Full text : 6.1928-1929 (0006)

Nr. 10 4004hh

ijun Saar⸗Sänger⸗Bund lhf.

IJIhh Seite 2475

Auftakt gab Robert Carls treffliches Orgelpräludum von
Mendessohn, und Franz Schuberts Allmacht für Männer—
hor, Sopran und Orgel. Vorsitzender Karl Weisgerber
5 die warmherzige Begrüßungsansprache, Fräulein Grete
Weber folgte mit einem ausgezeichnet gesprochenen Prolog,
der Präsident des Liederkranzes, Kreisschulrat Hellwig, mit
seiner Festrede, die den ruhmvollen Werdegang und Auf—
stieg des Vereins ins Licht rückte. Jetzt setzte die Banner—
weihe ein: festliche Einbringung des neuen Banners im
Beleit von über 30 Bundesfahnen, Widmung des Banners
durch die Damen an den Verein und dann die Weiherede
des Bundesschriftführers Walther Stein. Der Glückwünsche
wollte es kein Ende werden. In erster Linie standen die
Vertreter der Patenvereine: des Kölöner M. G. V. und des
Frankfurter Lehrer-G.⸗B., dann die Sprecher der M. G. V.
aus Kaiserscqutern, aus Offenbach, aus der Pfalz, aus dem
Gau Saarbrücken und dem ganzen Saar-Sänger-Bund. Mit
Mozarts Bundescied und Max Regers „Gloria“, vom 2.

ist sehr. zu loben das schöne piano, namentlich der weiche
Ansatz. Das Stimmenmaterial ist im allgemeinen gut und
entwicklungsfähig. Von den ernsten Chören des ersten Teils
gelang ———— gut „Die Kapelle“ von Kreutzer, auch
—
gusgezeichnet waren im zweiten Teil, der dem Volks—
tied gewidmet war, „Nun lebt wohl, du kleine Gasse“
uind „Rosenstock, Hocderblüt“ von Silcher. „Schön ist die
Jugend“ von Lewalter empfehle ich vom Programm der
sonzertgemeinschaft zu streichen. Der Dirigent Schneider
var dem Ehor ein zielsicherer Führer. Die Lieder zur
daute waren den ernsten Gesöngen des Männerchores
im ersten Teil nicht ganz entsprechend gewählt; es gibt
doch so viele ernste Lautenlieder, warum nur heitere
siingen? Der im zweiten Teil gesungene „Heini von Steyer“
zätte in den ersten Teil gehört. Abgesehen von diesen
Aussetzungen war es aber eine Freude, Fräutein Midder
mann zuzuhören. Wenn auch die Stimme nicht groß ist —

Bannerweihe am 60. Stiftungsfest des M.G.«V. Saarbrücker Liederkranz e. Vim städtischen Saalbau.

Lhormeistec des Vereins, Robert Carꝰ—, prachtvoll auf der
Orge interpretiert, schloß der erhebende Festakt. Ihm folgte
ein Festessen im Sängerheim Ludwigsberg, auf dem Wort
und Lied wechselten und bald eine frohe Stimmung auf—
kam. Der Saarbrücker „Liederkranz“ vermochte sein 60
Stiftungsfest künstterisch und gesellig auf einer hohen,
bornehmen Linie zu halten, was wir schon um des Vor—
bisds willen besonders anerkennen möchten. Dem um das
Höchste ringenden Verein wünschen wir weiterhin glück
üchen Aufstieg und reiche Erfolge!
Doppel-DOuartett Arion Herrensohr konzertierte erfolg—
reich in Dudweiler und hernach uͤn Jägerssreude. Der
Verein fand für seine Darbietungen reichen Beifall und
beabsichtigt, in nächster Zeit auch in Saarbrücken auf—
zutreten.
Die zur Konzertgemeinschaft der Bürgermeisterei Gers⸗
weiler an der Peripherie des Gaues Saarbrücken zu—
sammengeschlossenen drei Vereine M.G. V. 1857 Gersweiler,
M.G. Vo 1877 Ottenhausen und M. G. V. Eintracht Krug—
zütte legten in dem Konzert am 9. Dezember 1928 in der
Bürgerhalle Gersweiler einen erneuten Beweis für die
Rotwendigkeit soicher Arbeitsgemeinschaften ab. Keiner der
— ———
hätte allein einen solchen künftlerischen Erfolg haben
können. Die Sänger werden ja wohl allmählich selbst
hre Freude an einer großen Klangfülle bekonimen. Das
nusikasisch noch nicht alles vollkommen sein kann, ist secbst⸗
verständlich, namentlich das korte ist noch nicht schön, es
pird noch zu abgehackt, zu gehauen gesungen. Dagegen

sie braucht es für Lieder zur Laute auch nicht zu sein—
so ist sie doch recht nett geschult. Ihr liebenswürdiger,
ausdrucksvoller Vortrag und die gute Beherrschung des
oorzüglichen Instrumentes brachten ihr reichen Beifall,
Alles in allem ein gelungenes Konzert, das lediglich dem
Semeinschaftsgedanken zu verdanken ist. J.
M.G. V. Kleinblittersdorf in Gemeinschaft mit dem
Kathotischen M.G. V. Sanrbrücken 1 unter der Leitung
von N. Rodermann wartete in der Aula des Reform—
zymnasiums und hernach in Kleinblittersdorf mit einem
zrlesenen Programm auf. Zehn Männerchöre, dazu sechs
Zopransolis sind aber für einen Abend etwas zuviel
Fedoch kam dies bei den guten Leistungen des rund
100 Sänger starken Chores nicht zum Bewußtsein. Bruck
iers „Trösterin Musik“ verriet geich den schönen Klang
törper „In stiller Nacht“ von Brahms wurde sehr gut
horgetragen. Schöner Stimmenausgleich war auch bei K
dämpfs „Vespergesang“ zu beobachten. Wohingegen „Hoch
umt im Walde“ von Werth abfiel, nicht nur im Werte
der Komposition, auch im Vortrag. Das pp perklang aller
dings gut. Weihevoll erklangen „Zum, Eingang“ und
„Sanktus“ aus der deutschen Messe. Hauchzartes Pia—
zissimo, nur an manchen Stellen die Bässe etwas zu
schwer. An Stelle der Bearbeitung von „Am Brunnen
vor dem Tore“ hätte man einen anderen Schubertschen Chor
bringen müssen, das Volkslied wurde aber stimmungsvoll
gebrächt. Mit guter Aussprache bis auf einige Unebenheiten
in den Solostellen hörte man Grim's „Orgel“. „Abend
Aöckchen“‘“ von Leyendecker als Lied im Volkston sollte ale
            
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