Full text : 6.1928-1929 (0006)

Nr. 11 pruun:

ISaar⸗Sänger⸗e Bund

Jj Seite 267

palle. — Tonleiter, Molltonart. — Mit praktischer An—
leitung zum Notenverständnis. Schließlich sei noch für
die Theater⸗Interessierten auf die Arbeitsgemeinschaft von
Dr. A, Raskin, aufmerksam gemacht.“ Die Oper als
heatralische Kunstform (zu den OHpern und Operetten im
diesjährigen Spielplan des Stadttheaters). Kurzer ge—
chichtlicher Abriß des Opernproblems. — Zur heutigen
srisis der Oper. — Mittel und Wege zur Üeberwinduͤng
dieser Krisis. — Die heutigen Versuche. — Oper als Kunst—
orm der Gegenwart unter Berücksichtigung von Operetie,
Singspiel, Konzertmusik, Revue und Jazz. — Praktische
—88 Inszenierungsprobleme, das Schauspiel in der
per.
q Nontags 8 Uhr vierzehntägig in Saal 18 der Gewerbe—
chule.
Die Teilnahme an einem ganzen Kursus bis März kostet
10-20 Franken. Anmeldungen mit genauer Adressen—
angabe nehmen das Büro des Saar-Sängerbundes oder
die Geschäftsstelle der Volkshochschule Saarbrücken 1, Roon—
straße 1, Zimmer 4, Fernruf 1128, entgegen. Auskunft
erteilen auch Stadtschulrat Hans Bongard und Rektor
Walther Stein, auch über die anderen reichhaltigen Bil—
dungskurse. Der ausführliche Arbeitsplan ist in den., Saar—
hrücker Buchhandlungen für 1,— Franken zu haben.
Musikanten-Gilde. In der letzten Bundesvorstandssitzung
ceilte der Bundesvorsitzende mit, daß die rühmlichst bekannte
Musikanten-Gilde Darmstadt beabsichtige, in der Zeit vom
30. März bis 12. April eine Reihe vvn Abendmusiken
im Saargebiet zu veranstalten. Die Gilde teilt mit:
„Unser gemischter Chor besteht aus 25 Mitgliedern, dar—
unter einigen Instrumentalisten. Wir singen Werke von
Ludwig Senfl, Melchior Franck, Johann Staden, Kaspar
Othmayr, Paul Hofheimer, Adam Gumpelhaimer, Michgel
Prätorius, Joh. Herm. Schein, Haydn und Mozart. Wir
verweisen auf Kritiken, Programme und eine Besprechung
des Herrn Dr. Noack, ordentlicher Professor an der Univer—
sität Frankfurt und außerordentlicher Professor der Musik
an der Technischen Hochsule zu Darmstadt. Das Unter—
nehmen hat nicht den Zweck, Geld zu machen. Wir pflegen
in unserer Arbeit vornehmlich deutsche Musik des
16. und 17. Jahrhunderts und wollen Sie auch
in weitere Kreise tragen. Wir müssen darum nur darauf
hedacht sein, die geringen Unkosten zu decken. Nach Er—
fahrungen früherer Konzertreisen hat sich folgendes als
iür beide Teile tragbar erwiesen: Der Chor erhält freie
Verpflegung und Unterkunft, ferner 120 RM. Garantie
für jeden Abend und vom verbleibenden Reingewinn 30v. H.
der veranstaltende Verein übernimmt die Werbung und
Vorbereitung, während wir ihm die Programme recht—
zeitig zur Verfügung stellen werden. Auf dieser Grund—
lage erbitten wir Vorschläge über Ort und Zeit.“
Der Bundesvorsitzende machte die Bundesvertreter dar—
auf aufmerksam, daß es sich hier um eine künstlerisch hoch—
zedeutsame Angelegenheit handele, die gerade in diesem
Augenblick besondere Beachtung verdient, da der Bund
sich auch die Pflege der gemischten Chöre angelegen sein
lassen will. Den Vereinen wird dringend empfohlen, mit
der Musikantengilde Darmstadt (Dipl.“Ing. Günther
Simony, Alexanderweg 27) in Verbindung zu treten.

Gau Dillingen.

M.⸗G.⸗V. Eintracht Dillingen veranstaltete unter dem
Stabe von Organist Carl am 16. Dezember sein dies—
iähriges Winterkonzert. Der Chor bewies mit Bruckners
„Trösterin Musik“, dem „Glockenlied“ von Lendwai, und
dem Kaun-Chor „Die wandernde Menschheit“ sein hohes
Wollen und sein gutes Können. Im zweiten Teil gabs
„Das braune Laub“ von Stubbe, eine Trinklied-Urauf—
fkührung nach Worten von Serwe und eine Komposition
don Chormeister Carl, den Chor: „Vom Rhein“ von Bruch
und zum Abschluß Rinkens „Nachtwandler“ und Trunks
„Deutschland“. Konzertmeister Schneider spielte den 1. Satz
rus dem Violonkonzert von Mendelssohn und Werke von
Brahms. Am Flügel begleitete trefflich Musiklehrer R.
Eich, Fürstenhausen. Das Publikum spendete lebhaften
Beifall und erzwang sich von allen Mitwirkenden eine
Zugabe. Der Verein scheint unter der Führung des
setzigen Vorstandes den alten Weg des Ruhmes wieder
aigeie zu haben.

Gau Hhomburg.
Gan Homburg hielt am 6. Januar seine allijährliche
Beneralversammlung ab. Sie wurde durch den Gau-Vor—
jitzenden Spies mit einem Willkommensgruß eröffnet, wor—
auf die „Sängervereinigung“ mit dem Sängergruß von
Beck dem Gautag den Auftakt gab. In seinem Tätigkeits—
dericht erläuterte der Vorsitzende die Ideale des deutschen
Ldiedes und des deutschen Männergesanges und sprach
ehrende Worte auf den im Laufe des Jahres verstorbenen
2. Gauvorsitzenden Gustav Welter. Aufgenommen wurden
2 Vereine: Liedertafel Niederberbach und M.«G.-V. Alten—
zreitenfelderhof, so daß der Gau mit 21 Vereinen und
793 Sänger ins neue Jahr eintritt. 4 Gauversammlungen
ein Wertungssingen in Mittelberbach, ein Gaufest in Ober—
hexbach bekunden die Haupttätigkeit des Gaues im abge—
laufenen Jahre. Der Vorsitzende kam kurz auf das Konzert
des Berliner Domchores zu sprechen, erwähnte nochmals
die schlechten Saalverhältnisse in Homburg, kündete den
Besuch des Wiener A-cappella-Chores im Herbst an und
zankte zunächst allen denjenigen, welche im vergangenen
Fahre an der edlen Sängersache mitgearbeitet haben. Der
saukassierer Feß gab hierauf den Kassenbericht der Gau
'asse bekannt. Der Vorsitzende erläuterte die Kassenver—
zjältnisse, dankte dem Kassierer für seine Mühewaltung
und sprach zuletzt nach eingehender Prüfung demselben
Entlastung aus. Die Vorstandswahl hatte folgendes Er—
zjebnis: J. Vorsitzender: Karl Spies, Homburg; 2. Vors.“
Rektor Schäfer, Limbach; 1. Schriftführer: Russard, Hom—
durg; 2. Schriftführer: Grau, Homburg; 1. Kassierer
Feß, Homburg; 2. Kassierer: Assion, Bahr. Kohlhof. Als
sauchormeister wurde Schuff, Limbach, wiedergewählt. Ihm
zur Seite wurden die Chormeister: Schäfer, Limbach
denne, Kirkel; Decker, Niederwürzbach, und Welter, Ober
zexbach, in den Musikausschuß gewählt. In den Schlich
ungsausschuß wurden Hamm, Homburg, und Fuchs, Ober
zexbach, wiedergewählt. Zu Punkt Verschiedenes wurden
die Vbrarbeiten zum Wertungssingen, das im Herbst in
der „Krone“ in Mittelberbach stättfinden soll, erledigt.
Diejenigen Gauvereine, welche sich daran beteiligen, sollen
ich in“ der nächsten Gaumeistertagung melden. Rektor
zchäfer bemängelte, daß an den Gaumeistertagungen nicht
ille Gaumeister teilnehmen und betonte, daß in Zukunft
diese Tagungen auch von den Vereinsvorständen besucht
werden sollen. Sie sollen in Zukunft immer an einem
SZamstag um 6 Uhr abends in Homburg abgehalten werden
Bauchormeister Schuff gab hierauf das Programm des
Bundesfestes 1929 in Neunkirchen bekannt. Bezüglich der
Bestandserhebung des Deutschen Sängerbundes ermahnte
der Vorsitzende, daß die betreffenden Funktionäre sobald
als möglich ihrer Aufforderung nachkommen sollen und
schloß mit dem Wunsch, daß alle an dem Werke der, edlen
Sängersache auch im neuen Jahr mitarbeiten sollen! Der
Deutsche Sängergruß bildete den Abschluß des Gautages

Gau Brebach.
Der Halberger Sängerbund Brebach hatte großen Er—
folg mit seinem 2. Bunten Abend. Der Chor erntete
vohlverdienten Beifall, ebenso die Sopranistin Tilla
Krempff, die von Paula Thinnes trefflich begleitet wurde.
Allgemein wurde der Wunsch nach weiteren Veranstal—
ungen dieser Art laut.
M.⸗G.⸗V. Liederkranz Ensheim hatte zu einem Familien—
Unterhaltungsabend eingeladen, dessen ersten Teil er mit
Orchesterdarbietungen, Männerchören und einem Doppel-—
quartett bestritt. Im Mittelpunkt des zweiten Teiles stand
die wohlgelungene Aufführung der dreigktigen Operette
„Neckar, Lenz und Liebe“ von Hermann Marzellus. Auch
das Streichorchester der Kapelle „Arion“ hielt sich wacker.
Es war ein genußreicher Abend.

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