon diesem Gesichtspunkte aus kann die Zusammenarbeit
zwischen Schule und Verein nur begrüßt werden.
Gau Neunkirchen.
In der letzten erweiterten Vorstandssitzung des Gauee
Rennkirchen waren anwesend vom Gauvorstand: Kreisschul
at Steeg als Vorsitzender. Die Mitglieder: Hussong
Schmidt, Robert Frantz, Fritz Stein und Spohn. Gefehlf
jaben: Braun, Rhein, Reuter, Neu, Keßler, Funk, Klein,
Reinheimer und Schmelzer. Von 26 Gauvereinen warer
17 vectreten. Gefehlt haben: Eintracht Wiebelskirchen
Eintracht Sinnersthal, M. G. V. Kohlhof, M. G. V. Lands
veiler, Gemischtes Quartett Landsweiler, M. G. V. Spiesen
Fintracht Spiesen, Cäeilia Schiffweiler und Concordid
Münchwies. Der Vorsitzende wies auf Grund der Richt—
inien des Bundes auf die großen Aufgaben hin, die zum
Bundesfest zu leisten sind und betonte, daß der Besuch
der Sitzungen unbedingt besser werden müsse. Der vom
Z„chriftfiührer verlesene Sitzungsbericht wurde einstimmig
angenommen. Die Anfrage des Sangesbruders Barth
Bermania Neunkirchen, betr. der Aenderung der Wahl des
Kreischormeisters wurde von Hussong dahin beantwortet
daß die Angelegenheit in einer Bundesvorstandssitzung ge
indert worden sei. Der größte Gau im Ostkreis, Neun—
irchen, erhielt gemäß Bundesbeschluß den Kreischormeister
Die Angelegenheit soll daher als bewilligt betrachtet wer—
den. Der Vorsitzende teilte dann mit, daß die Beschwerde
von Spiesen betr. der Kartenbestellung zum Domchor—
onzert nicht zu Recht bestanden habe und es sich nach
ziner Aussprache in der letzten Bundesvorstandssitzung um
rine falsche Information, wie sich nach Untersuchung der
Angelegenheit herausgestellt, gehandelt habe. Die Meldung
des Elv. Vereins bestand ausweislich des Schriftverkehrs
zu Recht. Der Vorsitzende führte Klage, daß die Vereine
bei dem Schubertkonzert keinen Chorgeist gezeigt hätten
und sich viele Sänger beim Massenchor auf Kosten
anderer gedrückt haben. Der Vorsitzende führte aus, daß
ogar an den Türen von Sängern, die zur Ordnung
vestellt waren, geraucht und gelärmt wurde, was einen
sehr schlechten Eindruck hinterließ. Der Vorsitzende bat
die Vorschläge für den Ehrenausschuß des Bundesfestes
der höchstens 20 bis 30 Mitglieder vom Gau Neun—
irchen zählen dürfe, dem engeren Vorstande bis zur
nächsten Sitzung zu überlassen. Es soll hierbei auch an
die Gewerkschaften und Arbeitersänger gedacht werden.
Sangesbruder Barth führte an, daß uns gerade der
Sängerkongreß in Essen gezeigt habe, daß der A.S. B
uind der D.S. B. gemeinsam Hand in Hand arbeiten
nüßten. Es wurde besonders erwähnt, daß bei Berück—
ichtigung von Gewerkschaften bzw. des A.S. B. damit
eine städtischen Parteien gemeint sind. Der 2. Vorsitzende
hat nochmals, die Vorschläge allber Kommissionen als—
zald schriftlich dem Vorsitzenden einzureichen. Nachdem die
Zäle festgelegt sind, wurden die Vereine zur Uebernahme
der Saakordnung wie folgt bestimmt: Germania Neun—
irchen 2 Säle am Sonntag vormittag und zwar im
wangelischen Gemeindehaus und städtischen Saalbau. Ev
Kirche: M. G. V. Neunkirchen; Coronasaal: Männerchor
Neunkirchen. Am Festkommers Samstags abends übernimm—
die Liedertasel Neunkirchen die Saalordnung. Der Festzug
bon über 14000 aktiven Sängern nimmt seine Auf
tellung am Bachschulhaus und marschiert geschlossen vor
dort nach der Wellesweiler- Bahnhof-, Stümm-, Hütten
Gau Jilingen.
Die in der Dezembernummer veröffentlichten Sänger—
ehrungen des Gaues Illingen, Sangesbruder Pet. Schäfer
und Chorleiter Joh. Tybl, gehören nicht dem M.G.⸗V.
Inncrdens Uchtelfangen, sondern dem M.—G.V. Hüttig—
weiler an.
Gau Köllertal.
Sein diesjähriges Gaukonzert hielt der Gau Köllertal
n Kölln ab. 9 Gauvereine wirkten mit. Der große Saal
onnte die Besucher nicht alle fassen. Als erster Verein
sang M.G.⸗V. Güchenbäch die „Schuberthymne“ von Kel—
dorfer und „Das Dörfchen“ von Schubert. Dann folgte
M.G.⸗V. Viktoria Buchenschachen mit „Waldfriede“ von
Köllner, und „Der Jäger Abschied“ von Mendelssohn,
M.⸗G.«V. Lätita Obersalbach folgte mit: „Sandmann“ von
hdeymer, und „Abendglöckchen“ von Neuert, und „Der
Grenadier“, M.eG.-⸗V. Eintracht Kölln mit: „Möchte wan—
dern“ von Henkel, und „Mein Mädel hat einen Rosen—
mund“ von Claub, M.—G.⸗V. Fherngord Pflugscheidt mit:
„Hochamt im Walde“ von Werth, und „Selige Kinderzeit“
»on Jakobs, M.G.⸗V. Hilschbach mit: „Die Vesper“ von
Beethoven, und „Die Kleine“ von Asmus, M.—G.V. Froh—
inn Walpershofen mit „Sturmbeschwörunga“ von Dürrner.