Full text : 6.1928-1929 (0006)

Saar⸗Sänger-Bundn
sitzende, Weisgerber, überbrachte herzliche Wünsche vom
Bunudesvorstand und Gau!
Nach dem Chor „Die Nacht“, von Schubert, erfolgte die
Ehrung von 4 Mitgliedern für 25jährige Tätigkeit. Auch
diesen Sängern wünschte der Bundesvertreter Weisgerber
noch lange Jahre als gute und treue Sänger weiter im
Verein mitzuwirken. Herr Molitor, welcher 16 Jahre den
Lorsitz der Harmonie gesührt hatte und im Auftrag der
Jubilare das Wort ergriff, legte das Gelöbnis ab, treü und
mmerdar alle Kräfte einzusetzen zum Wohle des Vereins.
Die gesanglichen Darbietungen der eingeladenen Vereine
sind als gute Leistungen zu betrachten. Nuch dem gesamten
Orchester Harmonie, Feune, unter Leitung seines rührigen
Dirigenten Siegwart, sei herzlich gedankt. Das Fest vollzog
sich in mustergültiger Weise und hielt die Sänger bis in
die frühen Morgenstunden beisammen.
Hohe Anerkennung verdient die Arbeitsgemeinschaft:
Männerchor Saarbrücken e. V. und Saarbrücker Lehrer⸗
Gesang-Berein für das unter Bundeschormeister Schrimpf
beranstaltete Oktoberkonzert, das vor vollbesetztem Saalbau
zur Aufführung kam. Um es gleich vorweg zu sagen: Die
Zusammensassung der beiden gusgezeichneten Chöre zu
ernent 200 Sänger starken Massenchor sicherte einen
außerordentlichen künstlevischen Erfolg. Zum Gedächtnis
Schuberts mit der Hymne für Doppelchor eröffnet, bot das
Programm erlesene und zum Teil kompositorisch besonders
interessante Ausschnitte aus der großen Männerchorliteratur
auch der neuesten Vale carissima von Christian Ott, Vesper—
hymne, Sagt mir, ihr schimmernden Sterne und Heimat
du, von Hugo Kaun, Wilhelm Niemeyers „Ueber Nacht“,
wWebers Jaägerchor aus dem Freischütz und Janoskes deutsches
Loltksgebet. Bundeschormeister Schrimpf hatte hier offen
sichtlich einen liedbegeisterren, geschulten und stimmbegabten
Chor in der Hand, den er mit sicherer Hand über alle zum
Teil erheblichen, Partiturschwierigkeiten hinweg zum Sieg
führte. Nachdrücklichste Anerkennung verdient auch der
Kammerchor, der erst mit Volksliedern in edlem Satz
dann mit Brahmsliedern entzückte. Hier ist ein Weg be—
schritten, der sicher noch zu bedeutenden künstlerischen Er—
olgen führen wird. St
Als ein großer Erfolg kann der im August vom Männer-⸗
Duartett-Berein Saarbrücken auf dem Forsthaus Deutsch—
mühlenweiher veranstaltete Werbeabend für das deutsche
Lied gebucht werden. Waren der Einladung durch die
Tagespresse doch 600—-700 Personen gefolgt, die sich da
draußen an einem herrlichen Sommerabend eingefunden
hatten, um den prächtigen Männerchören Gehör zu schenken
Solche von Schwartz, Hansen, Bruch, Angerer, Ulrich,
Sturm, Werth, Zölliner, Käser, Schauß und Sonnet wurde
in formvollendeter Weise unter Seisert's Stabführung zu
Behör eht. so daß der Verein gezwungen war,
manche Lieder zu wiederholen. Zwischen dem T. und 2
Teil hielt der Senior des Vereins, der doch ewig junge
Ehrenvorsitzende Bergmann die Werberede, in der er auf
die Kulturmission der deutschen Männergesangrereine und
den Gemütsweichtum des deutschen Volkes hinwiees und die
Jugend dringend bat, in die Vereine einzutreten. Jung—
Leute werden in den Vereinen als Hospitänten ohne Be—
trag aufgenommen. Darbietungen und Rede sanden dank—
baren und begeisterten Widerhall.

Seite 196 .

UPpput Rr. *

Der M. G. VB. Säugerlreis-CEintracht e. V., Saarbrücken—
Burbach veranstaltete am 30. September im Saarsängerheim
eine Schubert-Gedenkfeier unter der Leitung seines be—
währten Dirigenten Lehrer Kredter und unter Mitwirkung
unseres heimischen Pianisten Erwin Wirth. Zum Vortrad
amen nach dem festlich ausgestalteten Programm die
Schubert-Chöre: 1. Sanctus, 2 Die Hymne, 3. Grab und
Mond, 4. Die Nacht, 5. Psalm 23 und Schlußgesang aus
der 2. deutschen Messe.
Ein Prolog von Heinrich Schulde bildete den weihevollen
Auftakt. Innerlich tief ergriffen lauschten die Hörer mil
größter Aufmerksamkeit jedem Vortrag. Der Chor, der
öffentlich beinen Anspruch erhebt, der bedeutendste seines
Ortsteiles zu sein, hat durch seine Glanzleistung bewiesen,
daß Chor und Chormeister stolz setn dürfen auf ihré
Leistungen. Hier spricht nicht Ueberhebung, sondern er—
hebende Tat. Auch unser heimischer Pianist Erwin Wirth
zeigte sich der Schubert-Sonate A-Moll und dem Imprimtu
dollauf gewachsen, ebenso auch in Begleitung der Gesang
höre. Herrn Wirths Leistungen waren glanzvoll und be
vnésen, daß dem jungen Künstler eine gute Zukunft bevor
teht. Stadtschulrat Bongard, welcher die Festrede über—
rommen hatte, kam an diesem Tage ins Krankenhaus und
var daher leider verhindert. An dessen Stelle sprach
der 1. Vorsitzende zur Festversammlung, gedachte des Leben⸗
und Wirkens Schuberts und ermahnte Sünger und Jugend,
ür die große Kulturausgabe der Männerchöre im Geist:
Schuberts jederzeit zu wirken. Diese Gedenkféier wird jedem
Sänger und Sangesfreund in guter Erinnerung bleiben
und ein weiterer Marktstein in der Geschichte des Vereins
eiben.

Gau Sauarlouis.
Gauvorsitzender Banck begrüßte zum jüngsten Gautag
dos Gaues Saarlouis in Saarlouis 2 außer den Dele—
zjierten den Bundesvorsitzenden Bongard, den Bundeschor
neister Schrimpf und den Bundesgeschäftsführer Rauchholz
Nach dem vom Gauschatzmeister Kupferschläger erstatteten
Kassenbericht wurde dem Vorstande Entlastung erteilt. Zu
diesem Tagungsgegenstande ergriff der Bundesvorsitzende
das Wort und forderte auf, mit aller Energie an die
Bürgermeister von Stadt und Land und an die Kreisver—
valtung heranzutreten, damit den Gesangvereinen ähnlich
vie den Sportvereinen finanzielle Beihilfen geleistet werden
Diese Zuschüsse seien bei der hohen kulturellen Aufgabe,
die die Gesangvereine zu lösen und angesichts der großen
ersönlichen Opfer, die die Sänger dabei zu tragen hätten,
zur Bestreitung der Verwaltungskosten der Vereine durch—
rus notwendig. Um eine Unterflützung für die Saarlouiser
vesangvereine von der Stadtverwaltung zu erlangen
mpfahl Dr. Mailänder die Bildung einer Arbeitsgemein—
schaft. Wenn man die Gesangvereine zur Verschöneruüng der
zffentlichen, Feste nötig habe, müsse man auch zur Tragung
der finanziellen Lasten der Vereine beisteuern. In der
Frörterung der Unterstützungsfrage wurde den Vereins
orständen manch wertvoller Fingerzeig gegeben. Die Neu
vahl des Gauvorstandes wurde zur nächsten Sitzung ver
choben. Der bisherige Gauvorstand erklärte sich zur Weiter
ührung der Geschäfte bereit. Den Bericht über die letzte
Bundesvorstandssitzung erstattete das Vorstandsmitglied J
stupp, Fraulautern. Leider sei die Wahrnehmung gemacht

Nachruf.

Unterrici
Damen u. Rerren

Am s. Oktober 1928 enischlief nach langer, schwerer
Frankheit unser lieber Sangesbruder 587

Michael Storch

in Schönschreiben, Rechnen, Rechtschreiben, Kuræschrift verchiedener
 Systeme, Maschinens chreiben, Buchftührung, Korretpondenz,
 Hanudelskunde mit Schriftverkehr einschl. Wecheikunde,
Formularlehre und Bankvericehr, Rundachrift, Französiach usw
Prospeki frei / Telephon 2428
Tages- und Abendkurse. 3879
Anmelidunssen werden tasi. ⁊u jeuer Zeit entsesensenommen
Kaufmcsαια Privats chule von
E. LANGHEINRICH
0 G —
Saarbrüchen 3 X Kaiserssstrahe 33.

Dem Verstorbenen, der über 22 Jahre in unseren Reihen
zin treuer Sänger gewesen ist, bei allen durch sein echt
sangesbrüderliches Wesen sehr beliebt und geachtet war,
verden wir ein immerwährendes Andenken bewahren.
M.G.⸗V. Rheingold e. B., Saarbrücken 3
            
Waiting...

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