Full text : 6.1928-1929 (0006)

Zeite 248er

Saar⸗Sänger-Bund su

—VB

Ausklang des Abends dien:u. Die Stimmung wurde schön
geschildert. Becker“ „Frau Nachigall“ mit Sopransolo
grenzt an Liedertafelei und gehörte nicht in die Vortrags—
folge. Als Solistin wirkte Mathilde Petri mit. Die Be—
gleitung am Flügel lag in Händen ihrer Schwester Christine
Mit weicher, modulationsfähiger Stimme gelangten zum
Vortrag Schuberts: „An die Musik“, „Ave Maria“, aus
den Müllerliedern: „Morgengruß“ und „Nach Feierabend“
Weiter „An den Mond“, um mit dem sehnsüchtigen Ständ—
chen“ zu schließen. Die Begleitung war im Durchschnitt
etwas schüchtern. Liegt diese aber in fachmännischen Händen,
so ist Fräulein Petri den Brudervereinen nur zu emp—
sehlen. Das Gesamturteil des Abends: Der gesanglicke Er—
solg der Gemeinschaft war da. Die Anerkennung, daß sich
ein Landverein mit einem der Großstadt zusammenschließt,
kann nicht versagt bleiben. Die Früchte dieses Konzertes
zeigten, daß der Bundesgedanke „Gemeinschaften“ vi gehn wi.
Einen erlesenen Genuß bot der rührige Musiltverein
Harmonie e. V. durch sein gut besuchtes Kammermusitkonzert
in der für solche Zwecke besonders geeigneten Aula des
Reformgymnasiums. Das Streichorchester:! Prof. Haus
Skohoutil, Urban Kirsch, Günther Lemmen, Friedrich Kehr
gestaltete Borodins Streichguartett D-Dur Nr. 2 und
hamentlich Haydns entzückendes Streichquartett B-Dur zu
Erlebnissen. Technische Durchführung und Ausschöpfung
des Stimmungsgehaltes waren Zeugnisse hoher Meisterschaft.
Fine ganz besonders feine Note erhielt der künstlerisch
tktrefflich geschlossene Konzertabend durch die Sopransoli von
Frau Lilly Jaeckel, die mit Liedern Franz Schuberts aus
der „Winterreise“ und vier Liedern Hugo Wolfs auf—
vartete. In rührender Schlichtheit, mit herzandringlicher
Wärme spendete die Sängerin, der wir gerne öfter in
unsern Bundeskonzerten begegnen möchten, ihre Gaben.
Man zögert unwillkürlich mit dem Beifall, weil man noch
lange im holden Bann seelentiefer Kunst steht. Der Abend
bot eines der wertvollsten Kammermusikkonzerte, deren
wir uns in den letzten Jahren erfreuen durften. St.
Ein äußerst würdiger Weiheakt vollzog sich am Toten
ponntag-Nachmittag in der Stiftskirche St. Arnual an—
äßlich der Gedenktafeleinweihung des St. Arnualer Männergesangvereins
 für seine gefallenen Sangesbrüder. Trotz der
ungünstigen Witterung war zur festgesetzten Zeit die ge
räumige Stiftskirche von den Angehörigen der Gefallenen
und der Gemeinde dicht gefüllt. Nachdem die Klänge der
»eiden Chöre „Sancetus“ und „Ueber den Sternen“ ver
LTungen waren, hielt Pfarrer Uhrmacher die Weiherede.
In recht packender und wirkungsvoller Rede be onte er den
Pferbereiten Geist der gefallenen Sangeskameraden. Nach
der Enthüllung der Gedenktafel übergab Pfarrer Uhrmacher
das Mal der Obhut des Vereins. Die Uebernahme der
Tafel erfolgte durch den Vorsitzenden Karl Büch mit
dem Gelöbnis: Wir gedenken Euerer, Ihr toten Kameraden,
in Ehrfurcht und siefer Verbundenheit, Euere in dieser
Tafel eingemeißelten Namen sollen stumme Mahner der
Treue bis in den Tod sein. Anschließend sang der Chor:
„Morgenrot“ und „Stumm schläft der Sänger“. Die vor
zgetragenen Chöre unter Chormeister Albert Bastian wurden
flangvoll zu Gehör gebracht. Mit Segensworten schloß die
rindrucksvolle Feier. F. D.
Gau Schwalbach.

Musterleistungen. Fräulein Gertrude Hoenes war der weihe
poohlen Veranstaltung mit ihrer warmen Stimme eine gut—
ZSodistin. St.
Gau Sulzbachtal.
Der Gauvorsitzende eröffnete die Dirigententagung des
Baues Sulzbachtal in Altenwald, begrüßte die erschienenen
Thoreiter und Vereinsvorsitzenden sowie den Bundeschor
neister und übergab, da es sich nur um Erkedigung gesang—
ich-musikalischer Fragen handelte, die weitere Leitung dem
Bauchormeister Henschel. An Hand der Partituren und der
zu den Massenchören: 1. Und hörst du das mächtige Kän—
2. Vokksgebet, 3. Weihelied gegebenen Erläuterungen und
Textänderungen in der Saar-Sängerzeitung vom Dezember
1927, März, Mai und Juni 1928 gab der Bundeschor—
neister durch praktische Vorführungen auf dem Klavier An—
citungen zum Einüben der einzelnen Chöre. Zu dem Kreis
hor „Heimat du“ von Kaun gaben die beiden Gauchor—
neister Henschel und Mayer eingehende Erläuterungen. Von
dem Kreischorleiter Rein, Neunkirchen, wird jedem Chor
eiter ein Merkblatt zugesandt. Außerdem wird der Chor
am 9. Dezember in Neunkirchen durch einen von Rein
usammengestelten Chor gesungen werden. Hierzu ergehen
Fincadungen an alle Chorleiter des Ostkreises. Von der
Bbesprechung der Gruppenchöre „Trinklied“ von Geilsdorf
Lied der Freude“ von Buck und „Auf der Läneburger
deide“ von Kieslich wurde abgesehen, weil die Dirigenlen
des oberen Bezirks nicht alle anwesend waren. Es soll
dies bei einer besonderen Besprechung der Chorbleiter dees
»beren Bezirks nachgehort werden. Nachdem der Gauvor
itzende dem Bundeschormeister und den Gauchormeistern
ür ihre opferfreudige Arbeit gedankt hatte und den Ver—
zimnschorleitern anheimstellte, doch öfters derartige Be—
prechungen anzuregen im Interesse einer ernsten, gedeih—
ichen Arbeit und gesunden Weiterentwickelung, schloß er
die anregend verlausene Tagung. Möge jeder Chorleiter und
Vereinsvorsitzende Sorge tragen, daß die gegebenen An—
egungen nunmehr auch verwirklicht werden Und in ernstem
zie bewußtem Streben die Vorarbeit für das Bundessest
1929 erledigt wird. Die kurze Zeit bis zum März, wo
die ersten Generalproben stattfinden sollen, muß voll. und
sang auf das sorgfältige Einüben der Massen-Kreis- und
ruppenchöre verwendet werden. J. K.
Gau Tholey.
Das Gaukonzert des Gaues Tholey bedeutete ohne Zwei—
el einen außerordentlichen Fortschritt, künstlerisch wie orga—
nisatorisch. Alle Vereine waren trotz des schlechten Wetters
aund trotz der weiten Wege in Theley erschienen. Ez sangen
M.⸗«G.⸗V. Oberthal, M.⸗G.V. Gronig, M.G.V. „Eintracht“
Teley, M.“G.V. Tholey, M.G.eV. Alsweiler, MG.⸗V
Bergweiber, M.“G.⸗«VB. Hasborn und M.eG.V. „Liederkranz
Theley. Volkslieder und Kunstchöre folgten in reichem Wech—
e?. Alle Gaben wurden mit dankbarem Beifall entgegen—
zgenommen. Der Gau war sichtlich erfreut über die An—
wesenheit des Bundesvorsitzenden Stadtschukrat Bongard
und über seine den Vereinen gespendete Anerkennung!
Gau Völklingen.
Der Gautag des Gaues Völklingen in Fürstenhausen war
vom Bundesvorstand aus durch Bundeschdrmeister Schrimpf
beschickt. Alle Gauvereine waren vertreten. Als General—
probe für Neunkirchen soslen am 14. April in Völklingen
alle Konzertchöre gesungen werden. M.G.⸗V. „Augusta—
Sangescust“ Fürstenhausen sang unter dem Stabe Edingers
treffkich Schuberts Sanetus, Die Nacht und Der Linden—
»aum. Gauvorsitzender Wagner, der seinen Entschluß zur
Riederdegung des von ihm bislang so glänzend geführten
Amtes hoffent!ich noch revidieren wird, sand warme Worte
über Meister Schubert.
M.⸗G.eWB. „Flora⸗Sangeslust“ Bölklingen gab im Fest
aade der Turnhalle sein diesjähriges Weihnachtskonzert
Es ist heute keine Ueberraschung mehr, daß der Verein be
seinen Darbietungen ein bis auf den Letzten Platz besetztes
daus sieht; so auch an diesem Abend. Seit jenem Tag
hat der Verein in der Stille fleißig gearbeitet, und se
entwicke'te sich der 125 Sänger starke Männerchor aufeé
beste. Strafse äußere und innere Diszipfin, gute, markant
»etonte Linienführung und Präzision in dynamischer und
chythmischer Hinsicht und sauber klingende Aussprache führ
en zusammen zu einer abgerundeten choristischen Leistung

Besondere Anerkennung verdient die vom Vorstand des
Gaues Schwalbach trefflich vorbereitete Schubert-Gedächtnis—
eier, zu der Bundesschriftführer Stein als Festredner ge—
vronnen war. Das einleitende Sanetus wurde von dem
Thormeister Schackmann durch den Gesamtchor meisterbich
gestaltet. Trefslich schlug sfich auch der von ihm geleitete
Bemischte Chor mit „Wohin soll ich mich wenden?“. Die
hellen Vokale müssen noch mehr abgedunkelt werden. Wir
wünschten dem sehr verheißungsvollen Chor zahlreiche neue
Mitgüeder. „Germania“ Derlen sang unter Matthias Wei—
land vrecht gut: „Die Nacht“ und „An den Frühling“, frei—
lich noch etwas zuviel gesprochen, statt zum Klingen ge—
zracht. Es forgten noch mit guten Gaben die Sängerver—
einigung unter Schackmann, „Fidelio“ Griesborn unter
Michcer, die Kunstfreunde mit dem klavierbegleiteten Hirten—
chor und der Gesamtchor mit der „Jüngingswonne“. Alle
horistischen Darbietungen zeigten, wie es ja auch das letzte
Wertungssingen bewiesen hat, daß im Gau Schwablbach ernst—
ich und erfolgreich gearbeitet wird. Die Gesamtchöre waren
            
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.