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Saar⸗Sänger-Bund iln
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oier Jahre im Kaufmannsstande tätig, ehe er die Musik
zum Lebensberuf erwählte. Als Schüler Engelbert Humper—
dincks knüpft er an wertvolle musikalische Tradition an.
Bis 1899 Opernkapellmeister in Aachen, dann Kapellmeister
am deutschen Landestheater in Prag, übernahm Leo Blech
1906 die Leitung der Königlichen Kapelle am Berliner
ODpernhaus. Unter seinen kompositorischen Werken nennen
vir neben Klavierstücken und Liedern die symphonischen
Orchesterdichtungen: Die Nonne, Trost in der Natur,
Waldwanderung, die Opern: Das war ich, Alpenkönig
und Menschenfeind, Aschenbrödel, die Operette: Die Stroh—
vitwe, und den Einakter: Versiegelt.
Wilhelm Furtwüngler.
Im Mai hatten wir den hohen Genuß, Meister Furt—
wängler mit seinen Philharmonikern bei uns im Saalbau
zu hören. Die Saarbrücker Landeszeitung schrieb, darüber:
„Furtwängler mit seinen Phisharmonikern in Saar—
brücken! Das war am Dienstagabend ein musikalisches
Freignis, das die Musikfreunde von nah und fern im,
renden dissonierenden Stimmen ans Herz. Und dann wieder
die rührende Schlichtheit des Trios, in dem besonders die
siichere, schlackenlose Tongebung der Hornbläser imponierte
Den leidenschaftlich bewegten Ausklang im Schlußsatz ge—
staltete Furtwängler in vielfarbiger rhythmischer und
langlicher Abstufung zu packender Größe.
Richard Strauß' „Till Eulenspiegels lustige Streiche“.
ein Rondo für großes Orchester, entfaltet die ganze un—
erschöpfliche klangsinnliche Gestaltungs- und Ausdruckskraft
dieser orchestrasen Programmusik. Was wir nur an
Schnurren, drolligen Einfällen und Schelmereien von
Meister Eulenspiegel wissen, wird hier in Tönen, bald in
chlicht-volkstümlichen Weisen, bald in tollen sprunghaften
Rhythmen, bald in allen Farben schillernden breit ange—
egten Orchestersätzen lebendig. Die höchsten Anforderun—
jen, die hier an die künstlerische Intuition und die mit—
reißende Gestaltungskraft des musikalischen Leiters und
in die technische Leistungsfähigkeit und kuüͤnstlerische Plastik
edes einzelnen Instruments gestellt werden, wurden von
Furtwängler und seinen unvergleichlichen Philharmonikern
Felix Weingartner und sein Dirigentenkursus. phot. Willinger, Wien
Städt. Saalbau zusammenströmen ließ. Der große Saal in geradezu idealer Weise erfüllt. Ein Schelmenleben in
war bis zum letzten Stehplatz ausverkauft. Eine stürmische Tönen, voll drängender Bewegung und greller Kontraste,
Dvation begrüßte die deutschen, weltberühmten Künstler, so erlebten wir diese seltsame Tondichtung.
As die schlanke, durchgeistigte Gestalt Dr. h. c. Wilhelm Endlich, als Höhepunkt und alles überstrahlende Krö—
Furtwänglers auf dem Dirigentenpodium erschien. nung des Abends: Venn Brahms' 1. Symphonie in
Mozarts 6-Moll-Symphonie eröffnete den Vortrags- Moll! Diese gewaltigste Offenbarung des Brahmsschen
reigen, Die herbe Schönheit dieses wohl am tiefften von Aunstethos führt uns in edelster, klassischer Form durch
Menschenleid durchfurchten Werkes der ihrer Grundein- das trübe, leidschwere Dunkel des einleitenden Satzes zum
stellung nach heiter-frohen Muse Mozarts blühte unter kämpferischen Allegro; dann über ein tief empfundenes
den seinnerbig gestaltenden Händen Fuürtwänglers in an herrlichster Melodik reiches Andante, ein anmutiges,
edelster Vollendung auf. Welche Klangfuülle und' Kraft in äanfsangs verträumtes, dann wieder leiddurchklungenes Alle
den Streichern dieses 90 Mann⸗Orchesters, die die sparsam Jretto zum großartigen Finale, in dem alle diese Stim—
derteilten, wuchtigeren Akzente in dem von verhallenem mungen noch einmal anklingen und in erhebenden, Sieg
Schmerz durchklungenen AÄllegro molto wirkungsvoll herr und Erlssung verheißenden Melodienfolgen ihren wirkungs
dorhoben. Zarter und lyrischer wurde das gleichwohl ver vollen Ausklang finden.
sonnen-ernst gestimmte Andante geformt. In den fein— Die Wiedergabe durch Furtwängler war von überwäl—
gefügten Rhythmen des Menuetts griffen die hart schrei- tigender Tiese. Jede Feinheit Brahmsscher symphonischer
Passase-Hsaushaus A. G. a 233 ZSart.
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