Full text : 6.1928-1929 (0006)

Nr. 811N.

Saar⸗Sänger⸗-Bund lh

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restlichen Beiträge für die Sängerzeitung und verlas eine
Statiftik der Geschäftsstelle üher die Vereine, die mit
ihren Zeitungsbeiträgen im Rückstand sind. Sangesbruder
Keßler beantragte sämtliche Reklamationen bezgl. der zu
Unvecht angeforderten Beiträge, stets vorher gegen den
Bund laufen zu lassen. Am 17. März 1929 wird von
der Bundesgeschäftsstelle ein Merkblatt zur Verteilung
an alle saarländischen Familien herausgegeben. Es er—
folgten dann noch Mitteisungen über das Bundesfest 1929.
Das große orchesterbegleitete Chorkonzert soll durch Auf—
ührung der 9. Symphonie durch den Gau Saarbrücken
uinter Generalmusikdirektor Lederer ersetzt werden. Es
inden im Oktober Kurse für Wertungsrichter durch Pro—
essor Rolle in Saarbrücken statt, an denen 10 Chorleiter
auf Vorschlag des Bundes teilnehmen. Vom Gau Neun—
kirchen nimmt Chorleiter Rhein teil. Chorleiter Schmidt,
Sinnerthal, machte Mitteilung von Bestrafungen, die auf
GBrund von Mitteilungen von Kontrolleuren, die an—
scheinend von den Tonsetzerverbänden entsandt sind, er—
olgten. Sangesbruder Dörr gab nochmals Auskunft über
die Afma- und Gema-Gesellschaft. Der Obmann des Woh—
nungsausschusses, Sangesbruder Ph. Schmidt „Germania“
Neunkirchen, mußte leider infolge eines Sterbefalles von
seinem Amte zurücktreten. Als Nachfolger wurde Sanges—
bhruder Wilhelm Eisenbeis („Liedertafel“ Neunkirchen) in
Vorschlag gebracht. Der Jahresgautag im Januar bzw.
Februar 1929 soll, wie beschlußgemäß festgelegt ist, in
Reunkirchen abgehalten werden. Sollte jedoch inzwischen
eine außergewöhnliche Gautagung notwendig sein, so soll
dieselbe in Kohlhof stattfinden. Sangesbruder Keßler frug
an, wie es möglich war, daß beim Wiener Fest ein Bundes—
»erein von Saarbrücken als offizieller Vertreter des SseB.
ungiert hat. Sangesbruder Biehl M. G. V. Neunkirchen
zab hierüber Auskunft und Aufklärung. Auch der Vor—
sitzende teilte gleichzeitig mit, daß der Bund ausdrücklich
in einer Bundesvorstandssitzung hierüber gesprochen und
erklärt habe, daß kein Veréein dies darf. In Wirklichkeit
ei es doch geschehen, wofür der Bund nicht verantwortlick
zu machen sei. M. G. V. Schiffweiler umrahmte den Gau
lag mit trefflichen Chören. W. Sch.
Am 20. November werden es 30 Jahre, daß im Schul—
saale des jetzigen Hauptlehrers und Chorleiters Schmidt

Ermangelung eines Konzertsaales konnte der Verein bislang
nur in vollbesetzten Familienabenden und in zweimaligen
Schülerkonzerten an die Oeffentlichkeit treten. Immer hat
der Verein nach der Parole gehandelt: Lied und Vaterland
soch, Religion und Parteipolitik ausgeschlossen. In diesem
zeichen hat er alle Schwierigkeiten überwunden, in diesem
zeichen wird er auch in Zukunft schätzenswertes Mitglied
des Bundes bleiben. Während dieser Zeit hat Hauptlehrer
Zchmidt unermüdlich und mit ernstem Pilichtgefühl die
Interessen des Vereins nicht nur in künstlerischer, sondern
Juch in organisatorischer Hinsicht wahrgenommen. So wird
denn diesmal unsere Feier eine besondere Note dadurch
»rhalten, daß Herr Schmidt an diesem Tage für seine
30jährige Chorleitertätigkeit sowohl vom Verein wie vom
Bunde besonders geehrt wird. In Schmidt steht im 64
Ldebensjahr und führt in voller Rüstigkeit den Verein nach
vie vor zur Zufriedenheit der Mitglieder. Auch wir wün—
chen, daß der rührige und bewährte Chorleiter noch lange
Jahre dem Verein erhalten bleibt!
Der „Liederkranz“ Neunkirchen hatte für den 30. Sept
zur Weihe seines Vereinsbanners eingeladen und man
muß sagen, daß er es verstanden, aAbseits des üblichen
Weges, eine Feierstunde zu bereiten. Nach mu—
sikalischer Vorbereitung, bestritten durch das Orchester des
Prof. Skohoutil, dem gemischten und Männerchor des
Vereines, enthüllte im Auftrage des Bundesvorstandes des
5. S. B. Bundeschormeister Schrimpf das aus kleinen Bei—
rägen der Vereinsmitglieder in starkem Willen und Krafr
gewordene Symbol. Wünsche des Patenvereins „Lieder—
tafel“ Neunkirchen (Leitung Schuff) und des Gaues Neun—
kirchen durch den neuen Vorsitzenden Schulrat Steegs
schlossen sich an. Möge unter dem neuen Banner dem Ver—
ein eine so zielsichere Führung erhalten bleiben, wie die
derzeitige unter dem J. Vorsitzenden Bleier und Chor
meister Klein.

Gau sSaarbrücken.

M. G. V. „Liederkranz⸗-Harmonie“ Saarbrücken 3, feierte
am 29. September sein 30jähriges Stiftungssest unter
freundlicher Mitwirkung des M. G. V. „Sängerkreis
Eintracht“, M. G. V. „Loreley-Viktoria“, M G. V. „Kon—
stantia“ und des Orchesters des Musikvereins „Harmonie“.
Fenne. Nach dem Eröffnungsmarsch und dem Gesangvortrag
des Vereins „Das deutsche Lied“ von Wieser, begrüßte der
Vorsitzende Hartmann den Vertreter des Saar-Sänger—
Bundes, des Gaues Saarbrücken, die erschienenen Vereint
und Gäste und dankte ihnen für ihr zahlreiches Erscheinen.
Die Festrede hielt das Vereinsmitglied Lehrer Arend,
welcher von der Gründung ab bis zum heutigen Tage die
Geschichte des Vereins vor Augen führte. 1898 wurde de—
Verein unter dem Namen „M. G. V. Liedertasel“ gegründet.
Zum Worsitzenden wurde Franz Sommer gewählt, unter
dessen tatkräftiger Leitung der junge Verein prächtig auf
wuüchs. Der Musiker Sponholz hatte als erster die ge—
sangliche Leitung übernommen, die dann abwechselnd in den
Händen der Herren Neufang, Weyand und Kern lag. 1908
fand bereits die Fahnenweihe statt. Das Jahr 19086 brachte
—E —
deten einen neuen Verein unter dem Namen „Harmonie“
Dieser neugegründete Verein hatte das beste Material des
Vereins Liedertafel in sich vereinigt. Den Vorsitz erhielt
Franz Sommer und zum Dirigenten wurde Kern gewählt
Doch kaum zur Ruhe gekommen, traten neue Mißstimmun—
gen auf. So arbeiteten beide Vereine nun nebeneinander
ind viele Mühe kostete es, das Vereinsleben zu erhalten
Aber es gelang. Der Ausbruch des Krieges 1914 legte die
Bereinsarbeit wieder still, bis 1919 beide Vereine wieder
n Tätigkeit treten konnten. Beide Vereine leisteten gesang
ich Tüchtuges und nahmen ersolgreich an Preissingen teil
Doch die neue Zeit verlangte mehr und vor allem einen
tarfsen Chor. Bereits 1923 wurde an eine Wiederver—
einigung beider Vereine gedacht, aber erst 1925 begannen
die Beratungen, und im Januar 1926 wurde der Zu—
ammenschluß vollzogen. Nun waren wieder beide Vereine
inter dem Namen „Liedertafel-Harmonie“ vereinigt. Zuw
VBorsitzenden wurde Hartmann gewählt. Die Stabführung
übergab man dem bisherigen, sehr verdienten Chorleite;
der Harmonie Hans Wagner. Ver Erfolg der Wiederver
ꝛiniguüͤng ist dann auch nicht ausgeblieben, was seine Auf
ührungen zu Genüge beweisen. Ter Verein zählt heute 250
Mitglieder, darunter 70 aktive Sänger. Der 2. Gauvor

der M. G. V. „Eintracht“ Sinnerthal ins Leben gerufen
vurde. Der vom pulsierenden Leben Neunkirchen abgelegene
Weiler Sinnerthal hat es dem Gesangverein stets zu
danken gewußt, daß er stets seinem gesellschaftlichen und
musikalischen Leben gedient hat. Aus eigener Kraft konnten
diederbücher, ein Harmonium und eine Fahne beschafft
verden. Diese empfing unter Anteilnahme von 25 Ver—
zinen am 2.Juli 1905 ihre Weihe. Nicht nur auf Wett—
streiten einst, sondern auch neuerdings auf Wertungssingen
hehauptete fich der wegen Kleinheit des Ortes aän Mit—
zliederzahl nicht entwicklungsfähige Verein mit Ehren. Im
Weltkrieg verlor der Verein vier aktive und drei inaktipe
Mitglieder, seine Arbeit ruhte, aber im Sommer 1919
ging es mit neuem Eifer ans Ueben. Als am 18. April
1980 sich in Neunkirchen der Sängerbund „Saar-⸗Ost“
bildete, war unser Verein mit an erster Stelle, und er
ist auch feitdem dem Saar-Sänger-Bund treu geblieben. In
            
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