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Saar⸗Sänger⸗-Bund III
Nr. 1
Landschaften und die beschwingende Weite seiner Seegestade
findet in einem Bande pommerscher Heimatdichtung Aus—⸗
druck. Seine religiösen Gedichte sind so gehaltvoll, daß sie
in Kirchen-Gesangbüchern Aufnahme gefunden haben, eine
Ehre also, wie sie lebenden Dichtern nur sehr selten zuteil
wird (sie erscheinen demnächst in dem Band „Das heilige
Licht“). Seine Gedichte haben viele Musiker von Rang
zereizt, sie zu vertonen. Wir nennen Namen wie seinen
Schwiegervater, den bekannten Marsch- und Walzerkom—
ponisten C. Ferdinand Kühne, Camillo Hildebrandt, den
früheren langjährigen Dirigenten des Berliner Philhar—
nonischen- und Blüthnerorchesters, den jungen aufstrebenden
somponisten Richard Fischer, Beelitz, Robert Tsieme, den
bekannten pommerschen Komponisten Dr. Mecke, Stettin, u. a.
Erwähnenswert sind seine „Sächsischen Musiker-Ge—
chichten“ (Kommerstädt & Schobloch, Dresden-Wachwitz).
SZeine Neigung zur Musik und sein feines Einfühlungs—
obermögen in musikalische Dinge offenbart sich u. a. in
einen vielen Gedichten, in denen er den musikälischen
Genius verherrlicht. Auch ein neuerer Band „Die lustigen
Vögel von Vogelsdorf“, Dorfgeschichten aus dem Leben
und Leiden Ostdeutschlands, enthält u. a. die rührende
Dorfmusikantengeschichte „Di-da-dudlitz“ Im Werden be—
griffen sind zwei Novellen, die in Frankfurt a. d. Oder
Pielen: „Pinte, der Gutmütige“, Geschichte eines ver—
zummelten Musikeroriginals und „Fritz Mühlenbeck“, eben—
alls eine Musikergeschichte. Daß das Schaffen Müllers
düdersdorf, zur Musik hinüberleitet, ist ein notwendiger
kEntwicklungsschritt; denn die Harmonie des Alls und der
Natur, von der schon die Alten sprachen, ist kein leeres
Vort. Die einschmeichelnde Symphonie des im Abendrot
»rsterbenden Windes, der kaum merklich in den Blättern
pielt, das gewaltige Brausen des Sturmes über den
Vassern oder über den Abhängen seiner heimatlichen Berge:
zas ist eine Musik, die nicht weniger geoß und schön auf
die Seele wirkt, als die Musik des Konzertsaals. Diese
»oppelten Beziehungen bringt der Dichter auch in dem
ßZeethoven-Gedicht zum Ausdruck, das eins der schönsten
st, die er schuf:
„Mit deitnem Wesen stirnt ein Gott ins All
Und wölbt den Zeitthron in die Ewigkeit.
Dein Tonmeer ist der ganze Erdenball,
Und Himmelsferne glüht dein Genilenkleid
Ein heilig Klangherz, heiß in Gram gekürzt,
Singst Sonnenkraft du in der Menschheit Grund
Und weihst mit Macht, die Tiefstes ausgespürt,
Als des Allmächt'gen Melodienmund.“
Al sred Petrow.
Ein deunutscher
Hheimatdichter.
Oeutsche Dichter haben seit alters sich nicht genug tun
können, zu singen und zu sagen von dem Reichtum
und der Schönheit der deutschen Lande. Wilhelm
Mühller, Rüdersdorf, der uns in vorliegender
Nummer an die Gräber der in Wien verstorbenen großen
deutschen Musiker führt und dessen eigener Lebenstag heute
in einem besonderen Aufsatz aus berufener Feder wider—
gespiegelt wird, gehört zu denen, die immer wieder das
dohelied vomn deutschen Vaterland, der Hei—
nat und vom deutschen Volkstum gesungen haben.
Die „Freie Lehrer-Vereinigung für Kunstpflege zu
Berlin“ hat sich die verdienstvolle Aufgabe gestellt, in
einer; bei Georg Westermann, Braunschweig, verlegten
Zerie: Deutsche Wanderungen in Wort und Bild
instruktiv und fesselnd zugleich deutsche Lande bekannt zu
nachen. Erste Federn stellten sich in den Dienst dieses
—
Bändchen — Preis 2,40 Mk. — läßt unser Herz höher
schlagen. Sie sollten vor allen Dingen in keiner Volkeß,
Jugend- oder Schülerbücherei fehlen. Ich nenne nur: Die
Insel Rügen von Paul Schneider, Das Altvaätergebirge
vön Joseph Galle, Dresden und die sächsische Schweiz von
Reinhold Braun, Durch die Nordseemarschen bis zur
holländischen Grenze von Paul Schneider, Wilhelm
Kotzde's Bismarckland, Die Lüneburger Heide von Joseph
Balle, Kyffhäusergebirge und Unstruttal von Paul Schneider,
Die nordfriesische Inselwelt von Christian Jensen, Im
Riesengebirge von Karl Meyer-Frommhold und — Das
Isergebirge von Wilhelm Müller, Rüdersdorf! In dem
Rahmen von 10 Tageswanderungen läßt hier Wilhelm
Müller, Rüdersdorf nicht nur die Landschft mit ihren ver—
dorgenen Schönheiten genießen, sondern auch tiefe Einblicke
ins Volkstum erwandern: Sitte, Gebräuche, Aberglauben.
Volksdichtung in Sage, Märchen und Reim.
In das „Riesen- und Isergebirge“ führt uns
Wilhelm Müller auch in seinem gleichnamigen Heimatbuch,
das im Verlage Friedrich Brandsteétter, Leipzig (Preis
4,50 RM.), erschienen ist. Das umfangreiche, wohlausge—
tattete und, mit prachtvollem Bildschmück versehene Werk
bringt Aufsätze über Land und Leute, wirtschaftliches und
geistiges Leben von ersten Fachleuten in feinsinniger Aus—
wahl. Der Herausgeber selbst bereicherte den Band durch
wvertvolle eigene Abhandlungen und feinsinnige, stimmungs⸗
nolle Poesien. So auf Bad Liebwerda:
Schweigend sonnst du dich in des Alters Behagen.
Zierlich geputztes Dämchen aus Rokokotagen!
Umlehnt von sanften Bergpolstern im Wiesenbunt
Ruhst Jsächelnd u n vartftänfroundsichen Geunßs
Reichste Jahre mit tändelndem Jungmädchenglück
deuchten aus deinem fernhin sinnenden Blick
Run wardst du einsamer. Doch mild zu helfen bereit,
Zprudelst noch immer du Trost und Heilung dem Leid.
dieblich wie Amselton flötet ins Ohr mir dein Name,
Broßmütterlich träumende, zierliche Rokokodame!
Drei überaus wertvolle Heimatbücher widmete Wilhelm
Müller, Rüdersdorf, Schlesien. Sie erschienen ebenfalls
n dem um die Vertiefung des deutschen Heimatsinns über—
ius verdienstvollen Verlage Friedrich Brandstetter, Leipzig,
er an seine berühmte Serie „Heimatbücher deutscher Land—
chaften“, die inzwischen auf 18 gediegen ausgestattete Bände
ingewachsen ist, seine ganze Liebe seßzte. Im Rahmen dieser
Serie erschienen unseres Dichters: Schlesien, ein Heimat—
uch, mit Zeichnungen von M. Klein-Hähnichen, L. Jaeckel
W. Krain und A. Mirau (Preis 8,50 RM.); Ober
chlesien, Feimathash mit Alfred Hein herausgegeben,
kdextbilder und Kunstbeilagen von Bruno Zwiener und
indern oberschlesischen Künstlern (Preis 6,50 RM.) und
Schlesiervolk, Heimatbuch mit 6 Kunstbeilagen nach
Driginalradierungen von Erich Fuchs (Preis 6,530 RM.).
Die Lande Eicherdorffscher Romantik werden in diesen
rei mit ebensogroßer Sachkenntnis, als Liebe und Fein—
zefühl zusammengestellten Werken in ihrer geschichtlichen
bergangenheit, dem Zauber ihrer Landschaft, ihrer In—
ustriewelt, ihrem Volkstum und ihrer künstlerischen ünd
zeistigen Bedeutsamkeit überhaupt vor unsern Augen leben—
dig. Es sei — um nur die Geistigkeit Schlesiens ins Licht zu
ücken — erinnert an Andreas Gryphius, Martin Opitz,
Lhristian Günther, das schlesische Volkslied, Joseph Frei—
serrn von Eichendorff, Gustav Freytag, Graf Strachwitz,
Brachvogel, Holtei, Gerhart und Karl Hauptmann, Her—
nann Stehr, Paul Keller, Adolf von Menzel, Jakob
ßöhme, Wilhelm Bölsche. Auch in diesen wertvollen
ßhänden, die in keiner deutschen Bücherei fehlen dürfen,
ingt und klingt es von Voesien des Herausgebers
In diesem Zusammenhang fordert auch nachdrücklichste
Erwähnung das prachtvolle Werk Die Grafschaft
Blatz, das Buch des Landes und Volkes, mit Original—
zeichnung von Prof. A. Busch, Friedrich Iwan, Dora Scholz
und Walter Titz (Preis 8 RM.). Ber Verleger Franz
Boerlich, Breslau, hat dem wertvollen Buch eine würdige,
zilderreiche Ausstattung gegeben. Des Landes Wesen und
Verden, Landschaft und Stätten, Volkstum und Heimat—
rößen finden in gediegenen Aufsätzen von Berufenen
esselnde Darstellung. Es ist ein Volks- und Heimatbuch
osftoar Rrquno veeionet. üher den Mahmen dor GArafscha